
Skaven hatte die lange Anreise aus Finnland auf sich genommen, um das Happening personell und inhaltlich unterstützen zu können.
Er war Anfang der 1990er Mitglied der Gruppe Future Crew und unter anderem am legendären MS-Dos Demo "Second Reality" beteiligt. Heute arbeitet Peter Hajba, so sein bürgerlicher Name, in der selbst gegründeten Spielefirma Remedy. Mit "Max Payne" und auch dem zweiten Teil gelang es dem Softwarehaus auch in der Spielebranche viel Aufmerksamkeit zu erregen. Derzeit arbeitet er am Psycho-Thriller "Alan Wake", die Veröffentlichung ist für Oktober geplant. Vor einigen Jahren hatte man versucht die alte Demogruppe zu reaktivieren. Doch die Mitglieder von Future Crew waren gealtert, die Zeit war selbstverständlich nicht stehen geblieben. Mittlerweile standen andere Dinge wie der Beruf, die eigene Familie und andere Freizeitaktivitäten im Vordergrund. So ganz lassen kann und will Skaven es selbst aber nicht, vor ein paar Monaten ist er als Musiker bei der Gruppe Brainstorm eingestiegen.
Es war schon erstaunlich zu hören, wie damals eines der populärsten Demos entstanden ist. Kurz vor der Assembly hat man das Haus eines Mitglieds quasi in Beschlag genommen, um gemeinsam an der Fertigstellung arbeiten zu können. Die Programmierer hatten zwar schon einige Effekte mitgebracht, diese wurden während des Aufenthalts aber noch verfeinert und mussten miteinander in Einklang gebracht werden. Die Rückkehr der gesamten Truppe zu diesem Hobby ist aber nach Ansicht von Peter Hajba unrealistisch. Lust hätten einige Mitglieder sicher schon, es fehlt ihnen aber schlichtweg die Zeit um ein solches Projekt erneut auf die Beine stellen zu können.
Tammo "kebby oder KB" Hinrichs von Farbrausch hat im Laufe der Jahre als Programmierer für VCC Entertainment, MobyGames, Inverse Entertainment, ProVisio, Abraxas Medien und andere Firmen gearbeitet. Wenn er mit den anderen Gruppenmitgliedern von Farbrausch an einem digitalen Kunstwerk arbeiten will, ziehen sich alle Aktiven für einige Tage auf ein Ferienhaus zurück. Man wird halt nicht jünger und so bleibt einem an normalen Tagen für dieses Hobby nicht ausreichend Freizeit übrig. Er hat ungefähr zu der Zeit mit der Szene begonnen als Skaven schon fast nicht mehr aktiv war. Er fand die Produktionszeit von Second Reality von nur einer Woche sehr erstaunlich. Für ihren Remake auf dem C64 haben Smash Designs in Zusammenarbeit mit The Obsessed Maniacs drei Wochen anstatt einer gebraucht. Auf die Frage wie man den Einstieg in dieses Hobby schafft antwortete er, dass man es einfach tun muss. Es einfach ausprobieren, sich mit anderen Leuten austauschen und nicht zu schnell aufgeben, lautet seine Formel. Klingt einfach, ist es aber nicht. Weder KB noch Skaven hatten eine Antwort darauf parat, warum der Kreis der Macher immer kleiner und deren Durchschnittsalter immer höher wird. Die Bewegung hat ein Problem: Der Nachwuchs fehlt. Ein Video zu drehen und dieses auf YouTube hochzuladen ist simpel. Programmieren dagegen muss erlernt werden. KB hat es sich quasi selbst beigebracht und dabei nie die Lust an neuen Herausforderungen verloren. So war man sich zu Beginn der Arbeiten am Remake auch völlig unsicher, ob die Umsetzung eines MS-Dos Demos auf einem C64 überhaupt möglich ist. Verglichen mit heutigen PCs war die damalige Rechenleistung lächerlich. Zudem musste man damals ohne Grafikkarten, ohne Raytracingprogramme oder zum Beispiel komfortable Malprogramme auskommen. Trotzdem ist der Vater aller Homecomputer, der Commodore 64, in Bezug auf seine Rechenleistung im Vergleich zu den PCs der 1990er absolut winzig. Geschafft haben sie es am Ende doch.
Wie aber kann es weiter gehen? Wie kann man die Gamer dazu bekommen ihre Joypads oder Tastaturen fallen zu lassen, damit sie kreativ mit ihren Geräten umgehen? Die technischen Möglichkeiten heute sind im Gegensatz zu früher geradezu gigantisch. Zahlreiche Hilfsprogramme erleichtern einem die Arbeit, auch die direkte Programmierung in Assembler ist nicht mehr nötig. Trotzdem ist und bleibt es seit einigen Jahren schwer die Leute vom reinen Konsum abzubringen. An mangelnden Partys kann es nicht liegen. KB dazu "Man könnte das ganze Jahr über fast jede Woche in ganz Europa zu einer anderen Party fahren", dieses Angebot an Events existierte vor fünfzehn Jahren nicht.
