
Friedel Mulders vom Label Fuego äußerte sich auf den Münchener Medientagen dahingehend, dass Independents heute primär ihre Umsätze mit Konzerten und nicht mit dem Verkauf von Tonträgern machen würden. Wenn beim Künstler pro Lied nur 55 Cent ankommen, müssen sich diese nach anderen Vertriebswegen umschauen. Zum Vergleich: Die einzelnen MP3-Files vom aktuellen Album der Gruppe "Die Ärzte" kosten bei Musicload.de jeweils 1, 29 Euro. Die Ärzte sind aber sowieso schon mit ihren äTunes, ihrem eigenen Download-Shop, im Netz vertreten. Andererseits ist zu befürchten, dass Interpreten ab einem gewissen Bekanntheitsgrad nicht mehr ohne die Unterstützung von größeren Labels existieren können. Sie können sich zwar im Web mit viel Glück durch kostenlos vertriebene Singles einen Namen machen, so ganz ohne die Majors kommen sie aber meist nicht aus.
Im Readers Edition wurde kürzlich ein sehr interessantes Interview zu diesem Thema veröffentlicht. Felix Kubach befragte die Musikredakteure Birgit Fuß vom Rolling Stone und Anton Waldt vom Magazin De:Bug. Auf die Frage, ob das zum Download angebotene Album von Radiohead der Anfang vom Untergang der Musikindustrie sei, antwortete Frau Fuß:
"Der Untergang der Musikindustrie wurde jetzt schon so oft prophezeit, dass ich nicht mehr daran glaube! Sicher wird sich die Industrie weiter verändern, das Medium CD wird immer unwichtiger werden, Downloads immer gewinnbringender. Aber dass deshalb gleich alle Plattenfirmen dicht machen und (vor allem neue) Künstler keine professionelle Promotion mehr brauchen, bezweifle ich. Als damals der Fernseher erfunden wurde, hieß es auch, demnächst gäbe es Radio und Zeitschriften nicht mehr."
Waldt: "Nein, den Anfang des Untergangs der Musikindustrie markierten drei Dinge, die sich vor rund zehn Jahren ereigneten: Das Aufkommen von Napster, die Verbreitung von CD-Brennern und die völlig ungenügende Reaktion der Branche auf diese beiden Phänomene. Und natürlich wird die Musikindustrie nicht untergehen, sondern sich 'nur' dramatisch verändern: Man muss also vom Untergang der Musikindustrie, wie wir sie kennen, reden."
Auf Musikpiraterie angesprochen und ob sie effektiv bekämpft werden könne, antworteten die Redakteure: (Zunächst Frau Fuß, danach Herr Waldt)
"Das müssen sie Label-Leute fragen! Allerdings fragt man die Polizei ja auch nicht: Glauben sie noch daran, Verbrecher in den Griff zu bekommen? Man tut einfach, was man kann - so sinnlos es manchmal scheinen mag. Hat Sisyphos auch getan.
Nein. Aber sie kann immerhin die Hürden/Abschreckung so gestalten, dass ein erklecklicher Teil der Konsumenten abgeschreckt bzw. abgehalten wird: Sei es aus Angst oder Bequemlichkeit (legale Downloads sind ja vor allem reibungslose Downloads)."
Phlow.net vermeldete zudem, das Label "2nd rec" würde im Verlauf einer Sonderaktion sämtliche CDs zum Versand anbieten. Vom Sortiment des Hamburger Indi-Labels kann man sich innerhalb Deutschlands jeweils eine CD aussuchen, und ähnlich wie bei Radiohead die Höhe des Preises selber bestimmen. Ob sich dieses Modell wirklich bezahlt macht oder die Kunden nur die Gutmütigkeit des Labels ausnutzen werden, wird sich in Kürze zeigen. Bei maximal einem Album pro Person erscheint das Risiko der Shop-Betreiber allerdings noch überschaubar zu sein. Die Idee, die dahinter steht, ist indes nicht von der Hand zu weisen. Auch Jamiroquai, Oasis und die Nine Inch Nails planen angeblich, ihre Musik zukünftig in Eigenregie übers Internet vertreiben zu wollen.
Vorsicht Satire!: Indische Anti-MusikPiraten Propaganda
News Redaktion am Freitag, 09.11.2007 11:57 Uhr
Hey Himmelsbiest, danke für deinen Beitrag - das war wirklich sehr interessant! ...
möchte mal als betroffener musiker was dazu sagen: 55Cent pro song wäre für mich schon ein traumergebnis! mein vertrag sieht vor, dass ich mit 25% an dem verkaufserlös meiner tracks/alben die online verkauft werden beteiligt werde. gut, es gibt labels die mir eine höhere beteiligung zugestanden ...
Ich fand das Video wirklich witzig. Mhh... ...
Das Video ist echt blöd. :rolleyes: ...
Vorsicht Satire Mir fehlen echt die Worte ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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