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Chinesischer Blogger und Aktivist verhaftet

Chinesische Behörden haben den bekannten chinesischen Bürgerrechtsaktivisten und Blogger Guo Quan verhaftet. Grund dafür dürfte seine Kritik an der Reaktion der chinesischen Behörden auf die Erdbeben-Katastrophe in Sichuan sein, die Guo Quan in seinem Blog veröffentlicht hatte.

Polizeikräfte durchsuchten bereits am 17. Mai das Haus des bekannten Dissidenten und beschlagnahmten seinen Computer. Nach Aussage seiner Frau erwarteten die Sicherheitskräfte Guo Quan vor seinem Haus in Nanjing und fingen ihn ab, als er sein Kind zur Schule bringen wollte. Einen Tag später wurde die Ehefrau darüber informiert, dass er für mindestens zehn Tage inhaftiert worden sei.

Guo Quan ist ein früherer Professor der Universität von Nanjing, bekannt für seine Arbeiten zum Massaker von Nanking an mehr als 200.000 Chinesen durch die japanischen Besetzer im Zweiten Weltkrieg. Im Januar diesen Jahres verlor er seine Anstellung als Professor, nachdem er die Gründung der demokratischen "New People's Party" bekannt gegeben hatte. Im Februar gehörte er zu den Mitbegründern der demokratischen "Chinese Netizen Party", einer im Netz organisierten Untergrundpartei.

Zuletzt hatte er erfolgreich durch eine angestrebte Klage gegen Yahoo! und Google auf sich aufmerksam gemacht, weil die beiden Suchmaschinen in China seinen Namen ausfilterten. Nach einer schnellen Einigung finden sich dort dafür nun wieder Ergebnisse.

Als Grund für die Verhaftung von Guo Quan sehen Mitglieder seiner Partei die kritischen Artikel des Bloggers zur Reaktion der Behörden auf die Erdbebenkatastrophe in Sichuan.

"Wir denken, dass die Behörden Rache an Guo nehmen für die Bemerkungen, die er zur Katastrophenhilfe nach dem großen Erdbeben in Sichuan gemacht hat.", hieß es in einem Online-Statement der Gruppe. Sie sehen die Verhaftung damit im Zusammenhang mit einer Welle der Untersuchungen und Verhaftungen von Personen, die sich im Internet kritisch zu diesem Thema geäußert hatten. China gilt weltweit als der gefährlichste Ort für sogenannte "Cyberdissidenten". Laut den Reportern ohne Grenzen sind dort 48 der 63 Menschen inhaftiert, die weltweit wegen kritischer Äußerungen im Internet hinter Gittern sind. Zuletzt sorgte die Verurteilung des bekannten AIDS-Aktivisten Hu Jia für internationale Proteste.

(via Global Voices Advocacy)

News Redaktion am Donnerstag, 22.05.2008 16:50 Uhr

tagsTags: china demokratie zensur guo quan dissident chinese netizen party hu jia blog verhaftung

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9 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Tiffany am 23.05.2008 14:58:56

    Wenn ich sowas lese, zweifel ich daran, dass wir irgendwann mal eine freie Welt haben. :dozey: ...

  • querschlaeger am 23.05.2008 14:58:03

    Deswegen habe ich geschrieben "Hat es nie anders gegeben!", denn das war meines Wissens nach der Fall. Klar, in der Theorie hört sich Kommunismus auf den ersten Blick ganz nett an aber in der Praxis ist es die reinste Hölle. Falsch, auch in der Praxis ist der Kommunismu ...

  • Project_2501 am 23.05.2008 14:43:12

    Deswegen habe ich geschrieben "Hat es nie anders gegeben!", denn das war meines Wissens nach der Fall. Klar, in der Theorie hört sich Kommunismus auf den ersten Blick ganz nett an aber in der Praxis ist es die reinste Hölle. ...

  • KannibaleInZivi am 23.05.2008 14:18:48

    Das ist eben nicht der Kommunismus! Dieses politische System bedient sich allein der positiven Ideologie des Kommunismus um eine autoritäre Regierung zu installieren. @Topic: Hat vielleicht jemand einen Link zu seinen AUssagen über die Reaktion nach der Erdbebenkatastrophe? Am Besten auf Englisch ...

  • Project_2501 am 23.05.2008 14:14:59

    Ich glaube kaum, dass die einen GRund dafür brauchen, da hat ja sowieso keiner Rechte mehr. Und das soll noch Kommunismus sein??! Menschenrechte kennen die ja gar nicht mehr:mad: Genau! Das IST Kommunismus! Hat es nie anders gegeben! ...

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