
Rund fünf Euro pro Nutzer und Monat eines Breitbandzuganges sollen erhoben werden. Die Zwangssteuer soll dann auf alle Verleger, Songschreiber, Musiklabel und Künstler verteilt werden. Dabei sollen die Interpreten abhängig von ihrer Popularität in den Tauschbörsen entschädigt werden. Die Vertreter der Plattenlabel scheinen sich mit diesem Vorschlag anzufreunden, die Sprecher der Internetprovider sind weniger erfreut über die Ankündigung.
Erstmals war es zu einer vergleichbaren Steuer in Frankreich im Jahr 1851 gekommen. Die Komponisten sollten damals für entgangene Gelder entschädigt werden, die durch das unautorisierte Spielen von kommerziellen Liedern in Cafés und auf öffentlichen Plätzen entstanden sind. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) schlug diesen Schritt erstmals in den USA im Jahr 2004 vor. Die Recording Industry Association of America (RIAA) wollte sich noch vor vier Jahren nicht auf solche Schritte einigen. Heute, vier Jahre später, stellen sich die Verhältnisse ganz anders dar. Weder die Einführung des vielfach gelobten DRM noch die rund 20.000 Abmahnungen alleine in den USA konnten die Verkaufszahlen der Schallplatten und CDs positiv beeinflussen. Eine solche Lösung wäre indes sehr bequem für die Musikindustrie. Einerseits werden so auch Personen zur Kasse gebeten, die kein Filesharing betreiben. Andererseits muss man sich so keine Gedanken mehr darüber machen, wie man die Vermarktungsstrategien effektiver gestalten könnte. IFPI-Chef John Kennedy sagte auf der Musikmesse MIDEM letztes Jahr: "Das ist ein Modell, über das es sich lohnt nachzudenken". Bereits auf der MIDEM in Frankreich dieses Jahr war ein härterer Tonfall angesagt. U2-Manager Paul McGuinness gab bekannt, dass es seiner Meinung nach Zeit wäre, die Internetprovider für die Filesharing-Schwämme verantwortlich zu machen. Er schlug vor, den bösen Raubmordkopierern das Netz zu sperren. "Wenn die Provider nicht freiwillig mitmachen, wird man sie juristisch dazu zwingen müssen", so der langjährige U2-Manager McGuinness weiter.
Der populäre Blogger Michael Geist hat diese Idee bereits im Februar über den Haufen geworfen. Warum sollen völlig Unbeteiligte die Industrie finanzieren? Ist jeder Teilnehmer des Internet automatisch ein Filesharer - darf er einfach dazu gemacht werden? Geist regte an, er würde jetzt schon viele staatliche Einrichtungen bezahlen, die er oder seine Familie nie von innen sehen werden. Zudem könnten zahlreiche andere Unternehmen, die sich in irgendeiner Form benachteiligt fühlen, ebenfalls auf die Idee kommen eine Zwangssteuer zu verlangen. Wenn sich Plattenlabels ihre Einkünfte sichern dürfen, warum nicht auch andere Firmen?
News Redaktion am Freitag, 14.03.2008 13:17 Uhr
Hoffentlich ist die Musikindustrie bald pleite. Das sind die waren Verbrecher und das der Staat diese unterstützt (Kopierabgaben) ist die Höhe. Diese "legale" Musikflatrate wird es solange diese existiert niemals geben können... ...
Genau so isses. Und die Zahlung einer Kulturflatrate für alle, auch wenn die gar keine Musik laden wollen, ist irgendwie auch wieder so eine Zwangsgebühr. Das sollte man sich aussuchen dürfen und dann müsste das Musikladen auch legal werden. ...
Wieder eine neue Steuer und es wird trotzdem nicht legal werden. Man zahlt ja schon Urheberrechtsabgaben auf Rohling, Drucker, Scanner, Brenner und was weiß ich noch. Und trotzdem bist du ein Verbrecher wenn du eine Kopie machst die einen Kopierschutz hat bzw es aus dem Netz ziehst. Der Konsumen ...
ich glaube, wenn für so eine kulturflatrate auf freiwilliger basis würden sich sehr vile anmelden und dafür auch gut bezahlen, wenn sie dann legal laden könnten Vorteile: -> mann kann schneller musik laden (meistens) -> größeres angebot -> die künstler verdienen mehr -> musik bekommen ...
Das ist doch ne Idee, ich publiziere ein kleines Stück Musik, sei es noch so grottig, suche mir einen Low-Budget-Verleger, und kassiere dann schön die Steuer ab :) Amerika fuck yeah! :T ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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