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MPAA lügt mit Statistik, USA will trotzdem Gesetz zum Campus-Filesharing

Dass im beliebten Spiel "Schadenssummen erfinden" gern zahlreiche Nullen mit selbigen um sich werfen, gehört zum Spiel - insofern ist es der MPAA kaum vorzuwerfen, dass sie eine Campus-Studie zum Kopierverhalten von Studierenden, nun, etwas kreativ gestaltete. Es kam heraus, die Blamage war groß, geschenkt. Dass dennoch ein Gesetz zur "Campus Digital Theft Prevention" verabschiedet wird, ist hingegen peinlich.

44 Prozent aller Schäden durch unerlaubtes Kopieren entstehen durch US-Studierende, so die Studie der MPAA. Nach einer näheren Analyse musste die Zahl auf 15 Prozent verringert werden, die EFF hinterfragte auch diese Zahl, um festzustellen, dass nur 20 Prozent der Studierenden auf dem Uni-Campus leben und das Campus-Netzwerk verwenden. Fazit: die Uni-Netze sind eben für 3% der Schäden verantwortlich, sollten diese tatsächlich existieren.

Wegen dieser drei Prozent soll nun trotzdem der "College Opportunity and Affordability Act" (COAA) verabschiedet werden, welcher den Universitäten vorschreibt, dass

"...Pläne entwickelt werden, wie legale Alternativen zum P2P-Tausch angeboten werden sowie technische Möglichkeiten zum Unterbinden illegalen Tauschs entwickelt werden können."

Zu Deutsch: wegen Tauschquoten, die weniger als ein Zehntel der von der MPAA zunächst behaupteten Menge ausmachen, sollen sich Universitäten mit Filtern, P2P-Blockern und zwangsweisen Campus-Abos für Napster und Co. herumschlagen - um angebliche 3% der Piraterieschäden einzudämmen. Kommen sie der Aufgabe nicht zufriedenstellend nach, droht Streichung der öffentlichen Mittel.

Eine letzte Hürde steht noch aus, nachdem nun das Parlament dem Entwurf zugestimmt hat: zwischen den Versionen, die jeweils Parlament bzw. Senat abgesegnet haben, existieren noch kleinere Unstimmigkeiten. Die EFF hofft, dass im Rahmen der Verhandlungen um die letzten Streitpunkte jemand die ganze Nebelkerzenaktion der Medienindustrie durchschaut und die Pläne im letzten Moment kippt. Denn dass eine Industrie ihr eigenes Geld verbrät, um sich weiter in eine Vergangenheit halluzinieren zu können, in der es kein Internet gab, mag dumm, aber legitim sein. Das Geld der Steuerzahler dafür zu verwenden, welches eigentlich für universitäre Bildung gedacht war, überschreitet hingegen doch dezent die Grenzen des guten Geschmacks.

News Redaktion am Dienstag, 12.02.2008 17:47 Uhr

tagsTags: eff filesharing p2p studie mpaa gesetz napster riaa universität filter usa statistik campus coaa

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11 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Tuttifrutti am 01.03.2008 20:43:25

    der "weiterlesen" Link ist kaputt. ...

  • am 01.03.2008 20:39:26

    ich versteh gar nicht, warum das hier alle so lustig finden. Das ist einfache eine BODENLOSE Frechheit(!), was die MPAA da abliefert. Eine Schweinerei sondergleichen, auch wenn es zugegebener maßen nicht verwundert. Dieser Verein gehört einfach zugeschissen!:mad: ...

  • popkiller am 13.02.2008 08:50:19

    Also ich find mann sollte der Forderung der MPAA unbedingt folgen.:) Also die Schäden von 3% auf 15% senken.:T Nicht auszudenken was denen durch die fehlende kostenlose Werbung (filesharing) an Umsatz durch die Lappen geht.:rolleyes: Als Sofortmaßnahme schlage ich eine Verdoppelung der Bandb ...

  • SquidBob am 12.02.2008 23:34:14

    naja, bedenke: UNI-Netzwerk = Standleitung = feste IP = kein Free-Load über R$ -->Premium-Account erforderlich --> kostet Geld --> Student hat kein Geld --> benutzt es nicht Portsperre = kein P2P möglich -->VPN kennen die meisten nicht --> wenn doch, ist langsam, kostet Geld --> Student hat kei ...

  • tachpostistda am 12.02.2008 23:18:47

    Das kostet kein Geld, das Rechenzentrum der UNI muss einfach nur die entsprechenden Ports sperren TOLL !!! na und was bringt dass ? naja hast es ja schon selber beantwortet... Zum Glück gibt es R$ und VPN-Tunnel :T :D ...

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