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Anleitungen zum Bombenbau: Sperrung im Netz überraschend schwieriger als gedacht

Nachhilfe für EU-Kommissar Frattini bieten einige Experten aus der Internetwirtschaft an: sie erklären dem Kommissar, dass seine Pläne zum Ausfiltern "gefährlicher" Suchbegriffe wie "Genozid", Bombe" oder "Terrorismus" schwierig, wenn nicht gar unmöglich umzusetzen sind.

Was zu erwarten war - denn das Überraschende an Frattinis Äußerungen war allenfalls, dass er sich mit so offensichtlich zur Schau gestellter Inkompetenz in Netzdingen öffentlich zu Wort meldete. In der Regel haben Politiker Expertenstäbe an der Seite, die ihnen die gröbsten Patzer vermeiden helfen, geht es indessen ums Netz, werden diese offenbar nur ungern zu Rate gezogen.

Weshalb nun Vertreter des Branchenverbands eco und Googles dem EU-Kommissar Nachhilfe geben mussten: mitnichten sei es einfach, entsprechende Seiten aus dem Netz zu filtern. Blocklisten bei Providern haben den Nachteil, dass sie nie so aktuell sein können wie die Realität, in der entsprechende Seiten oft den Ort wechseln. Darüber hinaus bestehe zwar die Möglichkeit beispielsweise zur Filterung von Suchergebnissen, diese können jedoch leicht umgangen werden.

Nebenbei wird in der Stellungnahme des Google-Vertreters auch die Absurdität der Google-Zensur in Deutschland oder Frankreich - unabsichtlich? - vorgeführt. Denn selbstverständlich filtere Google in den entsprechenden Ländern beispielsweise Links zu strafbaren Naziseiten aus den Suchergebnissen heraus.

Es sei jedoch absolut kein Problem, die jeweiligen Seiten mit der Google-Suche im Ausland zu finden - für Frankreich biete sich beispielsweise die französischsprachige Suche von Google Kanada an. Gleiches gilt für die Google-Zensur in China, auch hier könne man mit Google USA in chinesischer Sprache suchen und so auf geblockte Ergebnisse stoßen.

Allenfalls auf Servern in der EU gehosteter Content könne so zum Verschwinden - oder besser: zum Umzug ins Ausland - gebracht werden. Dort sei er anschließend nicht mehr aus dem Netz zu kriegen.

Es bleibt zu hoffen, dass Frattini aus den Statements etwas lernt. Und dass ihm niemand etwas von Tauschbörsen, Freenet und Konsorten erzählt: denn sonst wäre vermutlich in Bälde weiterer inkompetenter Unsinn aus der Kommission zu hören.

News Redaktion am Montag, 24.09.2007 15:48 Uhr

tagsTags: filter zensur bombe europäische union terror frattini kommissar anleitung

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6 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Hundberg am 25.09.2007 15:25:59

    Warum das Internet löschen? Es gibt doch viel lustigere Sachen! Per Gesetz wird jeder Seitenbetreiber dazu verpflichtet, täglich ein anderes, per Zufall von der Deutschen Wortblockierungswortvergabestelle ausgewähltes Wort in die Suchblacklist aufzunehmen. Für mehr Freude im deutschen Netz! ...

  • c64er am 25.09.2007 09:21:53

    Oh man, das haben schon ganz andere zuvor probiert, gewissen Content aus dem Netz zu kicken. Was ein Nonsens. Bestes Beispiel das "Terrorist Handbook" Dieses Buch gibt es seit mehreren Jahren im Netz zu finden. Viele Medien haben darüb ...

  • Oj1 am 25.09.2007 08:05:30

    mhh ich würd sagen als nächstes plädiert der typ dafür das "neusprech" eingeführt wird :rolleyes: :rolleyes: ...

  • DasFragezeichen am 24.09.2007 22:38:23

    Lasst uns das Internet schließen und Telefone abschalten. Im Internet treiben sich eh nur Terroristen, Raubkopierer, Betrüger, Mörder und Kinderschänder rum. Über Telefon werden weitere Details besprochen. Lasst uns den Laden dicht machen, dann brauchen wir uns auch keine sorgen mehr zu machen ...

  • FFMSturm am 24.09.2007 18:51:29

    Für eine Anleitung die beschreibt wie man einen Genozid erfolgreich durchführt, hätte ich verwendung. Sollte jemand sowas finden, bitte PN ;) ...

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