
Um der Falschmeldung etwas mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen, schrieb Conradt seinen Artikel Jake Trotter zu, einem Journalisten der Zeitung "The Oklahoman", und versah ihn mit entsprechenden Namen und Markenzeichen. In dieser Form als Artikel der Zeitung getarnt, stand der Text für einige Stunden auf Conradts Seite "Darth Husker".
Mittlerweile ist die gesamte Fanseite von Conradt entfernt worden, er selbst steht in Oklahoma vor Gericht. Besonders interessant ist der Umfang der Klage: "The Oklahoma Publishing Co." und der Journalist Jake Trotter haben Conradt wegen insgesamt zehn Fällen von Verleumdung, Copyright-Verletzung und Markenrechts-Verstößen vor das Zivilgericht gezerrt.
Damit wollen die Kläger einen finanziellen Ausgleich für die entstandenen Schädern erreichen. Außerdem soll Conradt eine Unterlassungserklärung unterschreiben und eine Richtigstellung auf seiner Website veröffentlichen, um die angeblich entstandenen Schäden zu kompensieren.
Allerdings stellt sich unweigerlich die Frage, welche Schäden Conradt verursacht haben soll. "Conradt präsentierte Trotter in einem falschen Licht und schädigte seinen Ruf und seinen Arbeitsplatz durch die Veröffentlichung der Geschichte", heißt es laut der Berichterstattung des Oklahoman in der Klageschrift.
Dabei müsste wirklich jedem Leser aufgefallen sein, dass er sich nicht auf der Seite des Oklahoman befand. Schließlich veröffentlichte Conradt den Artikel unter seiner eigenen Domain - für einen halbwegs aufmerksamen Leser muss der Hoax eindeutig zu erkennen gewesen sein.
Entsprechend entschuldigte sich Conradt auch nicht bei der Zeitung - sondern bei den Familien der Sportler. Er habe niemanden verletzen wollen, sagte er gegenüber einem Reporter. Die Anwälte der Gegenseite bauen unterdessen darauf, dass Conradt sich "der Gefahren wohl bewusst war, die durch das anonyme Veröffentlichen von schädlichen Angriffen im Internet verursacht werden können", und zitiert dazu aus einem Interview mit Conradt, in dem sich dieser tatsächlich entsprechend äußert: "Ich denke, Anonymität bringt das Schlechteste in Menschen hervor."
Das Gericht darf sich nun also mit der Frage beschäftigen, ob das Postens eines Hoaxes - immerhin alte Tradition im Internet - tatsächlich strafbar ist. Sollte es in diesem Fall eine Entscheidung zu Gunsten der Zeitung geben, wäre das sicher eine Niederlage für die Meinungsfreiheit - auf jeden Fall aber für den Humor. (Simon Columbus)
(via TechDirt, thx!)
News Redaktion am Dienstag, 22.07.2008 15:46 Uhr
Edit: Oh nein... ich sehe gerade, dass es sogar "oder" heißen MUSS. Denn: In dem News-Artikel steht es folgendermaßen: "(...) insgesamt zehn Fällen von Verleumdung, Copyright-Verletzung und Markenrechts-Verstößen vor das Zivilgericht gezerrt.". Aber: Nicht jede Anklage bezieht sich auf j ...
James Conradt ist ein begeisterter Fan der "Nebraska Cornhuskers". Erzfeind der "Huskers" sind die "Sooners" aus Oklahoma. In dieser Form als Artikel der Zeitung getarnt, stand der Text für einige Stunden auf Conradts Seite "Darth Husker". Also wenn ich hier auf dem G ...
Wenn sich die Spieler angegriffen fühlen, ok. Dass sich der Journalist angepisst fühlt, zeugt aber von mangelnder Souveränität. Der Journalist hätte cool reagieren und sich freuen können, das er für diesen "Scherz" ausgewählt wurde. ...
ich finde auch, dass der journalist und noch mehr die beiden spieler (um die es im artikel wohl ging) das recht haben, den autor entsprechend zu verklagen! nicht ganz so schlimm aber auch nicht gerade sinnvoll finde ich "april-scherz-artikel", wie sie auf manchen (auch renomierten) news-seiten zum ...
"Conradt präsentierte Trotter in einem falschen Licht und schädigte seinen Ruf und seinen Arbeitsplatz durch die Veröffentlichung der Geschichte" Ist doch zu 100% korrekt? Und natürlich kann der Spieler gegen ihn vorgehen, wenn eine Veröffentlichung wider besseren Wissens jemanden a) des Droge ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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