
Gegenstand der Verhandlung waren die Songs "Durch die Nacht" und "Symphonie" der Band Silbermond, die über das Peer-To-Peer-Protokoll Gnutella im Internet angeboten wurden. Ein litauischer Student hatte im Auftrag der ProMedia GmbH nach urheberrechtlich geschütztem Material in Tauschbörsen gesucht. Dafür hatte er sich die Musik heruntergeladen und sein Vorgehen durch Screenshots dokumentiert. Der Leiter habe "die Ergebnisse am Bildschirm auf Plausibilität überprüft" und daraufhin ausdrucken lassen. Die Richter der Zivilkammer B des Landgericht Hamburg sahen durch die selbst mitgebrachten Bildschirmausdrucke die Beweislast durch die Rechteverwerter nicht erbracht.
Durch dieses Urteil könnte die gesamte Ermittlungspraxis der ProMedia GmbH ins Wanken geraten. Diese heuert nämlich junge Leute, vornehmlich Studenten an, um in bekannten Tauschbörsen nach urheberrechtlich geschütztem Material zu suchen. Diese sammeln dann Informationen über die angebotenen Songs wie beispielsweise der Titel, die IP-Adresse des Seeders und das aktuelle Datum und Uhrzeit. Über die Staatsanwaltschaften wird dann versucht, die Anschlussinhaber der IP-Adresse in Erfahrung zu bringen, um sie daraufhin abzumahnen oder zu verklagen.
Dieser Praxis hatte kürzlich erst das LG Saarbrücken einen Riegel vorgeschoben. Die Richter hatten entschieden, dass das Recht auf Privatsphäre höher wiegt als das Recht auf Akteneinsicht durch die Musikindustrie. Allein aus dem Umstand heraus, dass einem Internetanschluss eine bestimmte IP-Adresse zuzuordnen sei bestätige sich noch kein ausreichender Tatverdacht. Damit reiht sich das LG Hamburg in die Liste der Gerichte ein, die an der Beweiskraft der gängigen Ermittlungsmethoden zweifeln. (Bericht: Malo)
News Redaktion am Dienstag, 08.04.2008 17:08 Uhr
Zwei Lieder, zwanzig Lieder, 200 Lieder, 2.000 Lieder, 20.000 Lieder - wo soll man denn bitte die Grenze Eurer Meinung nach ziehen? Ok, bei zwei - ja, selbst bei 20 - Songs gehe ich von "Eigenbedarf" aus und finde eine Strafverfolgung wirklich hirnrissig. Bei 200 Songs - na ja, mi ...
Zwei Lieder, zwanzig Lieder, 200 Lieder, 2.000 Lieder, 20.000 Lieder - wo soll man denn bitte die Grenze Eurer Meinung nach ziehen? Ok, bei zwei - ja, selbst bei 20 - Songs gehe ich von "Eigenbedarf" aus und finde eine Strafverfolgung wirklich hirnrissig. Bei 200 Songs - na ja, mi ...
"Ein mutmasslicher Tauschbörsennutzer, der ganze 2 - in Worten: ZWEI! - Lieder zum illegalen Download angeboten hatt" Raubmörderkinderschänderdrogendealerkopierer... Erhängen und Vierteilen! (und zwar die Musikindustrie) Zwei Lieder, zwanzig Lieder, ...
Fachkunde ist durch nichts zu ersetzen. Ein "fachkundiger Zeuge" muss nur in der Lage sein, eine CD von einer Schallplatte zu unterscheiden ...
"Ein mutmasslicher Tauschbörsennutzer, der ganze 2 - in Worten: ZWEI! - Lieder zum illegalen Download angeboten hatt" Raubmörderkinderschänderdrogendealerkopierer... Erhängen und Vierteilen! (und zwar die Musikindustrie) ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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