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Verbraucherzentrale: Datenschutz muss verbessert werden

Gemeinsam mit dem Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar und dem Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin die Stärkung des Datenschutzes. Die bisherige Rechtslage schütze den Bürger nicht ausreichend vor Datenmissbrauch. Das Bündnis ruft die Fraktionen des Deutschen Bundestages dazu auf, die gesetzlichen Grundlagen zu verbessern und fordert schärfere Kontrollen und Sanktionen für Datenhandel.

Verbraucherschützer, Datenschützer und Kriminalbeamte sehen den Schutz persönlicher Daten aktuell zur Zeit nicht ausreichend gewährleistet. Auf ihrer gemeinsamen Pressekonferenz warnten sie vor einem ungezügelten Datenhandel und zunehmendem Missbrauch.

Erst vor einer Woche waren der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein Kontodaten von 17.000 Menschen zugespielt worden. In etwa dem gleichen Zeitraum häuften sich Beschwerden von Verbrauchern, von denen ohne Einwilligung Geldbeträge zwischen 30 und 100 Euro abgebucht wurden. Die Verbraucherschützer fordern die Politik auf, daraus Konsequenzen zu ziehen.

"Datenmissbrauch muss endlich wirksam unterbunden werden und Geschäfte, die durch unerlaubte Anrufe angebahnt wurden, unwirksam sein", meint Gerd Billen, Vorsitzender der Verbraucherzentrale Bundesverband. Er setzt sich für schärfere Kontrollen und Sanktionen ein und fordert, der Datenhandel müsse erschwert werden. "Der Missbrauch wird erst dann aufhören, wenn er sich wirtschaftlich nicht mehr lohnt." Der Stellvertretende Vorsitzende des Bund Deutscher Kriminalbeamter spricht dabei gar von einem "Milliardengeschäft, in dem es mafiöse Strukturen gibt" und spricht sich für mehr Kontrollmöglichkeiten für Datenschützer und  den Einsatz von Datenfahndern aus, welche den Steuerfahndern nachempfunden sein sollen.

Zum Schutz der persönlichen Daten ruft der Verbraucherzentrale Bundesverband alle Bürger auf, die Laissez-Faire-Haltung in Bezug auf die persönlichen Daten zu beenden. Verbraucher sollten Verträge meiden, die das Einverständnis zur Datenweitergabe vorraussetzen. Persönliche Daten, wie beispielsweise Bankdaten, sollten nur dann weitergegeben werden, wenn man dem Geschäftspartner vertraut und ihn selbst aus freien Stücken kontaktiert hat. Wer sorglos mit seinen Daten umgehe, müsse sich nicht wundern, Opfer von Werbeanrufen oder unseriösen Geschäften zu werden. (Malo)

(via vzbv)

News Redaktion am Montag, 18.08.2008 19:17 Uhr

tagsTags: datenhandel peter schaar verbraucherschutz datenschutzbeauftragter vzbv verbraucherzentrale bdk bundesdatenschutzbeauftragter kriminalbeamter

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6 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • goldenretriever am 20.08.2008 23:48:50

    Also ich muss beim Thema Datenschutz sofort an Schufa und Co. denken... Die verticken auch deine Daten weiter. ...

  • DARKWATER am 19.08.2008 10:58:27

    Stimmt, dass Ganze ist widersprüchlich. Auf der einen Seite will unsere Exekutive die Situation in Sachen Datenschutz verbessern. Auf der anderen Seite sind die Kriminalbeamten und unsere Politiker diejenigen, die seit Jahren das Recht auf die Selbstbestimmung in Bezug auf die eigenen Daten mit ...

  • Shinichi0815 am 19.08.2008 10:57:03

    Seh ich auch so, warum sollten die, die so geil auf persönliche Daten sind irgendwelche Gesetze ins Grundgesetz reinhauen die denen am Ende selbst noch schaden? Aber was sag ich, bei den Behörden ist ja aaaaalles anders ...

  • Ironwhistle am 18.08.2008 23:33:20

    Das mit dem GG kannst du vergessen - da würde die Katze, respektive die Politik, sich doch mit ihren tollen Ideen selbst in den Schwanz beissen. Stell dir mal vor Datenschutz wäre ein im GG verbrieftes Recht - Schäuble wäre im nu Arbeitslos und einer ganzen Klagewelle ausgeliefert! :) Telefonnu ...

  • TAB am 18.08.2008 22:04:40

    Harte Strafen für Datenmissbrauch gibt es meiner Ansicht nach nicht. Wobei "hart" ja von jedem anders ausgelegt wird. Eine Strafe, die z.B 40-80% des monatlichen Umsatzes des jeweiligen Unternehmens finde ich zum Beispiel sehr wirkungsvoll. Und Web 2.0 hin oder her. Was da passiert ist, ist kau ...

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