Der unabhängige IT- und Tech-Kanal!
internet.board.entertainment.games.hardware

  • gulli
  • Nachrichten
  • Provider sollen Begriffe zensieren: Terrorwahn nun auch auf EU-Ebene

Provider sollen Begriffe zensieren: Terrorwahn nun auch auf EU-Ebene

Wer dachte, auf nationaler Ebene wurde bereits der Gipfel der Inkompetenz erreicht, geht es um Zensur- und Überwachungsvorstellungen mancher Politiker, dem seien die Pläne des EU-Kommissars Franco Frattini zur Lektüre empfohlen. Dieser träumt davon, dass Provider in Zukunft Suchanfragen nach Begriffen wie "Töten" oder "Bombe" unterbinden sollen.

T-Online zitiert den EU-Kommissar mit den Worten

"Leuten beizubringen, wie man eine Bombe baut, hat nichts mit Meinungs- oder Informationsfreiheit zu tun ... Wir werden Gespräche mit Internet-Providern führen und klären, wie mit technischen Mitteln die Suche nach Wörtern wie "Töten", "Bombe" oder "Genozid" verhindert werden kann."

Mit viel gutem Willen mag man vermuten, dass er vielleicht meinte, dass Suchergebnisse nicht mehr angezeigt werden sollen, die zum Töten, Bombenbauen oder Völkermorden anleiten. Dennoch bleibt die Forderung im höchsten Maß unsinnig und weltfremd - und es ist den Providern zu wünschen, dass sich Frattini bis zu seinem geplanten Gespräch zum Thema mit Vertretern der EU-Mitgliedsstaaten noch ein wenig über die Funktionsweise des Internet informiert.

Einmal mehr fällt die völlige Ahnungslosigkeit der politischen Entscheidungsträger auf, die sich zu Themen wie Internet und Terrorgefahr zu Wort melden. An diese hat man sich möglicherweise schon gewohnt. Fast noch schlimmer wie Frattinis Inkompetenz ist jedoch die Übernahme angeblicher Fakten durch Fachmedien - auch wenn man keine hohen Ansprüche stellt, hinterläßt die Darstellung bei T-Online einen extrem schalen Nachgeschmack:

"Frattinis Vorschlag soll die gut ausgebaute Infrastruktur der Terroristen im Netz zerschlagen helfen. Über das Internet verbreiten die verschiedenen Terror-Netzwerke Propaganda und detaillierte Anleitungen für terroristische Anschläge – von Bedienungshinweisen für Schusswaffen bis hin zu Bombenbauplänen. Darüber hinaus stellt das Internet die wichtigste Kommunikationsplattform von Terroristen dar."

Von welchen Terroristen T-Online diese hochinteressanten Fakten präsentiert bekam, geht aus dem Text leider nicht hervor.

News Redaktion am Freitag, 14.09.2007 13:34 Uhr

tagsTags: internet provider zensur bombe europäische union terror frattini

Bookmark and Share
 
Weitere interessante News
23 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • NETSPARK am 16.09.2007 13:38:05

    @pepe Aussagekräftiger als jeder Comment :T ...

  • pepe44 am 16.09.2007 13:15:45

    http://denkfabrikblog.de/wp-content/myfotos/2007blogpix/2007-09-11_schaeublesuchmaschine.jpg :D :D ...

  • NETSPARK am 16.09.2007 10:39:34

    Anscheinend ist kaum einen von euch der Inhalt von Orwell 1984 geläufig. Falls doch - wieso regt ihr euch dann auf? Ihr wart doch gewarnt. Und dieser "Vorschlag" ist doch nicht der Anfang, der war die Einflußnahme auf die Suchmaschinen zur Ausblendung von Ergebnissen (Beispiel: "unabhängige Nachr ...

  • freakitup2 am 16.09.2007 10:18:16

    richtige Terroristen haben nichts mehr zu befürchten-> wie hilflos müssen Wolfgang Schaeuble, Frattini u. andere noch werden, wenn sie zu solch blödsinnigen Aktionen greifen müssen.:p ...

  • opensky.cc am 15.09.2007 07:45:01

    Dr. Wolfgang Schaeuble ist von Frattinis Vorschlaegegn offensichtlich begeistert und laesst in einem mutigen Eigentest alle "gefaehrlichen Woerter" aus seiner Webseite herausfiltern. :T Dr. Schaeubles EU-konformer Webauftritt http://forum.opensky.cc/viewtopic.php?t=234 Ich muss ...

weitere Kommentare lesen     Nachricht kommentieren

 
News [Interviews]

ACTA: Viel Geschrei um nichts? Jurist Jens Ferner im Interview

Lars Sobiraj am 04.02.2012, 11:32 Uhr

ACTA: die Kabel rausziehen?

Während Die Linke zur Teilnahme an einem europaweiten Aktionstag gegen ACTA aufruft und Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger die Kritik am internationalen Handelsabkommen zurückweist, führte der Jurist Jens Ferner eine ausführliche Analyse jedes einzelnen Artikels durch. Wir fragten ihn, wie gefährlich ACTA tatsächlich ist. In welchem Rahmen bedroht dieses Abkommen unser aller Freiheit?

mehr mehr lesen...

News [Kurioses]

Überwachung mal anders: Polizist in Zivil jagte sich 20 Minuten selbst

Lars Sobiraj am 09.02.2012, 11:40 Uhr

Überwachungskameras

In der südenglischen Grafschaft Sussex ereignete sich letzten Monat ein Fauxpas der besonderen Art. Statt einen Einbrecher zu fassen, jagte ein Polizist mit Hilfe von Kameras für etwa 20 Minuten sich selbst. Sein Kollege an den Monitoren hatte ihn nicht erkannt und fand sein Verhalten sehr auffällig. Der beobachtete Mann habe auf heißen Kohlen gesessen, weswegen er dringend tatverdächtig sei.

mehr mehr lesen...

Browsergames
Gondal World

TOPTIPP: Gondal World

Kämpfe als Held in diesem einzigartigen Fantasy Game. Viele Gefahren und Abenteuer erwarten dich! Escaria spielen

Escaria

Escaria

Erschaffe deine eigene Insel und erobere die Welt. Krieg oder Wachstum - deine Strategie entscheidet! Escaria spielen

Artyria

Artyria

Werde Gladiator und kämpfe im antiken Zeitalter um Ruhm und Ehre. Gehe Bündnisse mit anderen Spielern ein und kämpft gemeinsam gegen die schrecklichen Barbaren. Artyria spielen

Gondal

Gondal

Ziehe als einsamer Waldläufer oder an der Seite von Kampfgefährten in einem Fantasy-Spiel von Abenteuer zu Abenteuer. Gondal spielen

Last Emperor

Last Emperor

Tritt gegen legendären Samurai aus Japan des 19. Jahrhundert an und werde der gefürchtetste aller Samurai. Last Emperor spielen

Nightcreeps

Nightcreeps

Tritt in eine epische Schlacht zwischen Werwölfen und Vampiren, in der nur die Stärksten überleben werden, ein. Nightcreeps spielen

gulli:picsArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli RSS NewsPresso Feedsgulli:Newslettergulli twittertgulli bei facebookidenticagulli:news im AppStoreSeitenanfang

© 1998-2012 InQnet GmbH