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Telefonüberwachung: Rentner wird seit neun Monaten der Volksverhetzung verdächtigt

Ein 76 Jahre alter Rentner rief das Sorgentelefon der Zeitung 'Märkische Allgemeine' (kurz: MAZ) an um sich lediglich über Glasscherben auf Rad- und Fußwegen in seinem Stadtteil in Brandenburg zu beschweren. Am 30. November führte die Polizei eine Hausdurchsuchung bei dem Rentner in Hohenstücken durch. Der Mann erfährt, ihm würde Volksverhetzung zur Last gelegt werden. Man erhebt ihm gegenüber den Verdacht, er wäre seit zehn Jahren der Urheber von Briefen mit nationalsozialistischem Gedankengut. Briefe in denen unter anderem Juden und die USA verunglimpft werden. Auch soll er Symbole verfassungswidriger Organisationen aufgemalt und in einige Umschläge Glasscherben gesteckt haben, die er dann angeblich an die ansässige Jüdische Gemeinde, die Deutsche Bank und andere Organisationen geschickt hat. Glasscherben. Höchstwahrscheinlich nicht dieselben Scherben von denen er am Telefon sprach.

Zumindest hat ein Telefonat gereicht um Heribert Müller (Name von der Redaktion der MAZ geändert) ins Fadenkreuz der Ermittler zu bringen. Ermittlungen in der Nachbarschaft ergaben lediglich Hinweise auf seine Fahrgewohnheiten und darauf, welchen Fußballverein der verdächtigte Rentner mag und welchen nicht. Der Chef eines Fitnessstudios und der Mitarbeiter eines Autohauses waren sehr entgegenkommend. Sie unterstützten die Beamten bei ihren Recherchen gerne in Form von Auskünften. In welchem Zusammenhang die Meinung des Mannes gegenüber dem Verein Bayern München stehen soll und warum ihn dies automatisch verdächtig macht, bleibt unklar.

Das Ehepaar ist darüber empört, dass Polizei und Justiz auch nach neun Monaten nicht zu einem Abschluss der Ermittlungen gekommen sind. Bei der Akteneinsicht stellte sich heraus, die fraglichen Briefe tragen eine andere Handschrift als die des Mannes oder seiner Frau. Warum Staatsanwalt und die Beamten der Polizei das Unübersehbare nicht erkennen konnten versteht der Mann nicht. Seine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Richter, der den Durchsuchungsbefehl ausgestellt hat, wurde abgewiesen. Ein Dienstvergehen war für das Gericht nicht zu erkennen. Und dabei hatte das Ehepaar im Verlauf der Hausdurchsuchung alles Menschenmögliche getan, um die Ermittlungen zu beschleunigen. Um ihre Unschuld zu beweisen, fertigte die Ehefrau von Herrn Müller freiwillig eine Schriftprobe von sich selbst an und übergab diese den Beamten. Derweil setzt der tatsächliche Täter seine Reihe fort. In der Zwischenzeit sind seit der Durchführung der Hausdurchsuchung diverse neue Briefe mit vergleichbarem Inhalt verschickt worden.

Oberstaatsanwalt Wilfried Lehmann, äußert gegenüber der MAZ Verständnis für den Ärger des Betroffenen. "Die Ermittlungen dauern an, der Verdacht hat sich bisher nicht bestätigt". Die zähen Untersuchungen und der bisher ausgebliebene Vergleich der Schriftproben kommentiert der Behördensprecher nicht. Der Nationalsozialismus speziell im östlichen Teil Deutschlands ist ein großes Problem. Wenn eine Person seit so geraumer Zeit Briefe mit dererlei Inhalten verschickt, ist der Einsatz der Behörden unumgänglich. Wenn dabei aber der Ruf eines Mannes in Mitleidenschaft gezogen wird, gegen den man von Beginn an nur wenig Verdachtsmomente in der Hand hatte, ist dies allerdings sehr kritisch zu sehen.

Wie auch immer, zukünftig sollte man sich sehr gut überlegen, zu welchen Äußerungen man sich an seinem privaten Telefonanschluss hinreißen lässt.

News Redaktion am Dienstag, 11.09.2007 14:42 Uhr

tagsTags: nazi maz sound tools brandenburg märkische allgemeine telefonüberwachung

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38 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • PTL am 13.09.2007 16:02:32

    da der fc bayern im 3. reich als judenverein galt , ist jeder der ihn nicht so mag oder schlimmer;) , ein nazi . demzufolge ist der rentner als saupreuss nicht nur verdächtig sondern schuldig . edit : @altrulazor , jetzt haste dich wohl als moslem geoutet und was haste gegen weise leute . biste ni ...

  • Crass Spektakel am 13.09.2007 15:57:39

    Moooment. Hat jemand von euch den Beitrag überhaupt gelesen und verstanden? Da steht nirgends daß der Staat die Zeitung abgehört hat. Genau genommen steht da "Mann ruft Zeitung an. Monat später wird er ohne Bezug zu diesem Anruf durchsucht." Vermutlich hätte auch gepaßt "Mann ißt Brot. Monat ...

  • Navel am 13.09.2007 10:35:46

    Da is man doch echt fassungslos. Langsam drehen die echt durch! ...

  • am 13.09.2007 09:00:27

    nanana. also zu meinem ersten post: wer heutzutage keinen spaß über nazis, juden, christen, schwarze, weise, hässliche, kinder, etc etc etc versteht dem fällt das leben eindeutig schwerer. oh, die frauen darf ich nicht vergessen. davon mal abgesehen war meine antwort im kontext zum text zu s ...

  • MaxPayne85 am 13.09.2007 03:05:33

    Diesen Staat kann man echt nur noch besoffen oder mit ganz ganz viel Humor ertragen.........:dozey: Glaub eher unser Staat ist Tag und Nacht besoffen um auf solche hirnrissigen Ideen zu kommen. :D Oder die haben große Langeweile. Auf der einen Seite schon wirklich seh ...

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