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Internetsucht in China: 16-Jähriger zu Tode geprügelt

In einem "Camp gegen Internetsucht" wurde ein 16-Jähriger von drei Ausbildern zu Tode geprügelt. Vorher hieß es, dass in dem Lager keinerlei körperliche Züchtigung stattfinden würde.

"Internetsucht" ist, wie wir wissen, ein Thema in China. Allerlei unterschiedliche Behandlungsmethoden lassen sich dort selbst ernannte "Experten" gegen dieses grassierende Problem einfallen. Dabei sollen auch Stromstöße und klinische Aufenthalte eine erfolgsversprechende Quote gegen die "Internetsucht" bieten. Auch Ausbildungslager für Jugendliche scheinen Teil dieser Strategie zu sein. Der 16-jährige Chinese Deng Senshan wurde nun in einem dieser Lager von drei Ausbildern mit Todesfolge geschlagen, offenbar weil er bei einer Laufübung zu langsam war.

Die Familie hat einen Schadenersatz in Höhe von 7.000 Yuan, umgerechnet 720 Euro, erhalten. Zu dem Tod kommentierte sein Vater: "Mein Sohn war sehr gesund und auch kein Krimineller. Er hatte lediglich eine Internetsucht, als ich ihn in das Camp brachte. (...) Die Lehrer haben uns versichert, dass sie keinerlei physische Bestrafungen an unserem Sohn anwenden würden, als wir ihn da ließen. Wir planen, morgen vor der Stadtregierung zu protestieren. Wenn sie uns keine Gerechtigkeit geben, so werden wir das Camp damit konfrontieren."

Das Wall Street Journal berichtet darüber, dass der Vorfall zu einer hohen Aufmerksamkeit in der chinesischen Netzbevölkerung führte. Viele Netznutzer sollen sich abfällig über "Internetsucht" und den mutmaßlichen Behandlungen dagegen geäußert haben. "Internetsucht? Das ist ein Begriff, der von sogenannten Experten erfunden wurde. Wie konnten die Eltern ihnen nur glauben?" oder "Sowas sollte Sache der Eltern sein. Warum übertreiben sie das Hobby der Kinder und verwandeln es eine Sucht oder ein Problem?", hieß es in einigen Kommentaren zu dem Vorfall. Ein anderer schrieb: "Ich bin mir sicher, nur in China gibt es diesen Begriff: Internetsucht. Warum können die Leute neue Ideen nicht akzeptieren und neuen Dingen mit einem offenen Geist begegnen?" (020200) (via Game Politics, thx!)

News Redaktion am Mittwoch, 05.08.2009 00:07 Uhr

tagsTags: china misshandlung todesfolge internetzensur

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67 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • eliveo am 09.08.2009 23:06:24

    Zum Glück sind wir bei der Suchtbehandlung meilenweit davon entfernt, was die Chinesen machen. ...

  • Italia_90 am 09.08.2009 20:38:48

    Vorher hieß es, dass in dem Lager keinerlei körperliche Züchtigung stattfinden würde. Was solche Versprechen in einem Kommunistischem Land Wert sind, hatte man doch schon vor Jahrzehnten gesehen. "Keiner hat die Absicht, eine Mauer zu errichten..." Also einen totprügeln, das geh ...

  • HardLife am 09.08.2009 18:53:45

    Na klasse, aber kann mir auch nicht vorstellen das denen viel passieren wird! Wird doch eh so gut wie alles von den Oberhäuptern gesteuert und glaub auch das die zu 90% Sicherheit bei der Regierung angestellt sind! Aber die Tatsache wegen ner Internetsucht totgeschlagen zu werden is schon etwas ha ...

  • heinerk am 08.08.2009 12:31:11

    also durchschnittslohn hin oder her jungs ich bitte euch 750 euro? das ist nichts nichts mich interessiert nicht der durchschnittslohn wenn die regierung stinkreich ist...vlt sogar die reichste so wie sich amerika gerade verschuldet :D...naja wenn man ein familienmitglied auf so unnötige weiße ver ...

  • Pulp82 am 06.08.2009 23:30:05

    Könnte ich bitte die Adresse von den Ausbildern bekommen?:mad: Danke,liebes Gulliboard... ...

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