
Basisdaten, die auf der Webseite des Bundeswahlleiters zu laden sind, ein Java-Programm zur Simulation von Wahlergebnissen und eine XML-Syntax zur Beschreibung von Wahlmanipulationen - das "erste Standard-Wahlmanipulationsformat", so Schneider - waren die Werkzeuge.
Unterschiedliche Auszählungsverfahren sind unterschiedlich anfällig für Manipulation, weiter wirken sich die Zuordnung von Überhangmandaten oder auch die Wahlbeteiligung auf das Endergebnis aus. Interessantester Punkt zum Angriff sind jedoch "kritische" Wahlkreise: Kreise, in denen wenig Abstand zwischen den Anteilen der politischen Lager bzw. der beiden großen Parteien liegt.
"Was hätte manipuliert werden müssen, damit 2005 ein Patt der großen Parteien entsteht?", dies eine der Forschungsfragen. Von US-Verhältnissen sind wir noch weit entfernt - was mit am deutschen Modell der Erst- und Zweitstimmen liegt - aber erstaunlich war dennoch, dass etwas über 70.000 Stimmen gereicht hätten, um die Sitze im Bundestag gleich zu verteilen, statt vier Sitze Unterschied zwischen Christ- und Sozialdemokraten zu haben. Deutlich weniger als die 310.000 Wahlberechtigten, die rein mathematisch von vier Abgeordneten im Bundestag repräsentiert werden.
Während 2002 noch recht "eindeutige" Ergebnisse in allen Wahlkreisen vorherrschten, nahm 2005 die Zahl der nur durch hauchdünne Mehrheiten entschiedenen Wahlkreise deutlich zu. Wahlkreise können nach "Manipulationsfähigkeit" sortiert werden: ab wieviel Prozent Verschiebung kann man einen Kreis kippen bzw. das Gesamtwahlergebnis ändern?
(Darum gehts auch bei Wahlcomputern)
Die Zahl der Kreise, wo unter oder nur wenig mehr als ein Prozent ausreicht, wächst - insofern ist es geradezu zynisch, wenn in der Diskussion um den Hamburger Wahlstift darüber gesprochen wurde, wieviel Prozent Abweichung zwischen elektronischem und papiergestützten Ergebnis "tolerierbar" sei. Für Erheiterung sorgte in diesem Kontext die Frage des Referenten, wie man "Politiker überzeugen kann, dass Wahlmanipulation schlecht ist?" Interessanterweise plant einer der "Wackelkreise", mit Nedap-Wahlcomputern zu wählen.
Bislang wurden nur Analysen bereits abgeschlossener Wahlen gemacht. Prinzipiell ist - angesichts hervorragender Hochrechnungen und Stichproben bereits am Wahltag - aber auch eine "begleitende" Analyse der Wahlergebnisse noch vor der endgültigen Auszählung der Stimmen denkbar.
Der ebenfalls anwesende MdB der SPD Jörg Tauss, unter anderem Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien sowie im Unterausschuss Neue Medien wies im anschließenden Diskussionsverlauf darauf hin, dass der Aspekt der Sicherheit höchste Priorität bei den Bundestagswahlen habe und daher die aktuelle Technik, wie sie beispielsweise im "Hamburger Wahlstift" zum Einsatz kam, auf Bundesebene niemals genehmigt werden würde. Ein in seinen Augen unterrepräsentierter Aspekt der Debatte sei weiterhin der Grundsatz der Anonymität der Wahl, die sowohl bei der Sicherheit konventioneller wie computergestützter Wahlmethoden noch zu wenig diskutiert würde.
Im anschließenden Gespräch im kleinen Kreis betrachtete Tauss vor allem den Einsatz von Wahlmaschinen auf kommunaler Ebene als problematisch, die indessen aber nicht für Bundestagswahlen zugelassen seien. Die Entscheidung über deren Zulassung auf kommunaler bzw. Länderebene sei jedoch Ländersache. Ein Vertreter der niederländischen Organisation "Wir vertrauen Wahlcomputern nicht" widersprach jedoch: kommunal angeschaffte Wahlmaschinen könnten sehr wohl auch für Bundestagswahlen eingesetzt werden und wurden das bereits auch, beispielsweise in Cottbus.
News Redaktion am Samstag, 29.12.2007 16:00 Uhr
http://events.ccc.de/congress/2007/Fahrplan/events/2334.en.html und http://events.ccc.de/congress/2007/Fahrplan/events/2352.en.html Sind in jedem Fall heute noch Pflichtprogramm, in ersterem sitze ich gerade... Aber der Herr MdB hatte wenigstens mal was zu sagen. Der wird au ...
Wahlcomputer sind, näher betrachtet, bisher eine einzige Pannenshow gewesen. Dass mit dem E-Voting neue und durchaus realistische Möglichkeit zur Manipulation vorhanden sind, ist damit klar. Wie wenig Manipulation nötig ist, zeigte Markus Schneider. Das Problem: Wahlen gehen knapp aus, sind al ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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