
Bei polizeilichen Ermittlungen wird es immer wichtiger, den technischen Geräten des Verdächtigten Informationen zu entlocken. Je komplexer die PCs, Handys und Smartphones werden, desto mehr Möglichkeiten hat die IT-Forensik um dort wichtige Beweise zu finden und festzuhalten. Vor allem die Flash-Speicher spielen dabei eine nicht unerhebliche Rolle. Oftmals werden bei Smartphones erst dann Daten auf dem Speichermedium tatsächlich gelöscht, wenn diese voll sind. Je nach Größe des Speichers bleiben so Informationen jahrelang erhalten.
Auch die SIM-Karte kann Ermittlern viele Details verraten. Dort werden zumindest die fünf zuletzt gewählten Nummern und der jeweilige Aufenthaltsort gespeichert. Das iPhone speichert mit seinem Datenhunger sogar mehrere hundert Anrufe und kann dementsprechend effektiv von den Beamten missbraucht werden. Auch die Einträge vom Adressbuch und die SMS werden oftmals nicht wirklich sofort aus dem Speicher entfernt. Problematisch wird allerdings die Tatsache, dass die Techniker die Daten im Zuge der Sicherstellung absolut nicht verändern dürfen, da diese sonst vor Gericht nicht mehr als Beweis gültig sind. Das nachträglich installierte Programm zum Auslesen des Mobilfunkgerätes kann allerdings schon als Eingriff in die Daten angesehen werden. Es existieren allerdings auch Programme wie Pandoras Box oder Hex-Dump, die dies ohne vorherige Installation tun können. Der Hersteller BKForensics bietet auf der eigenen Website nach vorhergehender Registrierung sogar eine kostenlose Testversion ihres Analysetools an. Mit Hilfe der Hardwarebox Twister inklusive 55 verschiedener Kabelsets für wirklich jedes Modell gänzlich aller Anbieter steht der Analyse der Hobby- und Profiermittler endgültig nichts mehr im Weg.
Schon letzten Sommer wurden Berichte publik, nach denen Handys auch hervorragend für eine lückenlose Überwachung eingesetzt werden können. Das Betriebssystem des Geräts wird durch den Empfang einer Service-SMS verändert und das Handy in eine tragbare Abhörstation verwandelt, die erst dann aufhört zu senden, wenn man die Akkus entfernt. Das FBI benutzt diese Variante bereits seit mindestens zwei Jahren. Im Jahr 2006 hat das FBI in New York nachweislich den Großen Lauschangriff per Handy gegen den ehemaligen Mafiosi John Ardito und seinen Anwalt Peter Peluso realisiert. Die entsprechende Technik steht in Europa ebenfalls längst zur Verfügung.
Man sieht also: gelöscht ist nicht gleich gelöscht. Bei der Benutzung moderner Technik kann man grundsätzlich nicht vorsichtig genug sein. Auch in dem Fall, wenn man wirklich nichts zu verbergen hat.
(via pcopen.de, thx!)
News Redaktion am Montag, 02.06.2008 16:29 Uhr
Jaja.. Herr Scheuble will mal wieder sein Ego befriedigen :D ...
Grade wenn die Handys immer mehr funktionen bekommen und eher Organizer statt Mobiltelefone werden kann das doch blöd werden. Da lobe ich mir doch noch mein altes Nokia 6310i....:D Na gut, ein 6230i hab ich auch noch, aber "mehr" kommt erst mal nicht in Frage. MfG Andy ...
Mal ganz abgesehen davon, dass Ermittler bestimmt net die einzigen sind die dir ne "Service SMS" schicken können um unbemerkt was auf dein Handy zu schmuggeln. Is doch bestimmt so wie bei Windows (Gibt doch inzwischen Windows mobile oder?) dass es sowas wie Ports zum öffnen gibt, über die man da ...
Dann muss differenziert werden, für welche Fälle solche Ermittlingsmethoden verwendet werden dürfen. Ob es wie gesagt ein Urheberrechtsverstoß oder ein Mordfall ist. Sicher, in der Theorie. Aber bisher hat sich doch noch jeder Ermittlungsbeamte über Zufallsfunde ...
Warum nicht? Vielleicht hatte er ja "Mittäter", denen er sein "Raubkopiergut" weitergegeben bzw. denen er CDs gebrannt hat. Irgendwann kommen die auf solche Ideen, da bin ich mir wiederum sicher. MfG Andy Dann muss differenziert werden, für welche Fälle solche Ermittli ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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