
Seitdem Googles Wagen mit den hohen Stativen der 360°-Kameras auf den Straßen der bayrischen Metropole unterwegs seien, meldeten sich immer wieder besorge Bürger beim Haus- und Grundbesitzerverein, berichtet dessen Vorsitzender Rudolf Stürzer. Sie fürchteten, dass "bestimmte Personen" künftig "bequem vom Sessel aus" ihre Anwesen auskundschaften könnten.
Die Einbrecher müssten mit Street View nicht mehr vor Ort sein, um zu entscheiden, "wo es sich lohnt einzusteigen", sagt Stürzer. "Sie machen sich nicht einmal mehr auffällig." Er gehe davon aus, dass die Aufnahmen so detailreich seien, dass auch Sicherheitseinrichtungen wie Alarmanlagen oder Überwachungskameras zu erkennen seien.
Der Haus- und Grund-Chef gibt sich jedoch kampfeslustig und betont die Gefahr von Mash-ups: Was sei, wenn dereinst solche Wanderungen mit anderen Daten verknüpft würden, mit Telefonbüchern etwa? Sollte es nötig sein, will er sich auch mit dem Weltkonzern aus Mountain View anlegen. Wenn sich ein Mitglied seines Vereins gegen die Aufnahmen wehre, werde man den Hausbesitzer unterstützen. Ob die Klage Erfolgschancen hätte, ist aber fraglich. Einen ähnlich gelagerten Fall gibt es derweil auch in den USA.
Die Polizei macht sich allerdings keine großen Sorgen: "Wir sind nicht sonderlich glücklich", sagt Sprecher Peter Reichl, "aber eine große Kriminalitätswelle sehen wir nicht auf die Stadt zurollen." Es könne durchaus sein, dass der ein oder andere online seine Zielobjekte ausspähe, aber das sei auch anders möglich, man brauche nur langsam mit dem Fahrrad herumzufahren. Einem Profi genüge ohnehin ein Blick, um lohnende Ziele zu erkennen.
Verhindern könne man die Google-Aktion sowieso nicht, "das ist rechtlich nicht zu beanstanden", wie Reichl erklärt. Das sieht auch Peter Meier von der bayerischen Datenschutzbehörde in Ansbach so. Voraussetzung sei jedoch, dass Personen nicht zu erkennen seien, ebenso wenig wie Autokennzeichen und Hausnummern.
Datenschutzrechtliche Probleme hat Google Street View schon häufiger verursacht, weil den Kameras sprichwörtlich nichts verborgen bleibt. Mittlerweile werden Gesicher und Autokennzeichen in einigen Ländern verpixelt, so auch in Deutschland. "Wir sind ein Unternehmen, das sich an Recht und Gesetz der jeweiligen Länder hält", erklärt Sprecher Stefan Keuchel. Allerdings sehe man keine rechtliche Notwendigkeit, Hausnummern unkenntlich zu machen.
Sollten Polizei und Datenschützer in ihrer Einschätzung recht behalten, dürfte Google ein Problem haben. Denn schon die automatisierte Unkenntlichmachung von Gesichtern und Kennzeichen zeigt immer wieder Fehler. Bei derart unregelmäßigen Gegenständen wie Hausnummern dürfte die aktuelle Technik wohl erst einmal passen müssen.
News Redaktion am Sonntag, 13.07.2008 17:14 Uhr
@kandor Respekt :T :D Gruß ghostuser ...
Fehlt bloß noch das hier einer mit Terroristen anfängt, dann ist ja aller Schwachsinn beisammenDas wäre nicht unbegründet: Bayern ist quasi mit Kruzifixen zugemüllt, das zählt dort als Haus- u. Gartenschmuck, ist Pflicht und dürfte so ziemlich jeden friedlichen Nicht ...
@Bewa In den Garten schauen... so ein Schwachsinn, das kann man schon seit Jahren mit Google Earth oder nicht? Google Street View ist im Grunde eine 3D-Virtualisierung mit Originalbildern der Städte bzw. Landschaften - dann müßte man auch Millionen von Postkarten einziehen, nur weil der ein od ...
am besten stellt man sich ganz demonstrativ mit seinem waffenarsenal vor das haus, wenn das googleauto vorbeifährt. sollte die bösen diebe wohl abschrecken :D ...
Ich habe mir auch schon mal New York angesehen, ist doch ne' geile Sache sich so durrch die Stadt zu bewegen, mal zu schauen wo sich das gebuchte Hotel befindet und das man daneben gleich mal beim Italiener essen gehen kann. Aber bei Privathäusern ist das etwas anders, zum ...
Lars Sobiraj am 04.02.2012, 11:32 Uhr
Während Die Linke zur Teilnahme an einem europaweiten Aktionstag gegen ACTA aufruft und Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger die Kritik am internationalen Handelsabkommen zurückweist, führte der Jurist Jens Ferner eine ausführliche Analyse jedes einzelnen Artikels durch. Wir fragten ihn, wie gefährlich ACTA tatsächlich ist. In welchem Rahmen bedroht dieses Abkommen unser aller Freiheit?
Lars Sobiraj am 08.02.2012, 12:51 Uhr
Im Rhein-Neckar-Kreis wurde ein simpler Diebstahl mit Hilfe einer DNA-Analyse aufgeklärt. Der 44-jährige Verdächtige trank ein Bier in einem Eiscafé, bevor er die Brieftasche eines Fremden stahl. Weil seine DNA in der Datenbank des Landeskriminalamts vorliegt, konnte ihn die Polizei anhand seiner DNA-Spuren am Bierglas als Schuldigen ausmachen.
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