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Stephen King: Killerspiel-Kritik scharf kritisiert

Der bekannte US-amerikanische Horror-Autor Stephen King kritisiert die Pläne des US-Staats Massachusetts scharf, Videospiele mit gewalttätigem Inhalt zu verbieten. Derartige Schritte seien undemokratisch, es sei die Pflicht der Erziehungsberechtigten zu beobachten, was die Kinder spielen. Die "Killerspielkritik" selbst verurteilt King ebenfalls.

Der Bestseller-Autor selbst bezeichnet sich nicht als Videospielfan, zeigt sich jedoch empört über die Pläne des US-Staates Massachusettes, welche den Verkauf von Videospielen mit gewaltsamen Inhalt an Personen unter 18 verbieten wollen. In einem Artikel für die "Entertainment Weekly" bezog King Stellung:

"Was mich verärgert ist, wenn Politiker Ersatzeltern spielen, das führt meist zu einem Disaster. Abgesehen davon ist das undemokratisch."

Kings Statement kommt inmitten einer andauernden Debatte in den USA, England und Australien. Vergangenes Jahr wurde das Spiel "Manhunt 2" auf den Index gesetzt. Die Handlung: ein flüchtiger Insasse einer Irrenanstalt unternimmt einen Amoklauf. Die These, ob gewalttätige Spiele gewalttätiges Verhalten fördern, ist hochumstritten. Insbesondere in Großbritannien entwickelte sich die Freigabe von Manhunt 2 zu einer Justizposse, die allenfalls eines leistete: das Spiel bekannter zu machen.

King, dessen Geschichten wie "The Shining" und "Carrie", es auch auf die Leinwände von Hollywood geschafft haben, sagte, dass das Spiel lediglich die Gewalt widerspiegle, die bereits in der Gesellschaft existiert und vorhanden ist. Abgesehen davon gebe es bereits ein Bewertungssystem für Videospiele, anhand dessen die Spiele für bestimmte Altersgruppen eingestuft werden. Was King realistischerweise für eine Alibiveranstaltung hält: wenn Jugendliche ein Spiel haben möchten, dann finden sie auch einen Weg, es zu bekommen - sei es über ältere Freunde, Familie oder sonstige Bekannte.

Mutige Kritik Kings an den US-Verhältnissen: Statt der Diskussion um Gewaltspiele solle das Waffenbesitzgesetz mehr Beachtung finden. Auch die gern verbreiteten Geschichten der killerspiele-spielenden Amokläufer solle man besser unter die Lupe nehmen:

"Hätten diese Killer nur eine Plastik-Spielzeugpistole gehabt, hätten sie sich ja nicht einmal selber verletzen können."

Stattdessen sieht er die Verantwortung bei den Eltern, die sich stärker um ihre Kinder kümmern sollten. Und mit den Medien, die sie konsumieren. Dabei seien nicht nur die Spiele oder die "Gewaltspiele" gemeint, sondern vielmehr die komplette Beschäftigung der Kinder und Jugendlichen mit der heutigen Popkultur.

Erfreulich klare Worte - wenngleich King ausblendete, wie schwierig es für Eltern mit drei Jobs und kaum vorhandenem Einkommen ist, sich ausreichend um die Erziehung ihrer Kinder zu kümmern. Nichtsdestotrotz eine notwendige, besonnene Stimme in einer wie gewohnt überdrehten Debatte. (Bericht: gS-)

News Redaktion am Mittwoch, 09.04.2008 10:47 Uhr

tagsTags: killerspiel jugendschutz videospiel gewaltspiele stephen king manhunt 2

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19 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • wolfdieter1954 am 09.04.2008 23:32:56

    Das einzige was alle Amokläufer bisher gemein hatten war ihr Aussenseiterstatus. Ausgezeichnete Zusammenfassung. Kompliment. ...

  • wolfdieter1954 am 09.04.2008 23:26:02

    Solche Leute sollten keine Kinder bekommen. Wenn man nicht ausreichend für seine Kinder sorgen kann, und dazu zählt auch Erziehung, sollte man es lieber lassen. Es gibt auch den Fall, dass die Kinder schon da sind, und anschließend die Arbeitslosigkeit eintritt. Was da ...

  • Dornenreich am 09.04.2008 19:58:13

    Na toll sie wollen Killerspiele verbieten ... dann greift man eben zu Filmen aus der Abteilung, und wo früher die Gewalt in Spiele floss wird sie dann in Büchern und Musik zum Ausdruck gebracht. Bald werden die letzten verbliebenen Gorefans Kadaverbildchen schmuggeln wie heute die Pädophilen ihre ...

  • phunkydizco am 09.04.2008 16:02:14

    @Steph-Christopf: Da ist was dran. Eigentlich sind ja die Schuld die diese Außenseiter zu Außenseitern machen. Aber die sind eher damit beschäftigt ihre Erkennungsmerkmale aufrecht zu halten, damit man sich untereinander erkennt. Aktuell fallen mir da diese unnatürlich gebräunten und total aufg ...

  • am 09.04.2008 15:55:35

    Ich finde man vergisst in der Diskussion eines viel zu häufig: Die wahren Gründe für einen Amoklauf. Die sind nämlich nicht etwa das exzessive Spielen eines Killerspiels. Und auch nicht weil sich die Eltern zu wenig gekümmert haben: Das einzige was alle Amokläufer bisher gemein hatten war ihr ...

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