
Der promovierte Datenschutzexperte war von 1993 bis 2003 Datenschutzbeauftragter in Deutschland. Manche mögen sich fragen: Joachim - Dr. wer? Der Name kommt selbst Branchenkennern nicht wirklich geläufig vor.
Peter Schaar hat Herrn Jacob im Dezember 2003 abgelöst und erscheint mit seinen unbequemen Aussagen häufiger in den Medien. Von seinem Vorgänger war in der Öffentlichkeit wenig bis überhaupt nichts zu vernehmen.
Nach dem Skandal, den der Stern aufgedeckt hatte, folgte die durchs Management eingeleitete Charmeoffensive zur Aufbesserung der Reputation. BILD wie auch das Hamburger Abendblatt haben sich dafür vor den Karren spannen lassen. Die Chefetage verkündete in den Blättern lauthals: "Wir sind stolz auf unsere Mitarbeiter! (...) Wir vertrauen Lidl, vertrauen Sie uns!". Eine 300-Euro-Prämie für die Beschäftigten wurde öffentlichkeitswirksam angekündigt. Man hätte von alledem nichts gewusst und wäre bezüglich der Ereignisse angeblich genauso fassungslos wie alle anderen auch, so Klaus Gehrig, Chef von Lidl und Kaufland, in einem Bild-Interview. Auch wurden zahlreiche Anzeigen geschaltet, um das Image aufzubessern, der Konzern hat sich die Aktion einiges kosten lassen.
Die Anzahl der Betriebsräte in den Filialen hat sich durch die Anzeigen natürlich nicht erhöht. Auf Nachfrage des NDR Fernsehens im Rahmen der Sendung ZAPP sagte eine Mitarbeiterin, sie hätte sich noch keine Gedanken darüber gemacht, warum es bei ihr keinen Betriebsrat gibt. Interne Probleme würden durch den Filialleiter oder Bereichsleiter gelöst, die würden sich im Bedarfsfall auch um die Interessen der Mitarbeiterin kümmern. Deutschlandweit existieren 2.900 Filialen, Anzahl der Betriebsräte insgesamt: sechs! Im November 2007 durfte endlich in Hamburg gegen den Widerstand der Leitung ein Betriebsrat gebildet werden.
Die Sendung Frontal 21 berichtete schon vor vier Jahren über exakt die gleichen Missstände bezüglich der Überwachung der Mitarbeiter. Ob Dr. Jacob wirklich verhindern kann, dass sich die Konzernleitung in ein paar Jahren erneut wegen einem vergleichbaren Skandal entschuldigen muss? Es bleibt abzuwarten. Schlimm ist in diesem Zusammenhang wie schnell wir Konsumenten wie auch Journalisten vergessen. Mit unserem löchrigen Gedächtnis können die Konzernspitzen kalkulieren. Ein paar Wochen oder Monate später und kein Hahn kräht mehr danach. Und wenn Dr. Jacob nicht eingreift, zumal der kaum alle rund 3.000 Filialen gleichzeitig beäugen kann, ist dann spätestens in acht Wochen wieder business as usual? Im Fall der Fälle gibt man halt wieder bereitwillig ein paar Interviews, schaltet noch mehr Anzeigen und kann getrost erneut auf die Vergesslichkeit der Konsumenten hoffen. Die Mitarbeiter sind dem Treiben ohne jegliche Vertretung schutzlos ausgeliefert.
Wem also soll man an dieser Stelle etwas vorwerfen? Denen, die es tun oder die, die ihre Möglichkeiten nicht wahrnehmen und alles klaglos ertragen, anstatt mit Einkaufswagen und Portemonnaie abzustimmen??
(Via Fefes Blog, thx!) News kommentieren?
News Redaktion am Samstag, 03.05.2008 13:30 Uhr
Lars Sobiraj am 04.02.2012, 11:32 Uhr
Während Die Linke zur Teilnahme an einem europaweiten Aktionstag gegen ACTA aufruft und Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger die Kritik am internationalen Handelsabkommen zurückweist, führte der Jurist Jens Ferner eine ausführliche Analyse jedes einzelnen Artikels durch. Wir fragten ihn, wie gefährlich ACTA tatsächlich ist. In welchem Rahmen bedroht dieses Abkommen unser aller Freiheit?
Lars Sobiraj am 09.02.2012, 11:40 Uhr
In der südenglischen Grafschaft Sussex ereignete sich letzten Monat ein Fauxpas der besonderen Art. Statt einen Einbrecher zu fassen, jagte ein Polizist mit Hilfe von Kameras für etwa 20 Minuten sich selbst. Sein Kollege an den Monitoren hatte ihn nicht erkannt und fand sein Verhalten sehr auffällig. Der beobachtete Mann habe auf heißen Kohlen gesessen, weswegen er dringend tatverdächtig sei.
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