
Verhandelt wurde vor dem Landgericht Berlin. Schon nach wenigen Minuten stand für den Blogbetreiber und seinen Anwalt fest, dass dies keine langatmige Verhandlung werden würde. Nach kurzer Einleitung stellte der Vorsitzende der drei Richter in wenigen Sätzen fest, dass die gewählte Überschrift "Auktionen bei Telebid: Mitbieten und arm werden" eine klare, nicht wörtlich zu nehmende Meinungsäußerung darstellt, die zusammen mit einem Bild nach außen gekehrter Hosentaschen in keinster Weise gewerblich motiviert sei.
Die Argumentation des generischen Anwalts ging ins Leere. Auch sein Versuch das Konzept seines Auftraggebers als lupenrein darzustellen, konnte nicht den erhofften Erfolg erzielen, zumal dies in diesem Zusammenhang überhaupt keine Rolle spielt. Der Richter erkundigte sich darüber, ob dieses Geschäftsmodell bereits wettbewerbsrechtlich geprüft wurde und erweckte nach Aussage des Blogbetreibers den Eindruck, dass Telebid nach eingehender Prüfung durch entsprechende rechtliche Instanzen möglicherweise verboten werden könnte. Der Blogger Tobias Battson hatte am Ausgang des Verfahrens nicht viel auszusetzen. Er hätte lediglich den Geschäftsführer der unterlegenen Partei gerne persönlich kennengelernt, dieser war zum Gerichtstermin aber nicht erschienen.
Selbst der WDR kritisierte im Vorjahr das Geschäftsgebaren des online Auktionshauses Telebid. Bei Telebid wird Neuware versteigert, allerdings kostet die Benutzer jedes Gebot fünfzig Cent. Auch wenn man nach Aussage des WDR so durchaus preisgünstig an Waren kommen kann: Gewinn fällt immer für das Auktionshaus ab. Die unterlegenen Bieter bekommen nicht nur keine Ware, auch die Kosten verbleiben bei ihnen. Jedes Gebot erhöht den Preis um 10 Cent und verlängert gleichzeitig die Auktion um 40 Sekunden. Wird in den nächsten 40 Sekunden nichts geboten, geht das Gerät an den höchsten Bieter. Die Gefahr ist, dass man kostenpflichtig jede Menge Gebote abgibt, ohne je dafür eine Ware zu erhalten. Der Trick dabei: Der Zeitcounter und das ganze System regen den Spieltrieb des Menschen an. Wer sich darauf einlässt und sich selbst keine Limits setzt, geht ein hohes Kostenrisiko ein. 20 Gebote, die kürzester Zeit abgegeben werden können, kosten dann schon 10 Euro. Wer dann schon einige Kosten im Rücken hat, will endlich etwas für sein Geld sehen, eine unendliche Spirale tut sich auf. Zudem muss man sein Gebotskonto im Vorfeld aufladen, die Bieter zahlen so lediglich für die Möglichkeit an der Börse teilnehmen zu dürfen.
Sowohl der WDR als auch Tobias Battson kritisierten auch das Auktionshaus Luupo in ihren Beiträgen. Das Problem hier, um ein aktuelles Gebot einsehen zu können, muss man selbst bieten, was schon alleine 49 Cent kostet. Gleichzeitig wird der Artikel dadurch 40 Cent preiswerter. Der Gewinnkauf verläuft dem hingegen nach dem Zufallsprinzip. Käufer ist derjenige, der den Preis auf null drücken konnte. Auch hier wird viel gezockt und geboten, was die Teilnehmer Geld kostet. Nur ein Bieter erhält letztendlich den Zuschlag, alle anderen bezahlen lediglich. Auch bei Luupo muss das Gebotskonto im Vorfeld aufgeladen werden. Der WDR mahnt zur Vorsicht bei beiden Anbietern, weil in beiden Fällen der Spieltrieb des Menschen weitaus stärker als bei der Konkurrenz angesprochen wird.
Der vor Gericht unterlegenen Sofina GmbH verbleiben nach Urteilsverkündung 30 Tage, um zu überlegen, ob man gegen den Blogger in Berufung gehen will.
(via tobe or not to be, thx!)
News Redaktion am Freitag, 20.06.2008 12:39 Uhr
Sowohl bei ciao.de als auch bei dooyoo.de gibt es auch positive Erfahrungsberichte. Klar verdient sich Telebid eine goldene Nase, aber daran kann man auch partizipieren... ...
Tja so ist dass mit dem Geldverdienen, andere Versuchen mehr oder weniger ein vernünftiges Produkt zu verkaufen und andere Basteln halt so ein komisches Zeugx und verdienen im Schlaf ihr Urlaub und Luxusartikel. Wenn man bei dem oben genannten Anbieter die Artikel betrachtet, dann merkt man schon ...
Wenn eBay solche Mitbewerber hat wundert mich es nicht, dass sie so marktbeherrschend sind. Cu Verbogener ...
@ Hansolomio Also ich bin jetzt ca. 4 Wochen bei TeleBid dabei und habe 125 Gebote erfolglos abgegeben. Also 62,50€ Verlust. Aber wie beschrieben habe ich ja auch schon 2 Dinge erfolgreich bekommen, die den Verlust um ein vielfaches wieder wett machen. Also bisher hat sich TeleB ...
@ Hansolomio Also ich bin jetzt ca. 4 Wochen bei TeleBid dabei und habe 125 Gebote erfolglos abgegeben. Also 62,50€ Verlust. Aber wie beschrieben habe ich ja auch schon 2 Dinge erfolgreich bekommen, die den Verlust um ein vielfaches wieder wett machen. Also bisher hat sich TeleBid für mich gelo ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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