Der unabhängige IT- und Tech-Kanal!
internet.board.entertainment.games.hardware

Deep Packet Inspection: 90% der ISPs diskriminieren User

Ein kanadischer Hersteller von Hardware für Deep Packet Inspection (DPI) hat bekanntgegeben, 90% seiner Kunden würden mit der Technik diskriminierend in den Datenverkehr eingreifen.

Sandvine beliefert weltweit 160 ISPs in über 70 Ländern. 90% davon nutzten die DPI-Technologie, um Verbindungsgeschwindigkeiten je nach Anwendung anzupassen, vermutet der Hersteller. Mittels DPI lassen sich beispielsweise P2P-Anwendungen erkennen und verlangsamen, die den Providern aufgrund des hohen Traffic-Aufkommens ein Dorn im Auge sind. Effektiv handelt es sich dabei um eine abgeschwächte Form von Zensur, denn der Zugang zu missliebigen Inhalten wird durch die Provider teilweise erheblich erschwert.

Die von Sandvine belieferten ISPs seien für 20% der weltweiten Breitband-Anschlüsse verantwortlich, meint das Unternehmen. Wenn tatsächlich 90% dieser Anbieter diskriminierend in die Internetnutzung ihrer Kunden eingreifen, dann betrifft das 18% der Menschen, die mit Breitband-Technologie ins Netz gehen. Und Sandvine ist nicht der einzige Hersteller von Hardware für Deep Packet Inspection, die Zahl der Betroffenen dürfte also noch weit höher sein.

Sandvine gab die Zahlen selbst bekannt, um der Einführungen von Regeln entgegenzuwirken, die in Kanada Netzneutralität vorschreiben würden. Das Argument des Herstellers ist einfach: Es werde bereits überall auf der Welt diskriminiert. Ein Verbot von solchen Eingriffen stelle damit einen Wettbewerbsnachteil für kanadische ISPs dar.

Zudem müsse die Innovativität der Provider gewahrt werden. Niemand habe absehen können, welche Ansprüche P2P-Technologie an die Netze stelle. Genauso sei es für die ISPs unmöglich vorherzusehen, wie sich neue Angebote wie hochqualitatives Internet-TV entwickelten. "Experimente werden nötig sein", meint Sandvine. Die DPI-Technologie solle den Providern kurzfristig dabei helfen, Schwierigkeiten zu überbrücken.

Datenschützer warnen dagegen vor dem Einsatz von Deep Packet Inspection. Die Technologie sei geeignet, eine schlagkräftige Zensur einzuführen, da sich mit ihr Datenpakete auf ihren Inhalt untersuchen lassen. Auf diese Weise können beispielsweise Angebote von Konkurrenten ausgefiltert werden. Aber auch gegen BitTorrent-Nutzer wird gerne diskriminiert. Der amerikanische ISP Comcast, der wegen der Drosselung von Filesharing-Angeboten verurteilt wurde, benutzte dafür Technik von Sandvine. (Simon Columbus)

via Ars Technica, thx!

News Redaktion am Dienstag, 04.08.2009 15:02 Uhr

tagsTags: canada comcast deep packet inspection dpi sandvine zensur

Bookmark and Share
 
Weitere interessante News
20 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • PeterGW am 05.08.2009 14:43:20

    Find ich lächerlich. Wenn ein ISP eine Verbindung mit einer Geschwindigkeit von XX anbietet, dann sollte es doch egal sein womit diese GEschwindkeit ausgenutzt wird. Welchen Nutzen hätte denn eine 16.000er Leitung, wenn ich diese nur zum Betrachten normaler Internetseiten nutze o.0. ...

  • forgiveme am 05.08.2009 13:39:15

    BTW hilft auch das Verschlüsseln bei Bittorrent bei manchen ISP nicht mehr, z.B UPC erkennt auch das und drosselt weiter. ...

  • ottaku am 05.08.2009 13:25:17

    Find ich lächerlich. Wenn ein ISP eine Verbindung mit einer Geschwindigkeit von XX anbietet, dann sollte es doch egal sein womit diese GEschwindkeit ausgenutzt wird. Welchen Nutzen hätte denn eine 16.000er Leitung, wenn ich diese nur zum Betrachten normaler Internetseiten nutze o.0. Und naja, 1&1 ...

  • PeterGW am 05.08.2009 09:06:06

    SPAMMER :mad: Aber immerhin schonmal cleverer als die üblichen Idioten, die sowas machen. Und nein ich hab nich drauf geklickt. Sorry aber du schreist spammer - zitierst alles mit link - der beitrag ist gelöscht aber dank dir ist noch alles da. ... tja ... vorher nachdenk ...

weitere Kommentare lesen     Nachricht kommentieren

 
Fotostrecke
News [Kurioses]

Apple filterte den Begriff "Jailbreak" im iTunes Store

Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr

befreit: ipad 3 & iphone 4s

Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.

mehr mehr lesen...

Browsergames
Gondal World

TOPTIPP: Gondal World

Kämpfe als Held in diesem einzigartigen Fantasy Game. Viele Gefahren und Abenteuer erwarten dich! Escaria spielen

Escaria

Escaria

Erschaffe deine eigene Insel und erobere die Welt. Krieg oder Wachstum - deine Strategie entscheidet! Escaria spielen

Artyria

Artyria

Werde Gladiator und kämpfe im antiken Zeitalter um Ruhm und Ehre. Gehe Bündnisse mit anderen Spielern ein und kämpft gemeinsam gegen die schrecklichen Barbaren. Artyria spielen

Gondal

Gondal

Ziehe als einsamer Waldläufer oder an der Seite von Kampfgefährten in einem Fantasy-Spiel von Abenteuer zu Abenteuer. Gondal spielen

Last Emperor

Last Emperor

Tritt gegen legendären Samurai aus Japan des 19. Jahrhundert an und werde der gefürchtetste aller Samurai. Last Emperor spielen

Nightcreeps

Nightcreeps

Tritt in eine epische Schlacht zwischen Werwölfen und Vampiren, in der nur die Stärksten überleben werden, ein. Nightcreeps spielen

gulli:picsArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli RSS NewsPresso Feedsgulli:Newslettergulli twittertgulli bei facebookgulli:news im AppStoreSeitenanfang