
Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts hat für die Online-Durchsuchung enge Grenzen vorgeschrieben. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) setzte in den vorangegangenen Verhandlungen zwischen den zuständigen Ministerien durch, dass für die Installation der Überwachungssoftware die Wohnung nicht betreten werden darf. Der SPD-Politiker Sebastian Edathy forderte, der Kabinettsbeschluss müsse im Parlament so umgesetzt werden, dass "kein Schnüffelstaat" entstehe. Er setzte sich zudem für eine Balance zwischen den Sicherheitsinteressen und dem Schutz der bürgerlichen Freiheitsrechte ein.
Umstritten ist auch noch immer die geplante Videoüberwachung. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass BKA-Ermittler bei der Beobachtung von Wohnungen die Überwachung von Unschuldigen und Unverdächtigen in Kauf nehmen dürfen, was bei der SPD ebenfalls auf Widerstand gestoßen ist. Auf Kritik stößt das Gesetz auch bei den Grünen. Volker Beck sprach einem "schwarzen Tag für die Bürgerrechte".
Den Politikwissenschaftler Florian Glatzner vom FoeBuD e.V. hat der heutige Beschluss nicht wirklich überrascht. In einem Telefongespräch mit der Redaktion der Gulli News sagte er, dass man diese Entscheidung nicht für allzu wichtig nehmen sollte. Die Gesetze würden noch immer durch den Bundestag und nicht durch das Kabinett beschlossen. Man müsse nun also abwarten, was der Bundestag diesbezüglich im Detail diskutieren und entscheiden wird.
Florian Glatzner hat im Rahmen seiner Magisterarbeit "Die staatliche Videoüberwachung des öffentlichen Raumes als Instrument der Kriminalitätsbekämpfung - Spielräume und Grenzen" die Frage behandelt, ob und wann Videoüberwachung zur Kriminalitätsbekämpfung sinnvoll angewendet werden kann. Die PDF-Datei kann bei Interesse von hier heruntergeladen werden.
Bundesinnenminister Schäuble indes zeigte sich mit der Entscheidung sehr zufrieden:
"Der heute vom Bundeskabinett beschlossene Entwurf stellt einen maßgeblichen Baustein in der Sicherheitsarchitektur der Bundesrepublik Deutschland dar. Wie im Koalitionsvertrag verabredet, schaffen wir die erforderlichen Befugnisse des Bundeskriminalamts im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. (...)
Mit Verwunderung habe ich die öffentlichen Debatten der vergangenen Wochen beispielsweise in Bezug auf die Regelung zur optischen Wohraumüberwachung verfolgt. (...)
Dem Bundeskriminalamt soll im Rahmen der Online-Durchsuchung gestattet werden, unter bestimmten, sehr eng umrissenen Voraussetzungen durch den Einsatz technischer Mittel, das heißt durch entsprechende Programme, Daten aus informationstechnischen Systemen zu erheben, um terroristische Gefahren abzuwehren und entsprechende Straftaten zu verhüten. Nachdem das Bundesverfassungsgericht festgestellt hat, dass eine solche Maßnahme mit den Vorgaben unserer Verfassung im Einklang steht, ist damit gewährleistet, dass das Bundeskriminalamt Schritt halten kann mit der Nutzung modernster Informationstechnologien durch Terroristen. Ich halte dies für einen wesentlichen Fortschritt."
Ob ihm die meisten Bürgerinnen und Bürger da beipflichten werden? Den Gesetzentwurf kann man als PDF-Dokument von hier beziehen.
(via stern.de, bmi.bund.de, thx!)
News Redaktion am Mittwoch, 04.06.2008 14:25 Uhr
Nur Pech wenn man noch ein Handy in der Tasche hat, das können die Stasibrüder immer orten wenn es eingeschaltet ist. Was hat das jetzt mit dem Navi zu tun? MfG Andy ...
sicher, GPS sendet auch auf 400 MHz und sitzt hinter der Stossstange. :confused: Auf das normale Navi im Fahrzeug hat aber im Regelfall niemand von aussen Zugriff und kann ohne vorherige Manipulation die Bewegungsdaten irgendwo hin schicken lassen. MfG Andy Nur Pech wen ...
es ist nur noch eine frage der zeit bis die menschen angst haben müssen äußerungen über diesen staat zu tätigen, da sie ja befürchten müssen unter verdacht zu geraten...eine rechtfertigung dazu lässt sich leicht finden, da der begriff verdächtig nicht näher definiert ist...es kann praktisc ...
In der Schule nicht zugehört? Im Kampf gegen die Demokratie kooperierten Kommunisten auch mit Nationalsozialisten. Hui! da muss man 75 Jahre zurück, um solchen Schmarn als ständige ...
Armes Deutschland - aber das war ja klar unsere Staatvertreter wollen einfach den Bürger in der Hand haben. Nun sind wir nicht viel weiter als im 3. Reich bzw. in der Ex-DDR. Wir befinden uns auf einem sinkenden Schiff mit dem Namen DEMOKRATIE. Aber die nächsten Wah ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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