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Online-Piraterie: Buchverleger wollen aus Fehlern der Musikbranche lernen

Alle beschweren sich über Urheberrechtsverletzungen im Internet. Ob Filmstudios, Musikproduzenten, Software-Hersteller oder Buchverlage: Das Piraterieproblem sei Schuld an Umsatzeinbußen. Dennoch wollen nicht alle bei der massiven Raubkopiererjagd mitmachen.

Während von den Musikkonzernen Massenabmahnungen gegen Filesharer kommen, wird aus der Buchbranche der Ruf nach neuen Vertriebswegen laut. Der Münchner Rechtsanwalt Konstantin Wegner, der vor allem Buchverlage im Urheber- und Medienrecht vertritt, mahnt jedoch zu Gelassenheit: Man solle aus den Fehlern der Musikindustrie lernen und neue Vertriebswege suchen, statt sich darauf zu versteifen, Piraterie mit juristischen Mitteln zu bekämpfen. Die Musikindustrie hätte viel zu spät Online-Musikläden zu gelassen und viel zu lange in Kopierschutztechniken investiert.

Stattdessen schlägt der Jurist vor, "die richtige Mischung aus Repression und attraktivem Angebot zu finden". Die Verlage sollten sich eher "auf die Verfolgung der heavy user und den Schutz ihrer Bestseller konzentrieren." Insgesamt kann die Buchbranche sowieso nicht klagen: Im Vergleich um Jahr 2006 konnten deutsche Buchhändler ihren Umsatz um 3% auf 9,6 Millarden Euro erhöhen. Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels sieht Piraterie auch nicht als das größte Problem an. Viel entscheidender sei die zunehmende Marktkonzentration und die Verdrängung kleiner Buchhändler zugunsten überregional handelnder Unternehmen.

Viele Buchautoren fordern daher neue Vertriebsmodlle für Bücher im digitalen Zeitalter. Tracy Chevalier, von der britischen Autorengewerkschaft Society of Authors, beklagt, dass vor allem Lyriker, Kochbuchautoren und Kurzgeschichtenschreiber von Online-Piraterie betroffen seien. Diese müssten langfristig mit dem Schreiben aufhören, wenn nicht ein neues Geschäftsmodell entwickelt werde, was im digitalen Zeitalter brauchbar sei.

(via ZDF heute)

News Redaktion am Mittwoch, 09.07.2008 13:51 Uhr

tagsTags: urheberrechtsverletzung piraterie musikindustrie raubkopie buchhandel urheberrecht

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16 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • am 10.07.2008 16:16:59

    bin da auch der ansicht man stelle sich vor: ein schauspieler verdient 500000€ der regiseur noch 1000000€ usw... der autor dagegen kann wenn überhaupt grad mal davon leben, Nicht gleich pauschalisieren... Nicht alle Regisseure produzieren Hollywood-Blockbuste ...

  • setamagiga am 10.07.2008 07:07:33

    bin da auch der ansicht man stelle sich vor: ein schauspieler verdient 500000€ der regiseur noch 1000000€ usw... der autor dagegen kann wenn überhaupt grad mal davon leben, es ist man kann piraterie als kampf gegen den kapitalismmus sehen bemerke ich gerade :D , löblicher ged ...

  • Hirnblaehung am 10.07.2008 00:56:09

    Wenn ich mir mal nen Buch kaufe dan muss es auch aus papier sein ... Und auserdem verdienen dich ja auch nicht soviel ;) Und die Autoren müssen davon ja auch leben ... Und 3. Haben die uns noch nicht übern Tisch ziehen wollen und machen kein tara aus jedem scheiss ... mFg ...

  • Real_Peter_Pan am 09.07.2008 20:42:52

    Tja, ich denke da sind sich wohl die meisten einig. Es ist einfach nicht das Wahre, ein Buch am PC zu lesen. Ich habe schon einige Romane vor dem Monitor durchgelesen, aber empfinde es auch als wesentlich angenehmer ein richtiges Buch in der Hand zuhalten. Zumal man das dann auch ohne Probleme drauà ...

  • em_di am 09.07.2008 19:48:55

    Das einzige, wo ich Ebooks hernehme, sind Themen, die ich auch am PC bearbeite, also z.b. Programmieren, etc. Abends bzw. zur Freizeitausgestaltung muss einfach ein normales Buch her, was man umblättern kann, wo man sieht, was man schon gelesen hat. Das gehört für mich einfach dazu. ...

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