
Ins Leben gerufen hat die Initiative Professor Vasco Furtado von der Universität Fortaleza in Nordbrasilien. Wikicrimes soll Transparenz in kriminelles Geschehen bringen. Prinzipiell ist jeder aufgerufen, Orte zu markieren, an denen sie Opfer oder Zeuge von Verbrechen wurden, beispielsweise überfallen oder ausgeraubt wurden. "Die Idee ist einfach", sagt Furtado. "Wenn du überfallen wirst, sagst du einfach anderen über die Internetplattform bescheid. Der Unterschied ist, dass die Daten global abrufbar sind." Es sollen Daten angegeben werden, beispielsweise ob die Täter bewaffnet waren oder ob es Zeugen gibt. "Die Hauptmotivation des Projektes aber ist, dass Daten zur Kriminalität in Brasilien nicht öffentlich zugänglich sind". Es sein ein Problem Brasiliens, dass die Polizei ein Monopol in Bezug auf Kriminaldaten hat. Man wüsste darüber hinaus auch nicht, ob Manipulationen stattfinden oder nicht.
Furtado hat die Polizeidepartments in Brasilien von seinem Projekt informiert und sie aufgefordert, sich an dem Projekt zu beteiligen. Doch bislang ohne positive Resonanz. Antenor Martins von der Polizei Rio, aus der Abteilung für Internetkriminalität, äußerte sich, dass die Polizei gute Gründe hätte, die Daten nicht zu veröffentlichen. Zum einen würde das die Polizeiarbeit behindern, zum anderen sollte man Mitbürgern durch solche Statistiken keine Angst machen. Niemand möchte mit dem Gefühl leben, in einer kriminellen Nachbarschaft zu leben. Außerdem würden nicht alle ein Kriminalitätsprofil ihrer Gegend haben wollen.
Eine Verbrechenskarte könnte auch die Tatsache verleugnen, dass es auch gute und ordentliche Bürger in den Regionen gäbe, beziehungsweise dass es auch Verbrechen gibt, die schlichtweg durch schiere Armut motiviert seien, sagte eine 24-jährige Frau, die selbst schon Opfer von Verbrechen wurde. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass man nicht sicher ein könne, dass die Daten auf der Plattform tatsächlich ihre Richtigkeit hätten. Falschaussagen gegenüber der Polizei würden Strafen nach sich ziehen. Auf einer Internetseite könnte jeder alles behaupten.
Andere Organisationen begrüßten die Initiative. Beispielsweise Nichtregierungsorganisationen, die versuchen, gegen Kriminalität vorzugehen. "Mit einem Projekt wie Wikicrimes könnten wir auch häusliche Gewalt oder Drogenhandel kartieren. Bereiche also, in denen aus Angst oder Scham Vorfälle normalerweise nicht gemeldet werden", sagte Denis Mizne aus Sao Paulo. Mit Wikicrimes könnte man Orte mit den größten Kriminalitätsproblemen ausmachen und dort gezielt Hilfe zukommen lassen.
Professor Furtado gibt sich indes optimistisch. Er sagt, in dieser ersten Phase des Projekts wäre es wichtig, zunächst viel Aufmerksamkeit zu generieren. Wenn das Projekt erfolgreich ist, könnte man Druck aufbauen und zeigen, dass auch öffentliche Institutionen ihre Daten veröffentlichen sollen, wenn das Kartieren hilft, Kriminalität zu vermeiden oder zu reduzieren.
( via BBC News )
News Redaktion am Dienstag, 15.04.2008 20:43 Uhr
interessanter ansatz. hauptproblem in brasilien ist meiner meinung nach, dass die meisten straftaten erst gar nicht zur anzeige gebracht werden, da die "informanten" angst vor der rache der straftäter haben. kleines beispiel: in der nachbarschaft / dem straßenzug, in dem ich mich ca. 3-4 monate i ...
Niemand möchte mit dem Gefühl leben, in einer kriminellen Nachbarschaft zu leben.Spätestens wenn man ein Messer an der Kehle hat, weiß man dies auch... ...
Ein neues Projekt in Brasilien mit dem Namen Wikicrimes ruft jeden Bürger dazu auf, mithilfe eines Wikis auf einer interaktiven Karte Orte von Verbrechen zu dokumentieren. Man erhofft sich dadurch systematische und aktuelle Daten von Kriminalität, die nicht von der Polizei unter Verschluss geha ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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