
Dabei lassen die "Erfolge" zu wünschen übrig, auch wenn die üblichen Befürworter der selbsternannten Pirateriewächter der Ansicht sind, ohne die BSA seien die "Verluste" durch unlizenzierte Installationen um 20 bis 30 Prozent höher als aktuell. Denn die Opfer der BSA-Repressalien sind häufig mitnichten Unternehmen, die aufgrund enormer krimineller Energie und der puren Lust an verhungernden Programmierern unlizenzierte Software einsetzen. Oft genug finden sie sich schlicht im Lizenzdschungel nicht zurecht, in den ungünstigsten Fällen wurden Unternehmen ausgerechnet beim Nachlizenzieren von Ex-Mitarbeitern verpetzt. Der Sprecher eines anonym bleibenden Startups ist der Ansicht, dass
"...offensichtlich eine Straf-Komponente eine Rolle spielen soll, aber es wirkt auf mich eher wie Selbstberuhigung, und ich kann mir nicht vorstellen, dass viel Auswirkungen auf die Piraterie vorhanden sind, vor allem, wenn es gegen Unternehmen geht, die das Richtige tun wollen."
Aus der Kanzlei eines Anwalts, der Unternehmen gegen die BSA vertritt, wurde weiterhin berichtet, dass ausgerechnet die für Lizenzierungen zuständigen Personen die Tipps an die BSA weitergeben, bevor das Management überhaupt davon erfährt, dass Software nachgekauft werden muss. Den Grund sieht Anwalt Scott beim Prämienprogramm für Denunzianten, welches die BSA in zahlreichen Ländern anbietet. Scott ist ein Fall bekannt, in dem ein Startup angesichts ungeklärter Lizenzierungen einen Mitarbeiter einstellte, der den Auftrag hatte, alle Programme auf ihren Status zu prüfen und gegebenenfalls Lizenzen nachzukaufen. Als der Mann die Aufgabe nicht zufriedenstellend erfüllen konnte und gefeuert wurde, meldete er das Unternehmen der BSA. Die Folge: ausgerechnet ein unternehmen, welches sich um die Lizensierung aller eingesetzter Programme bemüht und dafür sogar Personal eingestellt hatte, musste 300.000 Dollar an die BSA abführen.
Der Vorwurf: statt Unternehmen bei der Lizensierung ihrer Software zu helfen, versuche sich die BSA vor allem im schnellen Abkassieren via Prämienprogramm, und das ausgerechnet bei der Klientel, die den Großteil des Umsatzes sowohl der Softwarehersteller bringt als auch das meiste Geld an die BSA abführt: Die Mitgliedsbeiträge werden von der BSA nicht offen gelegt, Berichten zufolge stammten 2006 aber über 90% der 13 Millionen Dollar Beiträge von kleinen und mittleren Firmen.
Das Unternehmen Ernie Ball übte nach einer Begegnung der unangenehmeren Art mit der BSA entsprechend vernichtende Kritik nicht nur an der "Allianz" selbst, sondern auch an den Verbandsmitgliedern, die sich letzten Endes schröpfen lassen, so die wenig verklausulierte Diagnose:
"Ich kenne kein Geschäftsfeld, in dem man damit davonkommt, die eigenen Kunden von bewaffneten Sherrifs ausrauben zu lassen und anschließend weiter Geschäfte mit ihnen zu machen. Das liegt vielleicht an meiner Herkunft. Sie (die BSA) sollte von der RIAA lernen. Die ging zum Kongress, die zog vor Gericht, sie verklagte Großmütter, weil ihr Geschäftsmodell bedroht ist. Aber sie verliert an Boden. Meiner Ansicht nach muss man sich mit dem Geschäftsmodell verändern, man kann nicht einfach nur Gesetze fordern und klagen, um das bestehende Modell zu schützen."
Ernie Ball wurde ebenfalls von der BSA zu Schadensersatzzahlungen gezwungen und hat daraufhin das komplette Unternehmen auf Open Source umgestellt.
Unter den bekannteren BSA-Mitgliedern finden sich Namen wie Adobe, Apple, Autodesk, Avid, Borland, Cisco Systems, Dell, HP, IBM, Intel, McAfee, Microsoft, RSA Security, SAP oder Symantec.
News Redaktion am Mittwoch, 30.01.2008 15:49 Uhr
Die einzig richtige Antwort. Ich achte bei meinem Arbeitgeber auch darauf, soweit es möglich (und sinnvoll) ist Freeware oder gleich OpenSource zu verwenden. dem ist wohl nichts hinzuzufügen. erinnert mich an den russischen lehrer, der von windows auf linux umgestie ...
Ernie Ball wurde ebenfalls von der BSA zu Schadensersatzzahlungen gezwungen und hat daraufhin das komplette Unternehmen auf Open Source umgestellt. Die einzig richtige Antwort. Ich achte bei meinem Arbeitgeber auch darauf, soweit es möglich (und sinnvoll) ist Freeware oder gleich Ope ...
Die Business Software Alliance, kurz BSA, sorgt regelmäßig mit Kopfgeldern auf "Piraten" bzw. Prämien für Denunzianten für Erheiterung oder Ärger, je nach Standpunkt. 20 Jahre alt wird die Organisation 2008, die sich ganz dem Kampf gegen Softwarepiraterie verschrieben hat und dafür Lobbypo ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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