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Telekom: Überwacht den eigenen Aufsichtsrat

Tagtäglich kann man neue Meldungen bezüglich der Überwachung von Mitarbeitern lesen. Der jüngste Skandal erschüttert nun die deutsche Wirtschaft. Die Deutsche Telekom hat über mehr als ein Jahr hinweg neben Managern auch Aufsichtsräte gezielt überwacht und kontrolliert. Die Telekom hat die Vorkommnisse bereits bestätigt. Nun nimmt sich die Bonner Staatsanwaltschaft dem Fall an.

Diese Überwachungsmethoden in solch einem Großkonzern mögen vielleicht viele an den Skandal bei HP (Hewlett-Packard) im vergangen Jahr erinnern. 14,5 Millionen US-Dollar musste das Unternehmen damals bezahlen, um sich "freizukaufen". Der Erlös ging interessanterweise an einen Fond, der gegen die Verletzung von Privatsphäre vorgeht. Ähnliche Ziele wie Hewlett-Packard wurden auch beim Ex-Staatsmonopolisten Telekom verfolgt. Man wollte die undichten Stellen im Unternehmen herausfinden und diese "abdichten". Zur Erreichung dieses Zieles kannte das Unternehmen keine Grenzen, kein Mittel war ihnen dafür zu schade. Systematisch wurden auch die hohen Tiere des Bonner Unternehmens überwacht und genauer kontrolliert. Am 14. März 2008 hat die Telekom dann Selbstanzeige erstattet, da mit der Enthüllung der Erkenntnisse gedroht wurde. Oberstaatsanwalt Friedrich Apostel dazu: "Es gibt den Verdacht, dass Personen ausgespäht worden sein sollen." Das Unternehmen gab im Zuge der Offenbarung zu, dass es zu missbräuchlicher Nutzung von Verbindungsdaten (telefonischer Art) gekommen sei.

Der Telekom-Vorstandschef René Obermann ist zutiefst erschüttert über die Vorwürfe und nimmt den Vorfall sehr ernst. Das primäre Ziel, welches verfolgt wurde, war nicht die Aufnahme von Telefonaten, sondern vielmehr wann der Anruf stattfand und besonders wer angerufen wurde. Doch auch in diesem Rahmen könnte bereits eine Verletzung gegen das Datenschutzgesetz vorliegen. Die Bonner Staatsanwaltschaft wird sich der weiteren und tiefergehenden Untersuchung der Sachlage annehmen.

Nach Informationen des "Spiegels" erfolgte die Auswertung der Daten durch eine Berliner Beratungsfirma. Diese glich die gewählten Rufnummern mit den Telefonnummern von Journalisten ab. Erste interne Hinweise auf Kontaktdatenmissbrauch gab es bereits im Sommer 2007. Darauf folgte eine Umstrukturierung der Sicherheitsabteilung des Unternehmens und eine Installation neuer Kontrollmechanismen.

Als dann Ende April diesen Jahres erneut Vorwürfe bekannt wurden, entschied sich das Unternehmen zur Selbstanzeige.

"Mit unserem Vorgehen wollen wir höchstmögliche Transparenz erreichen und der Strafjustiz ermöglichen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen", so Obermann zum aktuellen Geschehen. Wer jedoch die treibende Kraft hinter der Überwachung war, wurde bislang weder von Seiten des Unternehmens noch der Staatsanwaltschaft bekannt gegeben.

(via rp-online.de, thx)

News Redaktion am Samstag, 24.05.2008 17:37 Uhr

tagsTags: kontrolle aufsichtsrat staatsanwalt bonn vorstand aufzeichnung tcom überwachung telefon telekom

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15 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Malo_ am 26.05.2008 07:30:23

    Was in dem Artikel nicht so deutlich rüberkam war, dass es sich hierbei um die Daten der Vorratsdatenspeicherung handelte. Also von wegen sichere Daten... ...

  • DieNazgul am 25.05.2008 21:31:11

    Rated R ...

  • DieNazgul am 25.05.2008 21:15:02

    Rated R - I'm sorry ...

  • psyspy am 25.05.2008 15:31:46

    wer überwacht eigentlich die überwacher? ...

  • Kwaidan am 25.05.2008 09:44:14

    Vielleicht kann mir das jemand erklären. Der Konzern hat den Vorstand und Aufsichtsrat überwacht? Wer ist denn nun der überwachende Konzern? Ist das die Vorstandssekretärin? :D Oder hat der eine Vorstand den anderen Vorstand überwacht? Einfach chaotisch wer da wen überwach ...

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