
Das Signal könnte nicht deutlicher sein. Seit Langem ist es im UK normal das editierte Wählerlisten an Firmen verkauft werden, die diese dann unter anderem für Werbezwecke verwenden. Der Regierungsbericht spricht über dieses Verhalten richtigerweise von einem "Armutszeugnis" bezüglich dem Schutz der Privatsphäre.
Eine Empfehlung der Kommission lautet, dass die Leute zumindest darüber informiert werden müssten, wenn ein Unternehmen deren Datensätze aufkauft. Sollte eines dieser Unternehmen gar über keine ausreichenden Datenschutzrichtlinien verfügen oder das Recht auf Privatsphäre verletzen, müssen erhebliche Strafen drohen. Selbstverständlich kann gegenüber den Behörden ein Widerspruch eingebracht werden, damit die Daten nicht weiterverkauft werden, aber man sehe hier akuten Handlungsbedarf, da diese Maßnahme allein keinesfalls ausreichend sei. Richard Thomas, der "Information Commissioner" sowie Dr. Mark Walport, der Direktor von Wellcome Trust, zeichnen sich für den Bericht verantwortlich, der interessanterweise nur eine Woche vor dem Verlust von zwei CDs, welche Daten von 25 Millionen Bürgern enthielten, veröffentlicht wurde. Dabei spricht der Report u. a. davon, dass eine völlige Verwirrung im öffentlichen wie privaten Sektor herrsche, wie Daten verwendet werden dürften. Die betroffenen Personen hätten ebenfalls kaum das Wissen, was mit ihren Daten getan wird. Richard Thomas zeigte sich äußerst besorgt über die Tatsache, dass es zum Alltagsgeschäft von Behörden wurde, editierte Wählerlisten an Marketingunternehmen zu verkaufen.
"Wir halten den Verkauf von editierten Datensätzen durch Behörden für einen nicht wünschenswerten Weg beim Umgang mit persönlichen Daten. Es stellt ein Armutszeugnis für die Öffentlichkeit dar, wenn persönliche Daten, die zu Wahlzwecken gesammelt wurden, damit man an einem demokratischen Prozess teilhaben kann, für völlig andere Zwecke verkauft werden."
Vorgehen möchte man gegen einen erheblichen Missbrauch der Datensätze dadurch, dass der Information Commissioner die Vollmacht zur Aussprache von Geldstrafen erhalten soll. Diese sollen bis maximal zwei Millionen Britische Pfund gehen, wenn einer der Käufer absichtlich oder rücksichtslos mit den erworbenen Datensätzen umgeht. Bis dies jedoch geschehen ist, dürfte noch einige Zeit vergehen, wenn man die Aussage einer Sprecherin des Justizministeriums betrachtet: "Wir werden die Empfehlungen des Berichtes ausgiebig prüfen. Sobald wir die Zeit dazu gefunden haben, werden wir ein neues Statement abgeben, welches sich dann mit der Einbindung und den Kosten solcher Änderungen befassen wird."
(via bbc, thx!)
News Redaktion am Freitag, 11.07.2008 16:08 Uhr
Und dann soll ich wählen gehen? ...
Wer zahlt denn noch für Datensätze? Bei den Briten ist es doch sowieso sehr wahrscheinlich, dass man die zufällig auf der Straße findet, so oft die verloren werden. Naja, solange der Großteil der Bevölkerung schläft, oder eher im Koma liegt, können die Heinis ja machen was se wollen. (Egal, ...
man kann ja wenigstens so tun als ob den oberen in dem land die interessen der eignen bürger am herzen liegen würde...wenn man dann mal etwas zeit dafür hat sich mit solchen belanglosigkeiten zu beschäftigen... ein armutszeugnis stellt sich dieser staat täglich neu aus indem er seine bevölker ...
In Großbritannien scheint es an der Tagesordnung zu sein, jedwede persönliche Daten entweder zu verlieren, oder optimalerweise zu verkaufen. Den Bezirken soll nun der Verkauf von editierten Wählerlisten verboten werden, nachdem ein Regierungsbericht zu dem Schluss gelangt ist, dass der Verkauf ...
Julian Wolf am 27.05.2012, 21:08 Uhr
Die amerikanische Fluglinie „American Airlines“ muss sich aktuell gegen Vorwürfe wehren, das Unternehmen benachteilige Kunden mit bestimmten moralischen Ansichten. Weil eine Passagierin auf ihrem T-Shirt den Spruch „If I wanted the government in my womb, I’d f*ck a senator“ trug, konnte sie nicht an Bord ihres Anschlussfliegers.
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