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Joel Tenenbaum vs. RIAA: Der vierte Verhandlungstag - Teil II

In wenigen Stunden treffen die Recording Industry Association of America sowie Joel Tenenbaum wieder im Gerichtssaal aufeinander. Der heutige Tag wird einen besonderen Stellenwert inne haben, da der Beklagte heute selbst seine Aussage tätigen muss.

Der Prozess wird mit dem Kreuzverhör von Stan Liebowitz beginnen, da dieses gestern nicht beendet werden konnte. Danach werden zwei weitere Anwälte von Warner Music gehört werden. Konkret handelt es sich um Ron Wilcox, der über den "digitalen Fortschritt" der Musikindustrie im vergangenen Jahrzehnt sprechen wird. Ihm folgt Silda Palerm, welche bezeugen wird dass ihre Firma die Rechte an einigen Songs hat, die sich in Tenenbaums Share-Ordner befanden.

Sobald deren Befragung zu Ende gegangen ist, wird Joel Tenenbaum selbst in den Zeugenstand treten um seine Aussage zu machen. Es dürfte klar sein, dass Tim Reynolds, der Anwalt der RIAA, ihn gnadenlos attackieren wird. Wenn es nach dem Prozessbeobachter und Musikindustrie-nahen Anwalt Ben Sheffner geht, steht die Frage seiner Schuld sowieso nicht mehr zu Debatte. Matthew Feinberg, einer der Verteidiger von Tenenbaum, hatte der Richterin bereits erklärt, dass man die Tat begangen habe. Im Prinzip ist dies jedoch nichts Neues, da es bereits aus der schriftlichen Vernehmung von Joel Tenenbaum hervorgegangen war. Bei der Äußerung von Feinberg war die Jury glücklicherweise nicht anwesend, da seine Äußerung doch sehr überraschend kam. Laut Ben Sheffner stellt sich jedoch in diesem Verfahren somit nicht mehr die Frage ob er verurteilt wird, sondern lediglich noch die Frage zu welcher Summe. Wir werden über heutigen Prozesstag wieder kontinuierlich berichten.

Die Befragung von Stan Liebowitz ist inzwischen abgeschlossen. Unklar ist, ob die beiden Anwälte von Warner zu Wort gekommen sind. Allem Anschein nach haben die Kläger Joel Tenenbaum bereits jetzt in den Zeugenstand gerufen, wo er nun auch Platz genommen hat. Professor Nesson scheint dagegen protestiert zu haben, da er durch Richterin Gertner verwarnt wurde. Es sei eine Missachtung des Gerichts, wenn er Joel anweist, keine Fragen zu beantworten. Außerdem sei es nichts Ungewöhnliches, dass die Kläger den Mandanten der Verteidigung in den Zeugenstand rufen.

Wie das Team Tenenbaum mitteilt, war eine der Kernaussagen von Stan Liebowitz, dass "Amateurmusik" niemals so gut sein könnte wie "professionelle Musik". Joel Tenenbaum wird zwischenzeitlich von Tim Reynolds schwer attackiert. Er hat bereits zugegeben, dass er KaZaA benutzt hat und ihm sei auch klar gewesen, dass andere dadurch von ihm herunterladen könnten. Man weißt darauf hin, dass Joel zuerst sagte, dass er nur über geringfügiges Wissen verfügen würde. Immer wieder kann Tim Reynolds punkten und Tenenbaum dazu bringen, dass er seine Tat zugibt. Dieser wehrt sich nicht mehr. Die "Schuldfrage" ist somit eigentlich durch Joels eigene Worte bereits bestätigt. Im Wesentlichen wird nur das unterstrichen, was MediaSentry und Dr. Jacobson bereits mitgeteilt hatten. Interessanterweise kämpft Joel in keinster Weise gegen die Fragen an. Das Team Tenenbaum erklärte, dass es ab jetzt nichts mehr den Lauf der Dinge aufhalten könnte. Man hatte monatelang auf diesen Moment hingearbeitet.

