Die Canadian Motion Picture Distributors Association (CMPDA) sowie die Canadian Recording Industry Association (CRIA) sind von der geplanten Urheberrechtsreform in Kanada mehr als nur angetan. In der National Post veröffentlichten die beiden Verbände nun einen Kommentar, welcher eines deutlich macht: "Es ist an der Zeit dem Piraten-Hafen Kanada ein Ende zu bereiten."
Barry Sookman, ein Jurist der Contentindustrie, erklärt in dem Artikel seine Wünsche für die Urheberrechtsreform. Dabei kommt er ohne große Umschweife zu einem Wunsch, den die Contentindustrie zwischenzeitlich vermutlich weltweit hegt: "Das Gesetz sollte außerdem ein abgestuftes Sanktionsmodell enthalten, um gegen kontinuierliche Rechtsverletzungen in P2P-Netzwerken vorgehen zu können. Studien haben gezeigt, dass über 70 Prozent der Nutzer mit illegalem Filesharing aufhören würden, wenn sie eine solche Mitteilung durch ihren ISP erhalten. Insbesondere wenn sie wissen dass ein Fortführen der Tätigkeit weitere Konsequenzen hat." Ein abgestuftes Sanktionsmodell dürfte unseren Lesern besser als "Graduated Response" oder "Three-Strikes-Gesetz" bekannt sein. Denn genau dies fordert er. In seinen weiteren Ausführungen wird darauf hingewiesen, dass Kanada ein "Hafen für Piraten" sei. Dies liege insbesondere an den laschen Gesetzen, die keinen Schutz für die Urheber bieten. Welche Rechte bieten diese jedoch für den Konsumenten? Während man sich darüber den Kopf zerbricht, wird das absolute Totschlag-Argument ausgepackt: Piraterie schadet der Wirtschaft Kanadas. Keine Regierung darf es sich in diesen Zeiten leisten, Arbeitsplätze zu opfern. Eine Kooperation mit der Industrie: Unabdingbar. Den gefürchteten Piratenhafen stellt Kanada aber schon lange nicht mehr da.
Doch Sookman hat weitere Vorschläge, wie man sich auf einen besseren Kurs begeben könnte. Darunter der 1996 von vielen Ländern unterzeichnete Vertrag, der Internetvertrag der World Intellectual Property Organisation. Viele haben unterzeichnet. Kanada jedoch nicht. Sookman sieht genau darin ein Problem, enthält dieser Vertrag doch einen international anerkannten Standpunkt, wie Urheberrechte im digitalen Zeitalter geschützt werden sollen. Dabei preist er insbesondere Kopierschutzmaßnahmen wie DRM an. Dabei ist ihm wohl schlicht entgangen, dass immer mehr Anbieter von DRM abrücken und dieser angepriesene Kopierschutz sich zwischenzeitlich äußerst leicht aushebeln lässt. Kontrovers auch seine Ansicht, dass diese Maßnahmen die Schöpfung von Kulturgütern fördern würden. Böse Zungen behaupten stattdessen, dass sich vielmehr die Industrie damit fördern lässt. Kopiergeschützte MP3s, die nur auf den Geräten A und B der Hersteller C und D abspielbar sind. Der Kunde wird mitunter sogar dessen beraubt, wofür er rechtmäßig bezahlt hat. Amazons Kindle ist ein treffendes Beispiel hierfür. Deren Löschaktion diverser Bücher zeigte doch mehr als deutlich, dass der Konsument nicht der Eigentümer der gekauften Werke ist. Er darf sie lediglich besitzen, solange wie dies von oben gut geheißen wird. Verfällt diese Frist, so verfällt auch das Geld, das dafür ausgegeben worden ist.
Man gelangt final also zu einer simplen Erkenntnis, von der sich jedoch viele kanadische Politiker blenden lassen werden. Ein Three-Strikes-Gesetz stellt die leichteste Lösung dar, um den Forderungen der Contentindustrie mit minimalem Eigenaufwand zu genügen. Man kann also nur hoffen, dass zumindest einige Teile des kanadischen Volkes reagieren werden, sobald ein Three-Strikes-Gesetz ernsthaft zur Debatte steht. (Firebird77)
(via zeropaid, thx!)
News Redaktion am Freitag, 07.08.2009 15:25 Uhr
Jungs ihr habt mir mit euren "Empfehlungen" den Feierabend versaut...stay @ topic. ...
Sehe ich genau so. Viele "träumen" von dem einen oder anderen Systemprogramm und sind richtig besessen davon. Leider aber haben die kein Geld und daher ist es Verzweiflung und keine Rache an den Herstellern dieser Programme, wenn sie gekrackt werden. ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.