Der unabhängige IT- und Tech-Kanal!
internet.board.entertainment.games.hardware

Wahlcomputer in Ohio zum Tatort eines Verbrechens erklärt

Offizieller Tatort sind inzwischen die Wahlcomputer im US-Bundesstaat Ohio. 15 Geräte hatten 2006 in einer Wahl seltsame Ergebnisse sowie verschiedene Wahlmöglichkeiten angeboten. Die Geräte wurden nun zum "Tatort" erklärt und werden untersucht. Tests der Maschinen wurden nur unzureichend durchgeführt, Spendenschecks von Wahlmaschinenherstellern werfen ebenso ein etwas seltsames Licht auf die Wahlprozeduren im Wackelstaat Ohio.

2006 wurden auf einzelnen Maschinen des Herstellers Election Systems and Software ein Kandidat aufgelistet, der auf anderen als "von der Wahl zurückgetreten" geführt wurde. Der Demokrat Jay Perez hatte seine Kandidatur zurückgezogen, um einem Konkurrenten der Demokraten keine Stimmen wegzunehmen, die letztendlich dem republikanischen Gegenkandidaten zum Sieg verhelfen könnten. Auf manchen Maschinen von ESS wurde Perez' Name gelistet, auf anderen nicht.

Weiter stellte sich heraus, dass die "leicht hackbaren" Maschinen von Wahlprüfern in der Nacht vor der Wahl zu Hause aufbewahrt wurden, Tests der Geräte wurden nicht flächendeckend, sondern nur auf einzelnen, zufällig ausgewählten Maschinen durchgeführt. Darüber hinaus wurden Logdienste auf den ESS-Geräten deaktiviert, die nachträglich das Auffinden von Softwaremanipulationen ermöglicht hätten. Natürlich nur, um die Geräte zu beschleunigen.

Einer der Wahlvorstände in Ohio wurde darüber hinaus vor der Wahl 2008 seines Amtes enthoben, nachdem sich herausstellte, dass er am Tag der Ausschreibung des Auftrags für die Ohio-Wahlmaschinen einen Scheck über zehntausend Dollar von einem Wahlmaschinenhersteller angenommen hatte. Gedacht war das Geld als Wahlkampfspende für die Republikanische Partei.

Die "Provinzposse" ist keine - Ohio als den einen Bundesstaat unter vielen abzutun, in dem Wahlmaschinen auf denkbar unprofessionelle und unsichere Weise eingesetzt wurden, funktioniert nicht. Die Wahl von Präsident Bush 2004 wurde unter anderem in Ohio entschieden, wo die Nachzählung der abgegebenen Stimmen seinerzeit unter merkwürdigen Umständen gestoppt wurde.

Immerhin: Ohio kümmert sich inzwischen um die Sicherheit der Wahlen. Die Stimmabgabe auf Papier wird wieder ernsthaft diskutiert, nachdem Staatssektretärin Jennifer Brunner die in Ohio eingesetzten Geräte näher untersuchen ließ. Ihr Fazit: Alles schlimmer als gedacht. Die Prüfung von Geräten der Hersteller Elections Systems and Software, Premier Election Solutions (früher: Diebold) und Hart InterCivic ergab, dass alle eingesetzten Wahlmaschinen manipulierbar sind.

News Redaktion am Mittwoch, 19.03.2008 11:43 Uhr

tagsTags: hacking spende usa ohio wahlcomputer diebold nedap wahlmanipulation ess wahlspenden bestechung

Bookmark and Share
 
Weitere interessante News
2 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Hirnblaehung am 19.03.2008 16:39:09

    Is doch immer so .... die Firmen Bestechen damit sie die Geräte auf den markt bringen damit die Steuer gelder in ihre kassen gehen... Findet sich ein Polotiker der nicht bestochen wurde fängt er an zu denken und findet die dinger sind scheisse ...wo er ja mal garnicht so unrecht hatt ....:D Naj ...

  • AOM am 19.03.2008 13:38:24

    Die Stimmabgabe auf Papier wird wieder ernsthaft diskutiert, nachdem Staatssektretärin Jennifer Brunner die in Ohio eingesetzten Geräte näher untersuchen ließ. Ihr Fazit: Alles schlimmer als gedacht. Na so was aber auch. Da hätte man auch nicht früher drauf kommen kà ...

  • gullinews am 19.03.2008 11:43:58

    Offizieller Tatort sind inzwischen die Wahlcomputer im US-Bundesstaat Ohio. 15 Geräte hatten 2006 in einer Wahl seltsame Ergebnisse sowie verschiedene Wahlmöglichkeiten angeboten. Die Geräte wurden nun zum "Tatort" erklärt und werden untersucht. Tests der Maschinen wurden nur unzureichend dur ...

weitere Kommentare lesen     Nachricht kommentieren

 
News [Interviews]

ACTA: Viel Geschrei um nichts? Jurist Jens Ferner im Interview

Lars Sobiraj am 04.02.2012, 11:32 Uhr

ACTA: die Kabel rausziehen?

Während Die Linke zur Teilnahme an einem europaweiten Aktionstag gegen ACTA aufruft und Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger die Kritik am internationalen Handelsabkommen zurückweist, führte der Jurist Jens Ferner eine ausführliche Analyse jedes einzelnen Artikels durch. Wir fragten ihn, wie gefährlich ACTA tatsächlich ist. In welchem Rahmen bedroht dieses Abkommen unser aller Freiheit?

mehr mehr lesen...

News [Kurioses]

Überwachung mal anders: Polizist in Zivil jagte sich 20 Minuten selbst

Lars Sobiraj am 09.02.2012, 11:40 Uhr

Überwachungskameras

In der südenglischen Grafschaft Sussex ereignete sich letzten Monat ein Fauxpas der besonderen Art. Statt einen Einbrecher zu fassen, jagte ein Polizist mit Hilfe von Kameras für etwa 20 Minuten sich selbst. Sein Kollege an den Monitoren hatte ihn nicht erkannt und fand sein Verhalten sehr auffällig. Der beobachtete Mann habe auf heißen Kohlen gesessen, weswegen er dringend tatverdächtig sei.

mehr mehr lesen...

Browsergames
Gondal World

TOPTIPP: Gondal World

Kämpfe als Held in diesem einzigartigen Fantasy Game. Viele Gefahren und Abenteuer erwarten dich! Escaria spielen

Escaria

Escaria

Erschaffe deine eigene Insel und erobere die Welt. Krieg oder Wachstum - deine Strategie entscheidet! Escaria spielen

Artyria

Artyria

Werde Gladiator und kämpfe im antiken Zeitalter um Ruhm und Ehre. Gehe Bündnisse mit anderen Spielern ein und kämpft gemeinsam gegen die schrecklichen Barbaren. Artyria spielen

Gondal

Gondal

Ziehe als einsamer Waldläufer oder an der Seite von Kampfgefährten in einem Fantasy-Spiel von Abenteuer zu Abenteuer. Gondal spielen

Last Emperor

Last Emperor

Tritt gegen legendären Samurai aus Japan des 19. Jahrhundert an und werde der gefürchtetste aller Samurai. Last Emperor spielen

Nightcreeps

Nightcreeps

Tritt in eine epische Schlacht zwischen Werwölfen und Vampiren, in der nur die Stärksten überleben werden, ein. Nightcreeps spielen

gulli:picsArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli RSS NewsPresso Feedsgulli:Newslettergulli twittertgulli bei facebookidenticagulli:news im AppStoreSeitenanfang

© 1998-2012 InQnet GmbH