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Google und die Privatsphäre: Organisation veröffentlicht Datensammlung über Suchmaschinen-Gründer

Google Maps, Earth und Street View machen Spaß. Ohne großen Aufwand kann man virtuell an jeden Punkt der Erde reisen, sich die Gegend anschauen und einen Eindruck von Land und Leuten machen. Datenschützern ist das überall und für jeden verfügbare Kartenmaterial jedoch ein Dorn im Auge. Denn auch für die Planung von Einbrüchen und Anschlägen kann das Material benutzt werden. Als Beweis dafür, dass das Vorhandensein dieser Daten durchaus unangenehm sein kann, haben Datenschutz-Aktivisten jetzt eine umfassende Datensammlung über Google-Gründer Larry Pages Leben erstellt - basierend auf Daten von Google selbst.

Die Kritik war laut, als Google kürzlich vor Gericht behauptete, dass aufgrund von moderner Satellitentechnologie Privatsphäre faktisch nicht mehr existiere. Denn nicht zuletzt der Suchmaschinentitan trägt seinen Teil dazu bei.

Die US-Organisation National Legal and Policy Center, welche sich unter anderem für die Einhaltung ethischer Richtlinien in Datenschutzdingen einsetzt, publizierte als direkte Antwort ein siebenseitiges PDF, welches zu erstellen laut NLPC nur 30 Minuten gedauert hat. Darin zu sehen: Detaillierte Aufnahmen von Larry Pages Wohnhaus in Palo Alto (Kalifornien) aus Google Street View, seine Autos der Marken Lexus und Mercedes nebst KFZ-Kennzeichen und die schemenhafte Spiegelung eines vermutlich Limo trinkenden Wachmanns. Die Art des Sicherheitssystems beim Nachbarn ist zu erkennen (die Chance ist gut, dass Page dasselbe verwendet) und ein Auto einer Gärtnerfirma, die offensichtlich für die Familie arbeitet. Dazu wird eine hochaufgelöste Draufsicht auf das Haus aus Google Earth präsentiert, sowie der per Google Maps berechnete vermutliche Arbeitsweg des Google-Gründers. Auch sämtliche Stopzeichen und Ampeln sind aufgeführt. Kurzum: Würde ein Verwirrter einen Anschlag auf Page planen, hätte er es mit Google-Tools denkbar einfach, seinen Plan in die Tat umzusetzen. Pages Name in dem Dokument ist geschwärzt, lässt sich jedoch recht leicht, etwa per Copy & Paste, sichtbar machen.

Ken Boehm, Leiter der NLPC, sagte gegenüber der BBC:

"Vielleicht gibt es in Googles Welt keine Privatsphäre. Aber in der realen Welt besitzt individuelle Privatsphäre eine fundamentale Wichtigkeit und wird jeden Tag ein kleines Stückchen mehr von Firmen wie Google untergraben."

Sicherlich ist die Aktion kein feiner Zug. Es kann aber nicht schaden, mit Aktionen wie dieser oder Wolfgang Schäubles veröffentlichtem Fingerabdruck den Datensammlern dieser Welt hin und wieder einmal den Spiegel vor die Nase zu halten. (fraencko)

News Redaktion am Samstag, 02.08.2008 20:11 Uhr

tagsTags: google privatsphäre google maps google earth larry page nlpc

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16 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • ggecko am 05.08.2008 02:17:32

    geile Aktion! Aber warum sind die Strassennamen geschwärzt? ...

  • Schattenspieler am 03.08.2008 17:23:00

    Eben, spätestens wenn User absichtlich falsche Angaben machen, lässt sich mit einem solchen Profil nicht viel anfangen. Es sei denn, die Freunde wären nicht so vorsichtig gewesen. Dann könnte man über Querverbindungen deine Angaben u.U. trotzdem füllen. Aber man einfach nicht davon ausgehen, d ...

  • am 03.08.2008 14:31:47

    @fraencko: mal abgesehen, dass die meisten einbrüche im affekt geschehen. ich würde bei einer planung desselbigen einen kollegen anheuern, welcher die gegend mit eigenen augen inspiziert. am besten noch ne ganze familie, welche ja nicht auffällt. aber gut. wenn man glück hat, kann man dem googl ...

  • Schattenspieler am 03.08.2008 12:51:22

    Ich hab ja keine Ahnung davon, was für merkwürdige GoogleEarth Versionen einige hier haben, aber Grundrisse bekomme ich damit nicht. Würde mich auch wundern, denn dafür sind sicherlich nicht die benötigten Techniken in Googles Hand. ...

  • -pein am 03.08.2008 12:24:04

    Recht hat er. Hier dreht man sich mehr oder weniger im Kreis und wägt die Pros und Kons ab. ...

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