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Schweden will Filesharing legalisieren

In Schweden heißt die GEMA "Stim" und wenn es nach deren Plänen geht, wird im Heimatland von The Pirate Bay bald keiner mehr Probleme mit illegalen Musikdownloads haben. Stattdessen soll es ein Gebührensystem a la Kulturflatrate geben. Neben verhaltenem Jubel melden sich allerdings auch erste Kritiker zu Wort.

Nach dem Modell, das die stellvertretende Vorsitzende von Stim, Eva Modin, vorstellte, sollen alle Musikdownloads über eine einheitliche Gebühr abgegolten werden. Bereits heute gibt es Flatrate-Angebote verschiedener Unternehmen, anders als bei diesen soll es bei dem Stim-Angebot allerdings keine begrenzten Angebots-Kataloge geben:

"In unserer Vision soll man all die Musik hören können, die im Internet zu haben ist, genauso wie wir Fernsehen gucken; legal und ohne darüber nachzudenken, was gerade dieses Programm uns kostet",

erklärte Modin. Angedacht ist, dass die Internetanbieter Verträge mit Stim abschließen und ihren Kunden dann für einen Aufpreis freiwillige Musikflatrates anbieten. Die genauen Konditionen sollen nun mit Vertretern der Musikindustrie und der Internetanbieter ausgelotet werden. Ab Herbst will man dann prüfen, wie viel Interesse bei den Kunden besteht.

Vor allem die großen Internetanbieter sollen bereits Interesse signalisiert haben, an dem Projekt teilzunehmen. Zumindest die Gebührenvorstellung von Tele2, die bei 5 Euro im Monat liegen soll, dürfte allerdings kaum mit den Ansprüchen der Musikindustrie vereinbar sein. Dennoch ist Eva Modin zuversichtlich, mit ihrem Konzept einen Ausweg aus den Grabenkämpfen zwischen Filesharing-Befürwortern und -Gegnern auftun zu können.

Eine große Hürde dürfte allerdings die Datenerhebung zur Gebührenberechnung darstellen. Geht es nach Stim, sollen die Lizenzinhaber nach tatsächlich angehörten Stücken entlohnt werden - unabhängig von deren Herkunft. Favorisiert wird dazu eine technische Lösung: Eine spezielle Software soll die ID3-Tags der abgespielten Dateien erfassen und als anonymisierte Informationen an einen zentralen Speicher senden. Ein Konzept, dass Datenschützern und auch vielen Usern alternativer Betriebssysteme kaum gefallen kann.

Markus Beckedahl von netzpolitik.org schlägt daher stattdessen das Auswerten von Filesharing-Traffic vor:

"Services wie BigChampagne machen das heute schon, um Trends zu analysieren. Das kann man so lösen, dass keine nutzerbezogenen Daten anfallen. Beim Zugriff auf die Rechner hört aber der Spass auf. Mal schauen, [...] wie man sich konkret die Ausgestaltung vorstellt und ob die Privatsphäre der Internetnutzer gewährleistet wird."

Dennoch hat der Vorschlag, die Vergütung nach tatsächlich angehörten Titeln zu regeln, auch Vorteile. Zu den großen Gewinnern würden dabei sicher die kleineren Bands und Label gehören. Denn das deren Songs bei vielen Download-Anbietern kaum zu bekommen sind gehört zu den Hauptgründen für die Beliebtheit von Filesharing. Auch freie Lizenzen wie Creative Commons dürften zu den Gewinnern zählen - schließlich wäre die weite Verbreitung von Musik bei dieser Vergütungsform ein wirklicher Einkommensfaktor.

Nur einer wird sich sicher ärgern, sollte das Stim-System tatsächlich kommen: Steve Jobs. Denn den iTunes-Store braucht dann sicher kein Schwede mehr.

(Via Heise.de)

News Redaktion am Donnerstag, 22.05.2008 22:53 Uhr

tagsTags: filesharing gema schweden kulturflatrate stim musikdownload

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28 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Godlike-Project am 23.05.2008 17:03:02

    naja ich glaub ned das es funzt, bzw es wird an den Preisen scheitern, ich kann mir nich vorstellen das die sich mit 5€ für feelfree im gegensatz zu 16€ die cd begnügen, sind da eigentlich spiele und software mit drinn? wenn ja dürfen wir uns auf ne zeit mit Starforce 5 und Tages Titel freu ...

  • Joern23809 am 23.05.2008 16:22:58

    Ok wie wäre denn folgender Vorschlag: Man kann bei jedem Internet-Tarif auswählen, ob man die Kultur-Flat haben möchte oder nicht. Wenn man sie hat kann man runterladen,tauschen usw. so viel man möchte und wenn nicht, dann ist die Rechtslage halt genauso wie jetzt. Die Provider können ja die U ...

  • am 23.05.2008 15:41:31

    Er hat es deutlich erklärt das er diese Angebote nicht nutzt. Du willst also andere Leute dazu zwingen das sie dir dein Hobby finanzieren!?? Wenn diese Logik Schule macht dann hätte ich da auch noch ein paar Dinge die ich gerne der Allgemeinheit aufbürden würde. :p ...

  • Project_2501 am 23.05.2008 14:24:00

    Flatrate, na so ein Schwachsinn. Wer verdient denn daran, die Künstler sicher nicht, sondern die Wichser von der Industrie. DIE sollte man ILLEGALISIEREN. Da sauge ich lieber illegal als dass ich den Schweinen was zahle und gebe mein Geld direkt den Interpreten über Spenden etc. [COLOR ...

  • shirasaya am 23.05.2008 13:12:07

    Ich kann mir nicht vorstellen das dass so funktioniert. Da stehen doch gleich wieder 1000de Anwälte zeternd auf der Matte weil sie eine ihrer Einnahmequellen nicht so einfach aufgeben werden. Und wenn ich von mir persönlich ausgehe, ich lade mir weder Musik noch Filme aus dem Netz. Mir geht es da ...

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