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Social Networks: Bilder auf Facebook können dich ins Gefängnis bringen

Zwei Wochen, nachdem er betrunken einen schweren Autounfall verursacht hatte, zeigte sich Joshua Lipton auf einer Party im Knasti-Outfit. Bilder des Unfallfahrers im schwarz-weiß gestreifen Hemd und einem orangenen Ganzkörperanzug mit der Aufschrift "Jail Bird" landeten auf Facebook - und Lipton im Gefängnis.

Für Staatsanwalt Jay Sullivan waren die Bilder ein willkommenes Beweismittel. Er stellte Lipton als reuelosen Partymacher dar, der feiert, während sein Opfer schwerverletzt im Krankenhaus liegt. Ein Richter stimmte zu, nannte die Bilder "verdorben" und schickte den 20-jährigen für zwei Jahre ins Gefängnis.

In den Zeiten von Facebook, StudiVZ und Co. dienen Bilder aus Social Networks immer häufiger auch der Justiz. Häufig ist es nicht einmal der Betroffene, der die Bilder hochgeladen hat. Auch Joshua Lipton wurde die Möglichkeit, Freunde auf Bildern zu verlinken, zum Verhängnis.

"Soziale Netzwerke sind nur ein weiterer Weg, auf dem Leute Dinge sagen oder tun, die später auf sie zurückkommen und sie verfolgen", erklärt Phil Malone, Leiter der Cyberlaw-Klinik des Berkman Center für Internet und Gesellschaft an der Harvard Law School. "Die Sachen, die Leute online sagen oder hinterlassen sind ziemlich permanent."

Eigentlich sollte es heute jeder wissen: Was einmal im Internet steht, ist kaum mehr wegzubekommen. Vielen scheint allerdings noch immer nicht klar zu sein, dass auch Arbeitgeber oder die Justiz Zugang zu Facebook oder StudiVZ haben. Gerade, wenn es um die Einschätzung des Charakters von Bewerbern, Angeklagten oder auch Zeugen geht, werden Profile auf Social Networks gerne zu Rate gezogen.

"Es ist nicht in jedem Fall möglich", sagt Darryl Perlin, Staatsanwalt in Santa Barbara County, Kalifornien "Aber in manchen Fällen wird es relevant."

So wie bei Joshua Lipton. Jay Sullivan hatte eine Slideshow mit den Partyphotos erstellt - überschrieben "Reuevoll?" - und während der Verhandlung gezeigt. Richter Daniel Procaccini erklärt, dass die Bilder seine Entscheidung, Lipton zu verurteilen, beeinflusst habe:

"Ich hatte das Gefühl, dass es mir einen Eindruck davon gab, wie sich dieser junge Mann kurz nach einem beinahe fatalen Unfall fühlte, dass er dachte, es wäre angemessen, sich über die Möglichkeit, ins Gefängnis zu gehen, lustig zu machen."

Da half es auch nichts, dass Liptons Anwalt Kevin Bristow den Studenten als zutiefst verstört und verunsichert darstellte. Lipton habe dem Opfer und seinen Eltern einen Entschuldigungsbrief geschrieben und sogar die Uni geschmissen, weil er nicht mehr klargekommen sei. Er habe nicht gewusst, wie er reagieren solle. Den Richter beeinflusste das wenig - 2 Jahre Gefängnis standen am Ende für Lipton zu Buche. Ohne die Bilder wären es höchstwahrscheinlich weniger gewesen. (Simon Columbus)

(via CNN, thx!)

News Redaktion am Samstag, 19.07.2008 18:16 Uhr

tagsTags: studivz facebook social network soziales netzwerk usa justiz

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8 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Awebb am 27.07.2008 16:26:09

    Wenn man den Bericht und die Schlagzeile liest, könnte man meinen, Lipton wäre ohne die Fotos garnicht ins Gefängnis gekommen. Ich werd jetzt mal polemisch und Kreide das als BILD-Stil an. ...

  • rrrrr am 21.07.2008 15:23:10

    Richtig so, wie kann man nur so dämlich sein und auf so eine Idee kommen. ...

  • murkel am 20.07.2008 11:22:49

    Die Bilder zeigen doch den wahren Charakter des Unfallverursachers. Wie würdet Ihr Euch fühlen? Ihr liegt schwer verletzt im Krankenhaus und gleichzeitig feiert Euer Unfallverursacher auf diese Art und Weise eine Party. ...

  • titus_shg am 19.07.2008 21:15:34

    So muss das sein. Ein Autounfall-Prolet sollte wirklich bestraft werden. :D :rolleyes: Zumindest dann, wenn Alkohol oder andere Drogen im Spiel waren und wenn dabei auch noch Personenschäden verursacht wurden. :T MfG Andy ...

  • `mks am 19.07.2008 21:13:55

    Ja bitte...wie dumm muss man eigentlich sein? Ich fass es manchmal wirklich nicht ^^ ...

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