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Schweden: ISPs sollen die Identität von Filesharern offenbaren

Die schwedische Justizministerin Beatrice Ask und die Ministerin für Kulturfragen Lena Adelsohn Liljeroth haben sich kürzlich in einem gemeinsamen Papier dafür ausgesprochen, dass im Fall von Urheberrechtsverletzungen die Internetprovider des Landes die Daten der Filesharer preisgeben sollen. "Wir müssen uns für die Musiker, Autoren, Filmemacher und andere Rechteinhaber erheben, damit sie ein Anrecht auf ihr eigenes Material erhalten", so die beiden Politikerinnen in ihrer Erklärung, die kürzlich in der Tageszeitung "Svenska Dagbladet daily" veröffentlicht wurde.

Die Preisgabe der Identität soll so eine entsprechende Bestrafung der Filesharer vor Gericht ermöglichen. Bislang war es den Ermittlungsbehörden unmöglich die schwedischen Internetprovider dazu zu zwingen, aufgrund der gesammelten IP-Adressen die entsprechenden Namen und Adressen der Filesharer offenzulegen. Im Verlauf des Frühjahrs will man den Vorschlag in die Realität umsetzen. Die schwedische Piratenpartei, die in der Wahl vor zwei Jahren 0,6 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte, bezeichnete den Vorstoß der Politikerinnen als eine "erzwungene und erpresserische Aktion", die lediglich tief in das Recht auf Privatsphäre eindringen soll.

Beobachter sehen die Statements der Politikerinnen als Reaktion auf die Flut von Klagen gegen den populären BitTorrent-Tracker "The Pirate Bay". Noch immer ist dabei unklar, ob im vorliegenden Fall irgendwelche Gesetze Schwedens verletzt werden. Seltsamerweise wird diese Ankündigung zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, wo die EU entschieden hat, die IP-Adressen der Internetnutzer als rein private Daten zu werten. Zahlreiche andere Staaten in Europa haben veranlasst, dass die Internetanbieter die Daten ihrer Kunden nicht preisgeben sollen, nur um die Musik- oder Filmindustrie zu stützen. Sie stellen den Schutz der Privatsphäre ihrer Bürgerinnen und Bürger in den Vordergrund. Sind die Politiker Schwedens es vielleicht mittlerweile leid, dass ihr Land in der Öffentlichkeit als sicherer Hafen für Onlinepiraten dargestellt wird? Es könnte durchaus sein, dass sich die langfristige Lobbyarbeit der Industrie langsam aber sicher beginnt, auszuzahlen.

(Via Techdirt & AP)

News Redaktion am Sonntag, 16.03.2008 12:13 Uhr

tagsTags: filesharing p2p schweden tpb zeitung the pirate bay beatrice ask lena adelsohn liljeroth europäische union svenska daglabet daily

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21 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • AOM am 17.03.2008 16:13:57

    Es wäre sowieso mal interessant, zu erfahren, wieviel Prozent des "Schadens"-Ersatzes eines abgemahnten Albums direkt an den Künstler geht. Dazu ist folgende Lektüre sehr lesenswert ;) http://www.gulli.com/news/musiker-riaa-wo-bleibt-unser-2008-02-29 [ ...

  • Destiny666 am 16.03.2008 22:32:12

    Und wieder wird wegen Geld versäumt, Kinderschänder, Vergewaltiger, Mörder etc. zu verfolgen, wegen ein paar gesaugter Musikstücke. Großartig!!! Oh man, diese schwedische Tussie könnte glatt nach Deutschland kommen und unseren Rolli beraten. ...

  • titus_shg am 16.03.2008 22:08:22

    ja aber nur weil bushido halt auf eigene suche geht und er 400 verlang, 200 er , 200 anwalt, das anderer geht ja über pro media Hmm...... das klingt ja fast noch "genügsam" ..... :D (In Relation zum Rest der Abmahn-Industrie). Gilt das für Uploader? Oder in welchen ...

  • Godlike-Project am 16.03.2008 20:15:15

    Bei der Bushido-Geschichte meine ich gelesen zu haben, dass die 50:50 machen. Also ist es auch für den Künstler rentabel. ja aber nur weil bushido halt auf eigene suche geht und er 400 verlang, 200 er , 200 anwalt, das anderer geht ja über pro media ...

  • m0st am 16.03.2008 19:13:25

    Es wäre sowieso mal interessant, zu erfahren, wieviel Prozent des "Schadens"-Ersatzes eines abgemahnten Albums direkt an den Künstler geht. Wahrscheinlich höchstens 5 Prozent..... wenn überhaupt. :mad: Bei der Bushido-Geschichte meine ich gelesen zu haben, dass di ...

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