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Suchmaschinen: Bald mehr Datenschutz?

Laut einer Empfehlung des unabhängigen Datenschutzbeirates der Europäischen Kommission sollen Suchmaschinenbetreiber wie Google in Zukunft deutlich mehr Zugeständnisse in Sachen Datenschutz machen. Unter anderem sollen gesammelte Daten nach spätestens sechs Monaten gelöscht werden müssen.

Bisher sieht die Situation anders aus: Google und Yahoo speichern Suchanfragen 18 Monate lang personalisiert, bevor sie anonymisiert werden. Auch bei Mitbewerber MSN liegt dieser Zeitraum mit 13 Monaten deutlich über dem geforderten Niveau. Trotzdem sieht zumindest Google keinen Änderungsbedarf: Ihre Datenschutzrichtlinien träfen die "richtige Balance" zwischen Privatsphäre, Sicherheit und Innovation, hieß es aus dem Unternehmen. Peter Fleischer, Googles oberster Datenschutzbeauftragter, erklärte: "Google nimmt Privatsphäre unglaublich ernst; die Privatsphäre unserer User zu beschützen ist das Herz aller unserer Produkte."

Bei der Article 29 Data Protection Working Party, die als Berater der EU-Kommission fungiert, sieht man das anders: "Suchmaschinenanbieter müssen persönliche Daten löschen oder unumkehrbar anonymisieren, sobald sie nicht mehr dem konkreten und legitimierten Zweck dienen, zu dem sie erhoben wurden." Laut dem Report der Gruppe sollen persönliche Nutzerdaten nicht "über das zur Verfügung stellen von Suchergebnissen" hinaus gespeichert oder verarbeitet werden. Am liebsten wäre es den Autoren, würden diese Daten gar nicht erst erhoben. So speichere Google unter anderem den verwendeten Browser oder das Betriebssystem des Users, obwohl für die Anzeige der Suchergebnisse nichts weiter als die IP-Nummer gebraucht werde. Außerdem würden Daten häufig zweckentfremdet und an anderer Stelle zweitverwertet, ohne dass der Nutzer davon erfahre.

Aus diesen Kritikpunkten hat die Arbeitsgruppe einen Vorschlagskatalog erarbeitet, der unter anderem fordert, das User der Zweitverwertung ihrer Daten zustimmen müssen. Außerdem sollen Google und Co. alle Informationen spätestens nach sechs Monaten löschen oder anonymisieren. Für eine längere Nutzung oder die Laufzeiten von Cookies sollen sich die Suchmaschinenanbieter in Zukunft rechtfertigen müssen und den Usern einen klaren Überblick darüber bieten, was mit den gesammelten Daten geschieht.

Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass die EU-Kommission den Vorschlägen der Datenschutzgruppe folgt. Allerdings bleibt abzuwarten, wieviele der Punkte tatsächlich gesetzlich verankert und vor allem durchgesetzt werden. (Autor Simon Columbus)

(Via BBC News)

(Comic von Royaly free privacy cartoons)

News Redaktion am Dienstag, 08.04.2008 04:51 Uhr

tagsTags: google suchmaschine msn yahoo

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3 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • am 12.04.2008 19:39:41

    Was ich von Google auch besonders frech finde, ist, dass die Newsgroup-Suche Einträge von mir bis ins Jahr 1991(!) zurück findet. Da hat sicher fast bald jeder Interesse dran, seine "Jugendsünden" mal irgendwie los zu werden. Immerhin ist das 17 Jahre her. Auf Anfragen zur Löschung ...

  • tachy am 08.04.2008 22:47:32

    Was ich von Google auch besonders frech finde, ist, dass die Newsgroup-Suche Einträge von mir bis ins Jahr 1991(!) zurück findet. Da hat sicher fast bald jeder Interesse dran, seine "Jugendsünden" mal irgendwie los zu werden. Immerhin ist das 17 Jahre her. Auf Anfragen zur Löschung meiner immer ...

  • Moses am 08.04.2008 21:35:15

    Peter Fleischer, Googles oberster Datenschutzbeauftragter, erklärte: "Google nimmt Privatsphäre unglaublich ernst; die Privatsphäre unserer User zu beschützen ist das Herz aller unserer Produkte." Bei so einem Satz von Seiten des Dateschützers von Google bleibt mir nur noch die ...

  • gullinews am 08.04.2008 04:50:12

    Laut einer Empfehlung des unabhängigen Datenschutzbeirates der Europäischen Kommission sollen Suchmaschinenbetreiber wie Google in Zukunft deutlich mehr Zugeständnisse in Sachen Datenschutz machen. Unter anderem sollen gesammelte Daten nach spätestens sechs Monaten gelöscht werden müssen.[ ...

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