
Das Horrorszenario beginnt mit einer handelsüblichen externen Festplatte. Je größer die Kapazität, umso schlimmer die Auswirkungen, wenn es nach der Industrie geht.
Dabei ist die Idee dahinter keinesfalls neu. Schon früher hat man Datenträger kopiert und deren Inhalt mit Freunden ausgetauscht. Das jetzt erreichte Ausmaß übersteigt jedoch alles bislang Vorstellbare. Man trifft sich mit Freunden, jeder führt eine randvolle Festplatte mit sich, der Datentausch kann beginnen. Gegenwärtig bevorzugt auf LAN-Partys angewandt, könnte sich diese Methode des Filesharings schon in naher Zukunft bei der jungen Generation bewähren. Dabei geschieht im Prinzip nichts anderes als in einer Tauschbörse, mit dem Unterschied, dass sich die User privat treffen und die Kapazitäten und Geschwindigkeiten im Vergleich zu einem gewöhnlichen DSL-Anschluss enorm sind. Auslöser für diese Entwicklung, die vermeintlich keine Antipiraterie-Vereinigung eindämmen kann, waren die Rechteinhaber höchstselbst. Eine immer härter werdende Gangart gegen Tauschbörsennutzer drängt diese in den Untergrund, wo sie auch früher kaum zu bekämpfen waren. Die Industrie hat sich einen Feind gemacht, der zahlreicher ist, als man es selbst je sein wird. Vor allem aber findet man Auswege - wie die Hard-Drive-Partys. Kommerzielle Portale, die beispielsweise Musik anbieten, konnten sich bislang noch nicht wirklich etablieren.
Der Musikproduzent Cliff Jones berichtet in der neuesten Ausgabe der Sunday Times völlig erschüttert von einem Nachbarn, der unbescholtener Familienvater sei. Dieser habe stolz darüber berichtet, wie er sich 80.000 MP3s mit klassischer Musik in kürzester Zeit von der Festplatte eines Freundes auf die eigene Platte kopierte - völlig kostenlos. Der von Cliff Jones bezifferte Schaden: 75.000 Euro. Wahrscheinlich ist es einfach eine logische Entwicklung, eine Reaktion der verfolgten Filesharer auf einen bislang übermächtigen Gegner, der sie in eine kriminelle Ecke gedrängt hat. Die dabei entdeckte Alternative dürfte für die Industrie schwer zu bekämpfen sein, womöglich gar nicht. Dennoch wird man den Kampf gegen die Hard-Drive Partys propagieren. Denn selber ist man bislang unfähig einen Ausweg aus der Misere zu finden, selbst wenn dieser Weg bereits vorgezeichnet ist, wie beispielsweise durch Lawrence Lessig.
Dieser fordert seit Jahren nicht nur eine Urheberrechtsnovelle. Er und der Sci-Fi-Autor Cory Doctorow plädieren schon lange für eine erschwingliche Pauschale, abgerechnet möglicherweise durch den Internetprovider, die dem Nutzer ermöglicht, jedwede Inhalte frei herunterzuladen. Eine Auszahlung an die Rechteinhaber soll nach den ermittelten Downloads vorgenommen werden. Wenn es nach Cory Doctorow geht, ist jetzt die letzte Möglichkeit für die Industrie gekommen, um auf diesen Zug noch aufzuspringen. Sollte es ihnen jetzt nicht gelingen, werden diese, nicht nur finanziell betrachtet, leer ausgehen. Die potenziellen Kunden haben bereits Möglichkeiten zum Tausch gefunden, die die Rechteinhaber nicht mehr kontrollieren können. (Firebird77)
(via sueddeutsche, thx!)
(Bild via news.filefront, thx!)
News Redaktion am Montag, 25.08.2008 19:55 Uhr
@ vbgd2: Heute steht man doch egal was man macht unter "Generalverdacht". Und es ist utopisch anzunehmen, dass alle User von einem Forum, welches nur "Links" zu Rapidshare oder anderen Anbietern anbietet, gleich unter Verdacht gestellt werden. Zumindest nicht bei so vielen Usern, die schon die Einwo ...
Ich persönlich bin froh, dass die Börse hier zu ist. Dann stehen wir hier nicht länger im Generalverdacht und ich muss, wenn ich meine Games kaufe, nicht noch mehr dafür bezahlen. ...
hard drive party lol wer auch immer sich solche namen ausdenkt, respekt - 100% rentnerkompatibel ...
nein, du bist nicht von gestern. jeder, der mal mindestens 2 verschiedene externe usb2.0 gehäuse in der hand hatte, wird bestätigen, dass USB2.0 unabhängig vom innenleben kaum über 20 MB/s rauskommt. und ob ich jetzt 12 stunden im hintergrund was herunterladen lasse oder mich fü ...
http://www.frostfirezoo.com/files/u1/piracy343653.jpg Gerade in einem Blog entdeckt. Passt irgendwie zum Thema. ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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