
Der Mann wächst mit der Aufgabe, muss Sarkozys Motto sein. Anders läßt sich nicht erklären, dass der Präsident trotz großer Unruhen und massenhaften Streiks im Reallife nun auch die Netzgemeinde gegen sich aufbringen will. Die Franzosen sind in diesem Bereich recht liberal eingestellt, Sarkozys Pläne könnten dem ein Ende machen. Und das schlimmste: er könnte Erfolg haben.
Denn in der illustren Runde sitzen neben dem Präsidenten und den üblichen Verdächtigen aus Film- und Medienindustrie auch die großen Internetprovider des Landes. Und diese sind geneigt, den Plänen zuzustimmen - so die Financial Times. Überraschend, wenn man bedenkt, dass die Franzosen im Ländervergleich überdurchschnittlich schnelle Netzanbindungen verwenden und man sich gelegentlich ja fragen muss, welche Angebote im Internet existieren, die eine 16.000kBit-Leitung wirklich notwendig machen, wie es in der Werbung gern suggeriert wird.
Dennoch - in einer seltsamen Kooperation zwischen Gesetzgebung und Privatfirmen unterschiedlichster Branchen soll den Providern offenbar der Strafvollzug für bestimmte Vergehen übergeben werden. Dabei macht Sarkozy auch vor der Generalverdächtigung nicht Halt: besonders geprüft werden sollen "High-Traffic"-User.
Und wird dann ein Urheberrechtsverstoß beobachtet, erfolgt eine Warnung, ebenso beim zweiten Mal. Wer sich dreimal erwischen läßt, dem wird die Leitung gekündigt. So jedenfalls die Pläne.
Aber keine Sorge: es handelt sich mitnichten um eine Gängelung der Bürger im reinen Profitinteresse der Medienunternehmen. Sarkozy hat es verstanden, im Gegenzug die Industrie zu geradezu revolutionärem Entgegenkommen zu bewegen. Dafür, dass Privatunternehmen in Vertretung Strafvollzug spielen dürfen, haben sie den Usern weitgehende Zugeständnisse eingeräumt.
DVDs von Kinofilmen sollen in Zukunft nämlich nicht mehr erst 7,5 Monate nach dem Kinostart in den Handel kommen, sondern bereits nach einem halben Jahr. Und auch die Musikindustrie zeigt sich von ihrer großzügigen Seite: im Internet gekaufte "Archivmaterialien" französischer Musik soll in Zukunft auf allen Playern lauffähig sein: DRM wird in diesem Bereich abgeschafft.
Chapeau, Herr Sarkozy! Denn eine Branche davon zu überzeugen, alte Medien auf eine Weise zum Kauf anzubieten, dass mehr Kunden die Möglichkeit haben, sie auch abzuspielen - das muss eine argumentative Meisterleistung gewesen sein.
News Redaktion am Freitag, 23.11.2007 18:25 Uhr
ja das kann ich als Filesharrer sehr gut verstehen, als betreiber würde ich auch eine klausel reinbauen die mir erlaubt poweruser zu kicken. Im Strassenverkehr (wieso immer strassenverkehr vergleiche :D ) darf ich innerorts 50 fahren, bau ich in einem quartier nen unfall bin ich trotzdem der affe ...
@Raphnex: Das kannst du verstehen? Als User hat man für die Leistungen des Providers bezahlt - ob jetzt in Form der Flatrate oder nach Volumentarif ist vollkommen egal. Das geht doch nicht Oo @Topic: Schöne neue Welt... wird Zeit, dass mal wieder 'ne neue 68er Generation vor der Türe steht, ...
es geht nicht um eine GB/Tag Zahl, sondern eher um die Zeit in der du Files downloadest, wenn du über Nacht was runterlädtst intressierst kein schwein, wenn du während stosszeiten, beispielsweise Sonntagabend Filesharing betreibst, gibts wohl eher Probleme. Der Provider behält sich einfach vor, ...
Wieso auch nicht? Wenn man mit dem Auto was illegales macht, wirds weggenommen, wenn man mit einer waffe jemanden verletzt, wird sie einem weggenommen. wieso sollte man im internet unendlich viel scheisse bauen können? Bei exessivem Traffic kann ein Provider (zumindest hier in der ...
Wieso auch nicht? Wenn man mit dem Auto was illegales macht, wirds weggenommen, wenn man mit einer waffe jemanden verletzt, wird sie einem weggenommen. wieso sollte man im internet unendlich viel scheisse bauen können? Bei exessivem Traffic kann ein Provider (zumindest hier in der schweiz) sowi ...
Lars Sobiraj am 04.02.2012, 11:32 Uhr
Während Die Linke zur Teilnahme an einem europaweiten Aktionstag gegen ACTA aufruft und Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger die Kritik am internationalen Handelsabkommen zurückweist, führte der Jurist Jens Ferner eine ausführliche Analyse jedes einzelnen Artikels durch. Wir fragten ihn, wie gefährlich ACTA tatsächlich ist. In welchem Rahmen bedroht dieses Abkommen unser aller Freiheit?
Lars Sobiraj am 09.02.2012, 11:40 Uhr
In der südenglischen Grafschaft Sussex ereignete sich letzten Monat ein Fauxpas der besonderen Art. Statt einen Einbrecher zu fassen, jagte ein Polizist mit Hilfe von Kameras für etwa 20 Minuten sich selbst. Sein Kollege an den Monitoren hatte ihn nicht erkannt und fand sein Verhalten sehr auffällig. Der beobachtete Mann habe auf heißen Kohlen gesessen, weswegen er dringend tatverdächtig sei.
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