
Wie Gulli berichtete nutzen einige Internet Service Provider Datenschnüffel-Methoden, um diese Daten an Werbeunternehmen zu verkaufen. An der Speerspitze steht Phorm, ein Werbeunternehmen, dass diese Technologie entwickelt hat und propagiert. Zusammen mit dem britischen Serviceprovider BT haben sie heimliche Tests durchgeführt und möchten diese Technologie weiterhin zum Einsatz bringen. Das Verfahren hat für öffentlichen Protest gesorgt.
Heute gab das britische Datenschutzbüro "Information Commissioners Office" (ICO) bekannt, dass sie bei der Anwendung dieser Technologie kein Problem sehen. Daten würden anonymisiert erhoben und gespeichert werden. Ein Datenschutzrisiko sei nicht vorhanden. Sie kündigten an, weiterhin in Gesprächen mit den Anbietern und Anwendern der Technologie bleiben zu wollen. Ein Kriterium für die Anwendung ist nach Ansicht von ICO, ob Internet-Nutzer diesen Service akzeptieren oder nicht. Man will einen Test mit 10.000 freiwilligen Teilnehmern veranstalten. Über die heimlichen Versuche von 2006 und 2007 dagegen schweigt man sich aus.
Es dürfte klar sein, dass solch eine Aussage weiteren Protest nach sicht zieht. Erste Reaktionen kamen von der "Foundation for Information Policy Research" (FIPR). Sie bezeichneten die Technologie grundsätzlich als inakzeptabel. Um sie legal Nutzen zu dürfen, bedürfte es der sofortigen Zustimmung, nicht nur von den Kunden der Internet Service Provider, sondern auch aller Webhoster, die Internetseiten bereitstellen und ebenfalls von dritten Personen, die netzbasierte Kommunikation anbieten, um etwa E-Mails zu versenden oder Foren- und Social-Networking Seiten zu betreiben. Dieses Einverständnis sei die Grundlage für eine legale Nutzung und dieses Einverständnis wird man nicht erwartenkönnen. Nicholas Bohm, Vorsitzender von FIPR, hofft, dass die Lage nochmals genau überprüft wird. Aus seiner Sicht ist die Technologie von Phorm "Grünes Licht für Gesetzesbruch".
In der Zwischenzeit ist ein Editier-Krieg auf der Wikipedia-Seite von Phorm ausgebrochen: Kritische Untertöne, die auf die rechtlich problematische Lage hinweisen, werden wegeditiert zugunsten eines polierten PR-Textes. Die Phorm-freundlichen und das Löschen der kritischen Beiträge ließen sich zurückverfolgen auf eine IP-Nummer des Serviceproviders BT, der die Technologie von Phorm nutzt. Offiziell weist BT die Vorwürfe bezüglich der Phorm-freundlichen Wikipedia-Einträge zurück. Sie hätten über 100.000 Mitarbeiter und man könnte nicht jeden Mitarbeiter kontrollieren.
Eine Petition gegen die Praktiken von Phorm gibt es ebenfalls und man hat die Grenze von 10.000 Unterschriften bereits überschritten. Weiterer Protest gegen Phorm bündelt sich auf der Webseite BadPhorm.co.uk.
( via Register )
News Redaktion am Montag, 07.04.2008 15:58 Uhr
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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