Was sicher hilft, ist eine gute Pressearbeit um diese Kunstform bekannter zu machen. Auch die Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Intel, NVIDIA, Pixar oder Adobe dürfte für die Zukunft ausschlaggebend sein. Die Besucher der Party im Hackerlabor und Technologiezentrum Metalab haben am Abend weniger über solche Dinge gegrübelt. Bei ihnen stand vor allem der Spaß im Vordergrund. Im Oktober geht's weiter. In Kooperation mit Game City wollen die Organisatoren in Wien ein Herbst Symposium veranstalten. (Ghandy)
P. S.: Wer nachlesen will, welcher Szener im Laufe der Jahre bei welcher Softwareschmiede gelandet ist: Das Portal 4Sceners.de hat diesbezüglich eine sehr informative Übersicht zu diesem Thema veröffentlicht.
Bild oben: KB (links) und Skaven mit Mikro erläutern ihren Weg in die wundersame Welt der digitalen Kultur.
Bild unten: Der Ausstellungsraum mit Blick auf zahlreiche Retrocomputer & Monitore, anschauen und zuhören erwünscht.
Text und Bilder: Lars Sobiraj.
News Redaktion am Donnerstag, 24.07.2008 21:01 Uhr
@HothGremlin: Danke für den Hinweis!! Davon wusste ich bislang nichts!! @dadampa: Was Du schreibst stimmt absolut! Ist ja auch kein Zufall, dass heute die meisten ehemaligen Programmierer der Demoszene heute in der Spieleindustrie ihr Geld verdienen! ...
Auf Machinimint.com gibts im Übrigen ein Interview mit den Beiden. hg ...
Die Demoszene hat sich aber nicht dadurch ausgemacht 5Gbyte große Videos abzuspielen es gibt/gab kategorien z.B. 16 Kbyte Demo 64 Kbyte Demo. Das ist ja immernoch das Besondere an Demos Und es wurden Demo´s auf MiniGameboys programmiert. Die gab es eine Zeit lang mit nur einem Spiel darauf. Gen ...
Daß die Demoszene überaltert und ausstirbt ist nicht verwunderlich. Die ersten Demos waren da um eine Message rüberzubringen (d.h. Greetings to ...) loszuwerden und zu zeigen was ein toller Programmierer mit Fantasie aus einem einfachem Rechner rausholen kann. Was die Message und Fantasie angeh ...
Also ich denke mal, dass es so schwierig ist in die Szene zu finden, da es auch so schwierig ist Anleitungen und Leitfäden zu finden, wie man eine Demo programmiert und welche Kenntnisse man dazu benötigt. ...
Lars Sobiraj am 04.02.2012, 11:32 Uhr
Während Die Linke zur Teilnahme an einem europaweiten Aktionstag gegen ACTA aufruft und Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger die Kritik am internationalen Handelsabkommen zurückweist, führte der Jurist Jens Ferner eine ausführliche Analyse jedes einzelnen Artikels durch. Wir fragten ihn, wie gefährlich ACTA tatsächlich ist. In welchem Rahmen bedroht dieses Abkommen unser aller Freiheit?
Lars Sobiraj am 09.02.2012, 11:40 Uhr
In der südenglischen Grafschaft Sussex ereignete sich letzten Monat ein Fauxpas der besonderen Art. Statt einen Einbrecher zu fassen, jagte ein Polizist mit Hilfe von Kameras für etwa 20 Minuten sich selbst. Sein Kollege an den Monitoren hatte ihn nicht erkannt und fand sein Verhalten sehr auffällig. Der beobachtete Mann habe auf heißen Kohlen gesessen, weswegen er dringend tatverdächtig sei.
Kämpfe als Held in diesem einzigartigen Fantasy Game. Viele Gefahren und Abenteuer erwarten dich!
spielen
Erschaffe deine eigene Insel und erobere die Welt. Krieg oder Wachstum - deine Strategie entscheidet!
spielen
Werde Gladiator und kämpfe im antiken Zeitalter um Ruhm und Ehre. Gehe Bündnisse mit anderen Spielern ein und kämpft gemeinsam gegen die schrecklichen Barbaren.
spielen
Ziehe als einsamer Waldläufer oder an der Seite von Kampfgefährten in einem Fantasy-Spiel von Abenteuer zu Abenteuer.
spielen
Tritt gegen legendären Samurai aus Japan des 19. Jahrhundert an und werde der gefürchtetste aller Samurai.
spielen
Tritt in eine epische Schlacht zwischen Werwölfen und Vampiren, in der nur die Stärksten überleben werden, ein.
spielen