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ARD und ZDF wehren sich gegen 7-Tage-Internet

Der aktuelle Arbeitsentwurf des 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrages sieht enorme Einschränkungen des Öffentlich rechtlichen Rundfunks vor. Dieser soll sich in Zukunft nur noch "sendungsbezogen" im Internet präsentieren dürfen und müsse seine Angebote nach 7 Tagen aus dem Netz nehmen. ARD-Vorsitzender Fritz Raff sieht sich "ins medientechnische Mittelalter" zurückversetzt.

Nach der derzeitigen Situation sollen die Online-Angebote von ARD und ZDF stark eingeschränkt werden. Webinhalte würden nur noch "sendungsbezogen zulässig" sein. Das hätte weitreichende Folgen für den öffentlich rechtlichen Rundfunk. Damit würden laut dem NDR-Magazin Zapp neben den sog. "Dossiers", die weiterführende Informationen zu bestimmten Themen liefern sollen, auch Internetportale wie planet-schule.de unzulässig, da diese sich auf keine konkrete Sendung beziehen. Das "tagesschau.de Blog" wäre ebenfalls genauso verboten wie Nachrichten bei tagesschau.de, welche nicht im TV ausgestrahlt wurden.

Eine ebenso starke Einschränkung würde die "7-Tage-Regelung" bedeuten. ARD und ZDF müssten ihr Material demnach nach spätestens einer Woche aus dem Netz nehmen. Damit wären keine Archive möglich und keine Suche nach älteren Nachrichtenartikeln. ZDF-Intendant Markus Schächter geht auf die Barrikaden.

"Wer im Jahr 2008 den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern Textbeiträge im Internet verbieten will, schadet dem publizistischen Wettbewerb."

Freuen tun sich lediglich die Zeitungsverleger. Diese sehen den öffentlich rechtlichen Rundfunk nicht eingeschränkt, sondern gar gestärkt. "Der Staatsvertragsentwurf erweitere vielmehr den Online-Auftrag von ARD und ZDF hin zur sog. dritten Säule, indem er sendungsunabhängige Videos und Audiobeiträge erlaube." So der Verband Deutscher Zeitungsveleger (VDZ) in einer Pressemitteilung. Der VDZ hatte bereits in der Vergangenheit vermehrt die Online-Angebote von ARD und ZDF kritisiert.

Der ARD-Vorsitzende Fritz Raff sieht den öffentlich rechtlichen Rundfunk dagegen von den privaten Medien bedroht:

"Das Internet gehört allen und nicht nur denen, die dort Milliardenbeträge umsetzen wollen. Gerade hier braucht die Gesellschaft auch Angebote, die nicht nur von Gewinninteressen bestimmt sind."

(Bericht: Malo)

News Redaktion am Sonntag, 13.04.2008 15:53 Uhr

tagsTags: internet zdf gez ard rundfunk

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51 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • ENRIC0 am 28.04.2008 02:05:44

    hallo schattenspieler, freut mich von dir zu lesen. mangels zeit, möchte ich vorerst auf den zentralen punkt ÖR-Internet eingehen. ÖR im Internet, Cui bono? hervorheben möchte ich, das der vergleich mit den 4 konzern welche die deutsschparac ...

  • Schattenspieler am 27.04.2008 17:02:14

    meine nicht immer ganz einfach nachzuvollziehende argumentationAbsolute Zustimmung! :D Das geht schon am Anfang los: Daß das ZDF der "Arbeitgeber der meisten Abgeordneten" ist, liegt vermutlich am Wesen des Fernsehrates, ...

  • ENRIC0 am 26.04.2008 04:15:01

    edit nachtrag (mal nach oben gerückt, weils es wichtigerere informationen enthält als meine nicht immer ganz einfach nachzuvollziehende argumentation) auf http://www.nebeneinkuenfte-bundestag.de/ steht ZDF, Mainz im ranking auf platz [ ...

  • am 20.04.2008 13:22:06

    "Das Internet gehört allen und nicht nur denen, die dort Milliardenbeträge umsetzen wollen. Gerade hier braucht die Gesellschaft auch Angebote, die nicht nur von Gewinninteressen bestimmt sind." Das sollten sich die ÖR mal auf die eigene Fahne schreiben und einfach mal drüber nac ...

  • natr0n am 20.04.2008 12:28:28

    mir fällt an dieser stelle immer der gute alte tv-spot mit dem fernsehtechniker ein, mit den "2 verstaubten kanälen, die man dringend mal austauschen sollte". nichts trifft die ganze diskussion um "staatsfernsehen" und "zwangseintreibung" besser. ...

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