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EVE Online: Operation "Unholy Rage" ein voller Erfolg

Das Entwicklerstudio von EVE Online ist mit massiver Härte gegen User vorgegangen, welche die Ingame-Währung gegen reales Geld verkauft haben.

Operation "Unholy Rage" - ruchlose Wut. Unter dieser sehr eingängigen Bezeichnung ist das Entwicklerstudio von Eve Online, CCP, gegen rund 6.200 ihrer Spieler vorgegangen.

Diese Spieler verkauften die Ingame-Währung "ISK" für reales Geld an Dritte. CCP sah dadurch eine Lücke im Spiel gegeben, die es unfair werden lässt. Um das Spielerlebnis für alle User beizubehalten, entschied man sich drastische Maßnahmen anzuwenden. Man taufte die Operation auf den Namen "Unholy Rage" und machte sich auf die gezielte Suche nach Accounts, die nur einen Zweck erfüllen: Die Ingame-Währung zu erzeugen, um sie anschließend in der realen Welt gegen reales Geld zu verkaufen. In einer gewaltigen Aktion sperrte man 6.200 Benutzerkonten auf einmal. Die Effekte, die diese Sperren mit sich brachte, waren jedoch überwältigender als vorher vermutet. Einar Hreiðarsson, einer der Gamemaster bei EVE, erklärte wieso. "RMT Operators benutzen eine Menge Serverpower. Sie nutzen Makros um Missionen zu erfüllen, jagen und sammeln 23 Stunden, sieben Tage die Woche. Dies hat einen benachteiligenden Effekt auf die Chancen anderer Spieler zu spielen, weil alle zentralen Punkte für diese Aktivitäten total überrannt mit RMT-Usern sind." Auch würden Preise für spezielle Missionsgegenstände beeinflusst werden, was die gewöhnlichen Spieler ebenfalls benachteiligen würde. Darüber hinaus gäbe es den Faktor Kriminalität.

"Praktisch jeder Kreditkartenbetrug den wir erleben beruht auf Real-Money-Tradern (RMT), die gestohlen Kreditkarten benutzen, um erweiterbare Accounts zu registrieren. Sie wissen, dass wir diese bannen, sobald sie benutzt werden, weil damit beispielsweise nur ISK-Werbespam verschickt wird." Das Spiel und die anständigen Spieler würden darunter leiden. Account-Hijacking und Kreditkartenbetrug sei die Norm geworden. Etwas musste getan werden. Man studierte also wochenlang das Verhalten und die Effekte von Real-Money-Traders (RMT) bis man sich sicher war, diese erfasst zu haben. Während einer Phase von Wartungsarbeiten schlug man zu und sperrte 6.000 Accounts. Die Maßnahme lief mit chirurgischer Präzision ab, erklärte Einar Hreiðarsson. "Wir sind uns sehr sicher, dass false-positives praktisch inexistent sind, aber selbstverständlich prüfen wir jede entsprechende Anfrage. Bislang haben wir nicht einmal ein Dutzend solcher false positives entdeckt." Derweil läuft die Operation "Unholy Rage" weiter, so dass zwischenzeitlich etwa 9.000 Accounts gesperrt wurden. Wenn die Fehlerquote tatsächlich so niedrig liegt, hat man durchweg gezielt agiert. Darüber hinaus hat der Schlag gegen Real-Money-Traders jedoch weitere Vorteile gebracht.

Diese störten nämlich nicht einfach nur den Spielverlauf, sie beanspruchten auch einen enormen Anteil an Serverkapazitäten. Nach der ersten Sperrwelle von 6.000 Accounts zeichneten sich überdeutliche Kapazitätsgewinne ab. "Nun, dies ist der schönste Graph, den ich jemals gesehen habe", so die Entwickler von EVE Online in ihrem Blog. "Während die Menge gesperrter Accounts zu Beginn der Operation bei etwa 2 Prozent der insgesamt registrierten Benutzer lag, sank nach deren Sperre die CPU-Auslastung um gute 30 Prozent. Das ist verdammt viel CPU-Leistung für euch restliche Spieler."

Wie sich dieses Ereignis auf die Spielwelt auswirkt, wird in den diversen Spielzonen überdeutlich, wie CCP erklärt: "Ein weiterer großartiger Vorteil ist der, dass der Weltraum jetzt plötzlich voll mit übergroßen Asteroidengürteln ist, die zuvor von Horden von Macro-Minern der RMT-Fraktion ausgesaugt wurden. Gewöhnliche Spieler haben jetzt die Chance die Minenarbeit als eine elementare Quelle für ISK zu nutzen. Sie sind bereits auf dem Weg das Geschäft zu übernehmen." Doch die Real-Money-Traders werden zurückkommen. Oder es zumindest versuchen. Doch auch hier stellt CCP eine angemessene Begrüßung bereit: "Sie versuchen sich zurückzuschleichen, aber am Ende geht es nur um Geld und wir folgen dieser Spur um diese Leute zu finden. Wir haben nicht nur einen Doktor der Wirtschaftswissenschaften und ein erstklassiges Team an Daten-Gurus die das Problem analysieren. Wir verfügen auch über kompetente und einsatzbereite Entwickler, die unsere Wünsche umsetzen. Darüber hinaus haben wir Personal, dass unsere Richtlinien hierzu rigoros durchsetzt." (Firebird77)

(via arstechnica, thx!)

(Bild via eveonline, thx!)

News Redaktion am Sonntag, 23.08.2009 17:02 Uhr

tagsTags: geld ccp eve online isk kreditkartenbetrug real-money-traders rmt unholy rage währung ingame

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15 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Marv89 am 25.08.2009 00:03:17

    haha, oh wow. :D bei 6000 gesperrten Accounts, die mithilfe von Algorithmen gesucht werden ist das einge unglaublich gute Fehlerquote ! Find ich gut sowas. Solche Leute machen die komplette Ingame wirtschaft kaputt. Wer nicht die Zeit hat so ein game zu spielen, der soll es ...

  • am 24.08.2009 18:24:03

    Ich denke auch, dass das ne gute Aktion war. Parasitäre Mitspieler, die sich mit geklauten Kreditkartendaten anmelden, per Skript eine unnötig hohe Serverlast erzeugen und dabei noch alle Mitspieler zuspammen braucht keine Community. ...

  • Shurayuki am 24.08.2009 17:21:33

    Find ich ne gute Aktion. :T Grinden gehört nun mal zum Spiel, und ich seh nicht ein, warum sich ein paar Deppen mit zu viel Knete in der Tasche da einfach rauskaufen, bloß weil die da keinen Bock draufen haben. Dann solln die halt was anderes spielen. ...

  • ANTIBILD am 23.08.2009 23:30:33

    Sehr schöne Aktion :T Die Menschen die für virtuelle Artikel im Spiel, Geld ausgeben, tun mir auf einer art Leid Dem kann ich mich nur anschließen. Wenn etwas auf ebay nervt dann ist das z.B. das WoW-Gold, GuildWars-Gold, Metin2-Yang etc. ...

  • Netjer am 23.08.2009 22:59:45

    "Wir sind uns sehr sicher, dass false-positives praktisch inexistent sind, aber selbstverständlich prüfen wir jede entsprechende Anfrage. Bislang haben wir nicht einmal ein Dutzend solcher false positives entdeckt." haha, oh wow. :D ...

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