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USA stellt Gerichtsurteile seit 1950 unter CC-Lizenz ins Netz

Lästern über die USA mag oft amüsant bis angebracht sein: in Sachen Transparenz kann man vom "Land of the free" noch das eine oder andere lernen. 1,8 Millionen Seiten sollen kostenfrei der Öffentlichkeit verfügbar gemacht werden, der Inhalt: Urteile der Staatsgerichte seit 1950, jene des Supreme Courts gar seit 1754. Für die Lizenz wurde ein weiteres CC-Kürzel eingeführt: CC-0, was das vollständige fehlen eines Copyrights kennzeichnet.

Die gigantische Rechtsdatenbank wird gepflegt von Public.Resource.Org und der Fastcase, Inc., die Inhalte werden   kostenlos online verfügbar sein. Mit ersten Eindrücken soll noch vor Jahresmitte zu rechnen sein, kooperiert wird bei der Datenoffenlegung mit der EFF.

Bislang waren die Urteile größtenteils nur in Abonnement-Diensten für Juristen und angehende solche verfügbar, da die Gerichtsurteile in den USA Public Domain sind, wird nun der Inhalt der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Carl Malamud, CEO von Public.Resource.Org:

"Recht ist das Betriebssystem unserer Gesellschaft und das heutige Abkommen bedeutet, dass jeder den Quelltext eines substantiellen Teils der Rechtsprechung lesen kann, der bislang nicht verfügbar war."

Die Online-Datenbank soll durchsuchbar, zitierbar und verschlagwortet werden und darüber hinaus per Wiki ergänzt, erweitert und kommentiert werden können.

Damit bauen die USA ihr Transparenzprogramm weiter aus: mit dem "Freedom of Information Act", der staatliche Stellen zur Öffnung ihrer Archive nach einem bestimmten Zeitraum zwingt und Bürgern weitreichende Rechte zur Akteneinsicht verleiht, haben die Staaten bereits eine Informationspolitik, die in dieser Beziehung für andere Länder beispielhaft ist.

So wurden beispielsweise mehrfach durchaus kritische Dokumente des CIA in großem Umfang verfügbar gemacht. In Sachen Überwachungsstaat schenken sich USA und die EU-Staaten nach wie vor nichts - in Deutschland und der EU fehlt hingegen ein gutes Stück Transparenz, welches wohl nicht zum Abbau des Überwachungsstaats, aber immerhin für ein kleines Stück mehr Ausgewogenheit zwischen der Kontrolle der Bürger durch den Staat und der Kontrolle des Staats durch die Bürger dienen könnte. Es bleibt zu hoffen, dass zur Abwechslung auch mal wieder Vernunft über den Atlantik schwappt.

News Redaktion am Donnerstag, 14.02.2008 15:09 Uhr

tagsTags: gericht creative commons public domain datenbank usa cia transparenz urteil

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7 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • am 05.03.2008 19:16:46

    bin ich der einzige der das offenlegen von gerichtsdaten als gefährlich empfindet? werden dort namen geschwärtzt? ich denke nein. folglich lässt sich nach dem crawlen von daten und archivieren in wikiform wunderbar nach person xy suchen und deren "anklagen" etc anschauen.... was soll das bitte?:e ...

  • Korrupt am 15.02.2008 09:06:36

    Badlock, die Unterschiede im Rechtssystem sind mir durchaus bekannt. Ich mag dir dennoch widersprechen, im allgemeinen wie auch im Besonderen. Zum einen: Wenn man schwarzweiss malt, kann man natuerlich sagen "In .de koennen wir gratis Gesetzestexte einsehen und in den USA gratis Gerichtsurteile" un ...

  • p-h-x am 15.02.2008 04:23:56

    Die USA besitzen ein ganz anderes Rechtssystem (siehe Wikipedia - Präzedenzfall).In den USA herrscht das sog. Common Law und in Deutschland das sog. Civil Law, nur so als Anmerkung. :p Da kann man eigentlich nur applaudieren. Was ich allerdings irgendwie ironisch finde, das ...

  • Badlock am 14.02.2008 21:38:59

    Die USA besitzen ein ganz anderes Rechtssystem (siehe Wikipedia - Präzedenzfall). Es ist in Deutschland nicht nötig alle Urteile einzusehen. Der Autor sollte die Grundlagen etwas besser recherchieren, bevor er sich brüskiert. ...

  • titus_shg am 14.02.2008 21:37:36

    Gleiches gilt ja auch für Gesetze. Die erscheinen im Bundesanzeiger und der kostet Geld. Alle deutschen Gesetze und Verordnungen findest Du gratis als PDF-Dateien hier. MfG Andy ...

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