Der unabhängige IT- und Tech-Kanal!
internet.board.entertainment.games.hardware

RIAA: Schadensersatzforderungen in bestimmten Fällen zu hoch

Zu einer äußerst interessanten Entscheidung ist ein amerikanischer Richter gelangt, welcher den Vorsitz in einem Prozess führte, bei welchem die Recording Industry Association of America einer 16-Jährigen mehrfache Urheberrechtsverletzungen vorwarf.

Ursprünglich war das Verfahren gegen den Vater des damals 16-jährigen Mädchens eröffnet worden, da dieser den Anschluss angemeldet hatte. Nachdem man jedoch entdeckte, dass die Tochter für die Urheberrechtsverletzungen verantwortlich war, verklagte man sie.

Whitney Harper gab zu, Musik mithilfe von KaZaA herunter- und somit hochgeladen zu haben. Ihre Verteidigung basierte darauf, dass sie die Tat zwar begangen habe, ihr dies jedoch zu keinem Zeitpunkt wirklich klar war. Sie argumentierte, dass ihr mangelndes technisches Verständnis sowie ihr Alter sie nie auf den Gedanken gebracht hätte, etwas Rechtswidriges zu tun. Mit dieser Argumentation schien sie beim Richter Gehör zu finden. Aus den geforderten 750 bis 30.000 US-Dollar pro Track an Schadensersatz wurden schließlich 200 US-Dollar. Sie wurde zwar nichtsdestotrotz für schuldig befunden, in 37 Fällen das Urheberrecht verletzt zu haben. Doch der Betrag von 7.400 US-Dollar ist jedoch wesentlich akzeptabler, als 27.750 US-Dollar (750 USD/Track). Die Argumentation des Richters trägt hierzu bei: "Sie hatte kein Wissen oder Verständnis über die Thematik Filesharing, Onlineverbreitung oder Urheberrechtsverletzung." KaZaA solle dazu außerdem beigetragen haben, da diese an keiner Stelle darauf hinweisen, dass die Musik in der Tauschbörse "gestohlen ist oder Urheberrechte verletzt", weshalb es ihr unmöglich war, zu wissen, dass sie etwas Falsches tat. Einen Schuldspruch hat sie zwar erhalten, dies dürfte jedoch auch mit der Fachkenntnis des Richters zusammenhängen: "Die Beschuldigte hatte keine Gründe daran zu zweifeln, dass ihre Handlungsweise nicht 100 Prozent legal gewesen wäre, auch wenn sie Programmen wie KaZaA vertraute, die ähnlich zu Online-Radiostationen sind."

Interessant könnte es höchstens werden, sollten die Harpers Widerspruch gegen das Urteil einlegen. So könnten sie vielleicht erheblich günstiger aus dem Verfahren gehen, da MediaSentry lediglich 6 der 37 vorgeworfenen Tracks von Whitney Harpers PC heruntergeladen hat. In Anbetracht der sich immer mehr ausbreitenden Rechtsauffassung, dass Anbieten nicht automatisch Verbreiten bedeutet, könnte sie womöglich nur für die sechs tatsächlich verbreiteten Tracks verurteilt werden. Bei einem Betrag von 200 US-Dollar pro Track ein überlegenswerter Gedanke. (Firebird77)

(via arstechnica, thx!)

News Redaktion am Montag, 11.08.2008 13:08 Uhr

tagsTags: filesharing p2p riaa verletzung kazaa mediasentry forderungen summe dollar urheberrecht schadensersatz betrag whitney harper hoch

Bookmark and Share
 
Weitere interessante News
2 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Karash86 am 11.08.2008 16:20:01

    Ich frage mich wie sie überhaupt auf 200 USD pro Lied kommen? Um solch einen virtuellen Schaden verursachen zu können, müsste man das Lied ja 200mal hochladen. Aber ich bezweifle, dass sie die Lieder so oft hochgeladen hat. Ich dachte eigentlich mal, dass mit diesen Klagen reell erlittener und n ...

  • Loddafnir am 11.08.2008 15:47:13

    Ok, der Richter ist auf dem richtigen Weg. Aber es wäre langsam an der Zeit diese völlig überzogenen Forderungen pro File endlich generell einzuschränken. 750 USD ist einfach aberwitzig und hat mit reellem Schaden rein gar nichts zu tun. "Die Beschuldigte hatte keine Gründe daran zu zwe ...

  • gullinews am 11.08.2008 11:55:18

    Zu einer äußerst interessanten Entscheidung ist ein amerikanischer Richter gelangt, welcher den Vorsitz in einem Prozess führte, bei welchem die Recording Industry Association of America einer 16-Jährigen mehrfache Urheberrechtsverletzungen vorwarf. Ursprünglich war das Verfahren gegen ...

weitere Kommentare lesen     Nachricht kommentieren

 
News [Kurioses]

Apple filterte den Begriff "Jailbreak" im iTunes Store

Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr

befreit: ipad 3 & iphone 4s

Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.

mehr mehr lesen...

Browsergames
Gondal World

TOPTIPP: Gondal World

Kämpfe als Held in diesem einzigartigen Fantasy Game. Viele Gefahren und Abenteuer erwarten dich! Escaria spielen

Escaria

Escaria

Erschaffe deine eigene Insel und erobere die Welt. Krieg oder Wachstum - deine Strategie entscheidet! Escaria spielen

Artyria

Artyria

Werde Gladiator und kämpfe im antiken Zeitalter um Ruhm und Ehre. Gehe Bündnisse mit anderen Spielern ein und kämpft gemeinsam gegen die schrecklichen Barbaren. Artyria spielen

Gondal

Gondal

Ziehe als einsamer Waldläufer oder an der Seite von Kampfgefährten in einem Fantasy-Spiel von Abenteuer zu Abenteuer. Gondal spielen

Last Emperor

Last Emperor

Tritt gegen legendären Samurai aus Japan des 19. Jahrhundert an und werde der gefürchtetste aller Samurai. Last Emperor spielen

Nightcreeps

Nightcreeps

Tritt in eine epische Schlacht zwischen Werwölfen und Vampiren, in der nur die Stärksten überleben werden, ein. Nightcreeps spielen

gulli:picsArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli RSS NewsPresso Feedsgulli:Newslettergulli twittertgulli bei facebookgulli:news im AppStoreSeitenanfang