Joel Tenenbaum hat inzwischen ein umfassendes Geständnis abgelegt, wie der Prozessbeobachter Ben Sheffner berichtet. Er hat zugegeben bei seiner Aussage unter Eid gelogen zu haben, als er die Schuld von sich wies: "Es schien mir die bestmögliche Antwort zu sein." Darüber hinaus erklärte er, dass er "Musik hochgeladen und heruntergeladen" habe. "So siehts es nun mal aus. Ich habs getan." Dabei hätte er aber keine Absicht gehabt die Labels oder Künstler zu schädigen. Er habe auch alle 30 Songs, die ihm vorgeworfen werden angehört, so dass sinnigerweise keine Fakes darunter waren. Man befindet sich nun in der Mittagspause. Danach wird das Kreuzverhör mit Professor Nesson fortgeführt.

Eine weitere Pause wurde eingelegt, so dass neue Informationen aus dem Gerichtssaal dringen. Joel Tenenbaum äußerte sich unter anderem zu Dr. Doug Jacobson, welcher für die Musikindustrie ausgesagt hatte: "Ich vertraue darauf das er ein kompetenter Experte ist." Die Befragung der beiden Warner Music Anwälte hat auch stattgefunden, wie nun klar ist. Ron Wilcox erklärte, dass Joel zum Zeitpunkt der Tat zahlreiche legale Alternativen gehabt hätte. Silda Palerm äußerte sich lediglich zur Thematik des Urheberrechts an sich. Alle Zeugen der Kläger sind somit gehört worden. Interessant ist nachfolgende Information, die der Prozessbeobachter Ben Sheffner verbreitet. Professor Nesson soll noch versucht haben Joels Mutter sowie den IT-Experten Dr. Pouwelse als Zeugen zu hören. Sheffner stellt sich hier die Frage wieso, da Joel die Tat ja bereits zugegeben hat.

Die Kläger haben inzwischen Antrag gestellt, den Beklagten wegen der willentlichen Urheberrechtsverletzung zu verurteilen und außerdem festzuhalten, dass sie die Rechte an den Werken haben. Ein Urteil wird vermutlich morgen früh gefällt. Die Verteidigung kann am morgigen Vormittag noch agieren, doch der Spielraum ist bereits sehr eng. Die Kläger sind somit bereits zum Abschluss gelangt. Wir werden auch morgen berichten.(Firebird77)

Artikel wird fortgeführt...

(via twitter, thx!)

(Bild via p2pnet, thx!)

News Redaktion am Donnerstag, 30.07.2009 22:16 Uhr

Tags: filesharing p2p urheberrechtsverletzung musikindustrie einnahmen liveacts prs prs for music uk

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vgwort
 
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5 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Firebird77 am 31.07.2009 09:22:22

    Er soll 30 MP3s via KaZaA geshared haben. ...

  • Opert am 31.07.2009 04:29:50

    dürft ich erfahren was der Typ denn nun eigentlich verbrochen hat?^^ ...

  • Firebird77 am 31.07.2009 00:01:56

    Stand nicht schon bei Prozessbeginn mit Verwerfung des "Fair use" die Schuld des Angeklagten fest ?!?!?! Richterin Gertner hat Fair Use aufgrund der schriftlichen Aussage lediglich nicht zugelassen. Er hat gesagt dass er KaZaA benutzt hat, konkret ging es jedoch um die Verbreitung der ...

  • H1N1 am 30.07.2009 23:37:01

    Teilweise finde ich die Berichterstattung verwirrend. Stand nicht schon bei Prozessbeginn mit Verwerfung des "Fair use" die Schuld des Angeklagten fest ?!?!?! Das Filesharing hatte Tenenbaum ja schon zugegeben. Es sollte doch eigentlich nur noch darum gehen ein angemessenes Strafmaß zu finden, dacht ...

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