
Gegen TorrentSpy hatte insbesondere der Verband der US-Filmindustrie MPAA Druck gemacht. Warum ausgerechnet eine Suchmaschine derart gerichtlich verfolgt wurde, ist nach wie vor schwer verständlich. Während schon ein Torrent-Tracker kein urheberrechtlich geschütztes Material selbst hostet, gilt das noch weniger für eine Suchmaschine, die allenfalls in ihren Suchergebnissen auf Tracker verlinkt. nsofern ist das Aufgeben TorrentSpys ein beängstigendes Signal.
Die Forderungen, die an TorrentSpy gestellt wurden, waren technisch wie auch rechtlich mehr als hanebüchen: RAM-Speicher eines Servers wurde von einem Gericht als Speichermedium betrachtet, dessen Inhalte logbar seien und geloggt werden müssen, wenn dies gerichtlich angeordnet wird. TorrentSpy reagierte mit der Aussperrung aller US-amerikanischer Besucher, um der Logpflicht nicht nachkommen zu müssen - ein ohnehin unmögliches Unterfangen, denn wie soll der Zustand des RAM auf sinnvolle Weise gespeichert werden?
Die Aussperrung der US-Nutzer war der MPAA aber auch nicht recht: Beschwerde wurde eingelegt, und es gehört nicht viel böser Wille zur Vermutung, dass die MPAA nicht das Ziel hatte, US-Bürger an der Nutzung von Torrenttrackern zu hindern, sondern diese explizit zuzulassen, um anschließend klagen zu können.
Letzten Endes ging es darum, die Datenschutzrichtlinien von TorrentSpy nach Möglichkeit auszuhebeln - man wollte Userdaten, und zu diesem Zweck wurde die gerichtliche Farce dann auch weiter ausgefochten. Bis jetzt - denn nun ist die Torrent-Suchmaschine vom Netz.
Damit endet eine Rechtsposse, die praktisch alles bietet, was die Verwertergesellschaften an schmutzigen Tricks vorweisen können. An interne Daten von Torrentspy kam die MPAA über einen angeworbenen Spitzel, der Informationen über Einnahmen und Umsätze, private Mails der Beschäftigten, Serverdaten, Daten zu Werbepartnern sowie Rechnungen an die MPAA lieferte. Gegenleistung: Straffreiheit. Später folgte die Loggingpflicht für Torrentspy, die eklatant gegen die Datenschutzrichtlinien der SIte verstoßen hätte. Bereits die Anordnung einer solchen Pflicht für eine reine Suchmaschine wurde als katastrophales Präzedenzurteil gewertet: Mit der Verpflichtung, Suchanfragen und Useraktionen zu loggen, kann prinzipiell auch jede beliebige andere Suchmaschine belegt werden: nach TorrentSpy-Vorbild per simplem Zivilverfahren.
Abgesehen vom Close der Site und der weiteren Verschärfung der rechtlichen Situation hat das Vorgehen gegen Torrentspy nebenbei praktisch nichts gebracht. Torrents zu finden ist nach wie vor eine der leichtesten Übungen im Netz. Und wie immer schlug auch hier das Hydra-Prinzip zu, lange bevor TorrentSpy offline ging: schließt man eine Site, wachsen mehrere andere nach.
News Redaktion am Freitag, 28.03.2008 11:13 Uhr
Ja natürlich. Schlimmer gehts halt immer. ...
...Das wirklich traurige an dieser nachricht ist nicht das verschwinden einer torrentpage. Das hatten wir schon öfter. Man gewöhnt sich dran. Das wirklich schlimme daran ist, dass sie aufgegeben haben. ... Finde ich nicht, mir ist es viel lieber wenn sie die Site schl ...
(Gott ist tot.) Das wirklich traurige an dieser nachricht ist nicht das verschwinden einer torrentpage. Das hatten wir schon öfter. Man gewöhnt sich dran. Das wirklich schlimme daran ist, dass sie aufgegeben haben. Die MPAA wird sich genüsslich die eier kraulen und das nun als druckmittel für ...
ich muss schon sagen;ziemlich harter tobak.vernünftig das die hp von sich aus letzten endes runtergenommen haben im bezug auf die usersicherheit. aber meine fresse,spitzel ham se auch eingeschleust,...das nimmt zurzeit übelste ausmaße an. gott steh uns bei!.. ...
Nicht wegen gerichtlicher Anordnung, sondern auf eigene Entscheidung hat das TorrentSpy-Team den Stecker gezogen. Eine der größten Torrent-Suchmaschinen weltweit stellt damit den Betrieb ein. Der Grund: der Schutz der User könne im zunehmend feindlichen Rechtsumfeld nicht mehr gewährleistet w ...
Lars Sobiraj am 04.02.2012, 11:32 Uhr
Während Die Linke zur Teilnahme an einem europaweiten Aktionstag gegen ACTA aufruft und Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger die Kritik am internationalen Handelsabkommen zurückweist, führte der Jurist Jens Ferner eine ausführliche Analyse jedes einzelnen Artikels durch. Wir fragten ihn, wie gefährlich ACTA tatsächlich ist. In welchem Rahmen bedroht dieses Abkommen unser aller Freiheit?
Lars Sobiraj am 09.02.2012, 11:40 Uhr
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