
Im Moment wird von den Mitgliedsstaaten der G8 ein neues Urheberrechtsabkommen diskutiert. Mitglieder der G8 sind: Deutschland, die USA, Japan, Großbritannien, Kanada, Frankreich, Italien und Russland. Das "Anti-Counterfeiting Trade Agreement" (Handelsabkommen gegen Produktfälschung, kurz Acta) soll aus normalen Zöllnern regelrechte Copyright-Cops machen. Die Idee: Beim Grenzübertritt sollen diese weit häufiger als bisher die Inhalte von Handys, Computern, MP3- und Videospielern prüfen, um festzustellen, ob ein Reisender illegale Dateien importieren will. Wenn ja, drohen dem Beklagten der Einzug der entsprechenden Geräte, Bußgelder, Klagen und die Möglichkeit, an der Grenze abgewiesen zu werden. Die Beweislast scheint dabei aufseiten der Konsumenten zu sein. Wie soll der ohne seine Original-CD beweisen, dass es sich lediglich um gerippte Stücke einer legal erworbenen CD handelt? Auch das Umgehen von DRM oder anderen Kopierschutzmaßnahmen ist in vielen Ländern illegal, egal ob die CD gekauft wurde oder nicht.
Noch wird der ACTA, in dessen Rahmen auch die Kontrolle des Internetverkehrs verschärft werden, soll, lediglich diskutiert. Der Inhalt der Vorverhandlungen ist geheim, grundsätzlich soll es um den Schutz aller informationsbasierten Waren gehen, das bezieht auch die Tatsache mit ein, dass ISPs künftig per Gesetz zur Mitarbeit gezwungen werden können. Diverse Mitgliedsstaaten haben dem Vorhaben zugestimmt, sie lehnen eine Veröffentlichung der Papiere allerdings ab, wahrscheinlich um eine Diskussion im Vorfeld unmöglich zu machen. Im Juli soll das Papier beim Gipfel in Tokio auf den Tisch kommen. Ein Auszug der geheimen Akten aus Wikileaks besagt, dass den Filesharern zum Schutz der Rechteinhaber drakonische Strafen angedroht werden sollen, der Industrie wird dies sehr zusagen.
Bei uns in Europa sind solche Durchsuchungen im Gegensatz zu den USA noch nicht bekannt geworden, in Großbritannien werden solche Maßnahmen derzeit immerhin debattiert. Der Zoll in Deutschland achtet oftmals lediglich auf den Transport gebrannter CDs und DVDs. Diese werden dann eventuell auf deren Inhalt hin untersucht, eine reguläre Prüfung der Festplatten mitgebrachter Geräte findet noch nicht statt.
Die EFF hat schon vor Wochen allen Vielreisenden geraten, ihre Festplatten vor Antritt des Urlaubs oder der Dienstreise leer zu fegen. Sind Partitionen oder der ganze PC verschlüsselt, wird häufig die Herausgabe des Passwortes gefordert oder das Gerät im schlimmsten Fall zur Prüfung einbehalten. Auch sind die Organisationen nicht dazu verpflichtet, dass sie jeden Gast auch wirklich in ihr Land einreisen lassen müssen. Ein Anspruch auf die Rückerstattung der Flugkosten besteht zudem nicht.
(via euro-police & wikipedia.org, thx!)
News Redaktion am Dienstag, 24.06.2008 16:12 Uhr
halte ich für eine urban legend. Die G8 sind nicht die EU. Und die Grenzkontrollen sind EU-Sache. Ganz so schlimm wie in Amiland kann es nicht werden. Muss mich nach einigem gegoogel korrigieren- die meinen das ja wirklich ernst...! Das ist ja zum Brechen...!! Ich gla ...
Ja und bald stehen die Blauen an den Bahnhöfen und Flughäfen mit Schäferhunden, die Raubkopien und Mordkopierer am Geruch erschnuppern können. Erwischt werden doch eh nur die Dummen, die nicht informiert sind. Daran lässt sich Kasse machen - an der Unwissenheit des Menschen und das wird auch im ...
Mich würde es nicht wundern wenn nach "Raubkopien" stärker gesucht wird als nach Drogen, denn an "Raubkopien" kann man mehr Kasse machen. Ich würde sogar drauf Wetten, das "Raubkopien" irgendwann mal unter den schweren Straftaten eingeordnet wird. Aber: Pillen, Gras, Pilze und LSD-Tickets kann m ...
halte ich für eine urban legend. Die G8 sind nicht die EU. Und die Grenzkontrollen sind EU-Sache. Ganz so schlimm wie in Amiland kann es nicht werden. Vor paar Jahren hätte niemand an sowas wie Schäuble geglaubt.. nun das.. Ich geb dem ganzen noch 2 Jahre. ...
die kommen damit nie durch;) ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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