
500.000 Tauschbörsendownloads verzeichnete das Album "In Rainbows" kurz nach dem Release, dem stehen 1,2 Millionen autorisierte Downloads von der offiziellen Seite Radioheasds gegenüber. Erwartet wird jedoch, dass die Downloads aus andere Quellen diese Zahl bald überflügeln - vermutlich fand das ohnehin bereits schon statt.
Tatsächlich kann man auf der Download-Seite einen Preis von null Pfund angeben und kommt anschließend auch an die MP3-Files. Und Forbes konstatiert, dass für
"...Hardcore-Musikpiraten selbst gratis noch nicht Schnäppchen genug..."
sei. Was offensichtlicher Unsinn ist. Teilweise wird das vom Magazin selbst auch erklärt - Eric Garland vom P2P-Analystenteam bei Big Champagne konstatiert trocken, dass
"...die Leute Radioheads Site eben nicht kennen. Sie kennen aber ihren Lieblingstracker für Bittorrent und verwenden ihn täglich. Es ist eben viel einfacher, die illegale als die legale Version zu bekommen."
Nicht nur das, will man hinzufügen. die "In Rainbows" - Site ist gelinde gesagt nicht unbedingt ein Beispiel für einfache Bedienbarkeit. In einigen Browsern funktioniert die Flashseite schon von vorneherein nicht. Wer sich bis zum Download vorgekämpft hat, muss zunächst Angaben bis hin zur Handynummer machen, um anschließend in eine "Queue" gesteckt zu werden, welche nach einiger Zeit denken macht, dass der Server schlicht nicht mehr reagiert. Wer nicht entnervt den Browser geschlossen hat, kommt allerdings an den Download.
Insofern hat Garland natürlich recht: wer das Album gratis will, bekommt es aus den einschlägigen Quellen weitaus einfacher als bei Radiohead selbst. Die Frage ist nur, warum dieser Sachverhalt so zum Problem hochstilisiert und die gute alte Pirateriekeule einmal mehr wild geschwungen wird.
Denn faktisch können sich alle Beteiligten über die alternativen Quellen des Albums freuen. Wer bezahlen will, kann dies auf Radioheads Site tun - und wird sich freuen, wenn der Server nicht von Massen an Downloadern lahmgelegt wird, die als Preis die Null eintragen (was dennoch passierte - nach dem Release war die Website schwer bis gar nicht bedienbar). Die Band spart Traffickosten, und die Freeloader kommen leicht an die gewünschten Titel.
Neben der überraschenden Überraschung über die Radiohead-"Piraten" findet sich nebenan jedoch ein tatsächlich erstaunliches Statement vom EMI-Vorstand Guy Hands. Dieser begrüßt die Aktion der Band ausdrücklich:
"Die Musikindustrie war zu lange davon abhängig davon, wie viele CDs sie verkaufen kann. Anstatt die Digitalisierung anzunehmen und ihre Chancen für Werbung und Vermarktung über viele Kanäle zu nutzen, hat sie den Kopf in den Sand gesteckt. Radioheads Aktion ist ein Weckruf, den wir alle begrüßen und auf den wir mit Kreativität und Energie reagieren sollten."
Nun, das ist in der Tat eine Überraschung.
News Redaktion am Donnerstag, 18.10.2007 13:30 Uhr
Ich finde die Idee mit der Online-Distribution ja ganz nett... Aber vorhin wollte ich das Album "ganz regulär" kaufen, um dann irgendwo zu lesen, dass das (noch) nicht geht und man mit dem Download lediglich 160kbps-MP3s bekommt. Die (zugegebenermaßen reichlich ausgestattete) Discbox ist mit 40£ ...
habe es mir für 0 Pfund runtergeladen und 3 tage später für 15pfund die cd bestellt. ich hoffe sehr, dass dieses projekt früchte trägt und musik-labels dem erdboden gleich gemacht werden. ...
Überraschende Überraschung über Piraterie des neuen Albums Ist eine Überraschung nicht immer überraschend ? :D ...
das soll jetzt kein vorwurf sein gegen die masse, aber die meisten hören schon allein aufgrund ihrer minderer qualität der anlangen keinen unterschied. leider ist es heute so, das die "100-500€" anlagen absolut kein schönes klangspektrum mehr haben und leisten. abgesehen davon hab ...
@danic das mit den cds war ein gedanken gang, da könnte man ja die bezahl methode ja gleich mit überdenken. ;) wennse wieder nur mit kredit karte bezahlt haben wollen hat das natürlich wieder absolut keinen sinn. das soll jetzt kein vorwurf sein gegen die masse, aber die meisten hören schon a ...
Lars Sobiraj am 04.02.2012, 11:32 Uhr
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Lars Sobiraj am 09.02.2012, 11:40 Uhr
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