
Ziel der Initiative sind massiv zensierende Staaten wie China. Die "Große Chinesische Firewall" soll nach der Ansicht von Maaten als "internationale Handelsbarriere" betrachtet werden. Netzzensur könnte dann eine der Kriterien sein, von denen das Scheitern oder Zustandekommen von Handelsabkommen oder Handelssanktionen abhängig ist. Weigert sich China, die "Ports" der "Chinesischen Firewall" zu öffnen, um seinen Bürgern weiter relevante Informationsangebote aus dem Ausland vorzuenthalten, könnte das die EU als andelshemmnis sanktionieren.
Das Credo vom freien Fluss der Güter und des Kapitals könnte so zu einem offeneren, zensurfreieren Netz beitragen - China dürften Androhungen von Handelssanktionen mehr Sorgen bereiten als die gelegentlich aufgegriffene Kritik an der Menschenrechtslage, die immer mal wieder von westlichen Staatsoberhäuptern aufgegriffen wird.
Ob der Zweck die Mittel heiligt? An sich sollte man sich einen Staat wünschen, der keine Netzzensur ausübt, weil seine Bürger eben ein Recht zur freien Rede und zur freien Information aus den allgemein zugänglichen Quellen hat - und nicht, weil eine neoliberale Marktlogik Information als Ware betrachtet, die nach eben dieser Logik freiestmöglich zu zirkulieren hat.
Womit die EU-Pläne - auch wenn sie zur Durchsetzung eines freiheitlicheren Internet sind - eine Bankrotterklärung an die Menschenrechte darstellen. Was mit verbrieften Grundrechten der Bürger nicht durchsetzbar war, konnte mittels Marktliberalisierung und Anwendung ökonomischer Dogmen realisiert werden. Die Botschaft, auch an China: Grund- und Menschenrechte sind das Papier nicht wert, auf das sie geschrieben sind - durchsetzen kann man sie allenfalls, wenn es im ökonomischen Interesse liegt.
News Redaktion am Donnerstag, 28.02.2008 14:55 Uhr
Das schoene Maerchen, dass Handelsbeziehungen zwischen Staaten die Kriegfuehrung verhindern, ist auch schon seit einiger Zeit ad Acta gelegt worden. Leider wahr, denn es ist natürlich kein Garant für eine friedliche Beziehung. Was China selbst betrifft, glaube ich leider, d ...
An sich sollte man sich einen Staat wünschen, der keine Netzzensur ausübt, weil seine Bürger eben ein Recht zur freien Rede und zur freien Information aus den allgemein zugänglichen Quellen hat - und nicht, weil eine neoliberale Marktlogik Information als Ware betrachtet, die nach eben di ...
Oh, das ist allzu neutral ja auch nicht :) Das schoene Maerchen, dass Handelsbeziehungen zwischen Staaten die Kriegfuehrung verhindern, ist auch schon seit einiger Zeit ad Acta gelegt worden. Aber das ist ja gar nicht der Punkt, ich red auch gern ueber Freihandel und Protektionismus, wenn es denn um ...
Mir gefällt der Unterton gar nicht. Freie Rede ist ebenso eine Ableitung aus den Grundrechten der Menschen wie Freihandel - der bei weitem nicht "neoliberaler Marktlogik" entsprang. Das kann ich aus meinem politischen Engagement sagen. Hört auf ihr Linken, ihr kämpft gegen einen Strohmann. ...
1. @ Gulli:News Wie mein Vor"redner" war ich - zum ersten Mal überhaupt - auch entsetzt über die Intonierung einer News. Rein (sozial-)geschichtlich gesehen --- nachzulesen in kluger Soziologie-&Wirtschaftsliteratur --- : Der Markt hat nach dem zweiten Weltkrieg für Frieden gesorgt! U ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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