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MediaDefender weint bei Google: Nehmt unsere internen Daten aus dem Netz

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott normalerweise nicht zu sorgen. Dass ausgerechnet die selbsternannten Tauschbörsenwächter von MediaDefender bei Google um Löschung von Suchergebnissen zu ihren leckgeschlagenen internen Informationen löschen, tut genau das. Denn MediaDefender sollte wissen, dass ihre Sourcen und ihre Mailwechsel tausendfach in Tauschbörsen verteilt wurden und werden.

Insofern hat die Maßnahme von MediaDefender ungefähr den Charme einer Sandburg bei Springflut, wäre da nicht das Problem,. dass einmal mehr eine sinnlose Linkzensur von Google gefordert wird. Allein Isohunt findet zu den internen Mails von Mediadefender über 200 Seeder, zum Sourcecode deren mehr als 60.

"Unternehmensgeheimnisse" solle nun Google nicht mehr verlinken oder verbreiten, womit MediaDefender nicht ganz versteht, was es mit einem "Geheimnis" auf sich hat: damit werden in der Regel Informationen bezeichnet, die nicht aller Welt zur freien Verfügung stehen, sondern einem nur sehr eingeschränkten Personenkreis zugänglich sind.

Warum nun der sinnlose Versuch, den Geist in die Flasche zu bekommen? Vermutlich, um sich bei den US-Staatsanwaltschaften nicht allzu sehr zu blamieren. Denn mit diesen hat MediaDefender einen Kooperationsvertrag geschlossen: das Unternehmen soll im Dienst der Strafverfolger Kinderpornografie im Netz aufspüren. Was auf Kritik stößt: Privatunternehmen haben nach gängiger Rechtsauffassung nichts bei Ermittlungen in Strafsachen zu suchen.

Besonders pikant: die Prämien, die MediaDefender für ihre Hilfe erhält, sind "erfolgsabhängig" - womit das Unternehmen ein besonderes Interesse daran erhält, möglichst viele Fälle zu melden. Was sich aktuell jedoch schwieriger gestaltet als gedacht: Altersgrenzen anhand von Fotos zu ermitteln, ist in vielen Fällen kaum möglich.

Und vielleicht bleibt das gar nicht das einzige Problem MediaDefenders. Denn die US-Staatsanwaltschaft muss nur mal den Torrent anschmeißen, um einiges darüber zu erfahren, wie MediaDefender intern arbeitet. Auch der Sourcecode der Überwachungssoftware von MediaDefender kursiert nach wie vor im Netz. Optimale Bedingungen für Public Private Partnership: der staatliche Auftraggeber kann sich ein komplettes, ungeschöntes Bild vom Partnerunternehmen aus der freien Wirtschaft machen.

Was in diesem Wirtschaftsbereich ja selten die Regel ist. Und zum Glück ändert im konkreten Fall auch die Löschaufforderung von MediaDefender an Google nichts mehr daran.

News Redaktion am Freitag, 28.09.2007 14:28 Uhr

tagsTags: google filesharing email zensur mediadefender bittorrent torrent sourcecode chillingeffects kinderporno

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8 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • MSX am 29.09.2007 08:30:30

    Ich bin äußerst gespannt, mit welchen anderen internen Details MediaDefender-Defenders noch aufwarten kann und wird. Da sollen die Köpfe rollen, einer nach dem anderen. Sich mit KiPo beschäftigen wollen und dann zu blöd, seine Daten zu sichern. Von Mailverschlüsselung haben sie auch nocht nich ...

  • Oj1 am 28.09.2007 21:57:59

    @Oj1: Gulli hat das KOMPLETT verpennt, war wohl mit was anderem beschäftigt ... http://board.gulli.com/thread/863559-mediadefender-gehackt thx :T ich muss immernoch schmunzeln sollte ins fun die ganze geschichte ...

  • Mr.Harmlos am 28.09.2007 19:02:27

    Genau dieser vorgang dürfte sich über kurz oder lang mit sämtlichen zentraldatenbanken des Staates wiederholen ... für mich mit das stärkste argument solche dinge nicht zuzulassen ... mfg ...

  • am 28.09.2007 17:06:41

    ohja, solche fachkräfte sollen dann für recht und ordnung sorgen? is so sicher wie der speicherort der daten vom bundestrojaner :D :rolleyes: ...

  • quasimodo2000 am 28.09.2007 17:02:42

    @Oj1: Gulli hat das KOMPLETT verpennt, war wohl mit was anderem beschäftigt ... http://board.gulli.com/thread/863559-mediadefender-gehackt ...

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