
Mit Hilfe des neuen Visa-Informations-Systems (VIS), einer Datenbank, in der die biometrischen Daten (digitalisierte Fotos und auch Fingerabdrücke) aller Personen, die ein Visum beantragen, gespeichert werden sollen, soll überprüft werden, ob jemand im Schengen-Raum zur Fahndung ausgeschrieben ist und ob die Fingerabdrücke der betreffenden Person mit denen im Visum identisch sind.In Zeiten mit starkem Reiseverkehr sollen die Kontrollen, anders als im ursprünglichen Entwurf vorgesehen, auch stichprobenartig erfolgen können. Die neuen Regelungen sollen ab nächstem Jahr gelten. Ist das Visa-Informations-System aktiv, werden dort persönliche Daten, die biometrischen Merkmale der erfassten Personen, die Behörde, die das Visum ausgestellt hat, sowie die Tage der Ein- und Ausreise fünf Jahre lang gespeichert bleiben. Man rechnet damit, dass das VIS bald zur größten biometrischen Datenbank der Welt anwachsen wird. Unter anderem will man damit, indem man auch Ermittlungsbehörden den Zugriff auf die Datenbank ermöglicht, eine bessere Kriminalitätsbekämpfung ermöglichen.
Datenschützer sehen derartige Pläne mit großer Skepsis. So wird befürchtet, dass in derart riesigen Mengen zentral gespeicherte Daten missbraucht werden oder in falsche Hände geraten könnten. Angesichts zahlreicher Datenskandale in den letzten Wochen und Monaten gilt es als fraglich, dass man ein System wie das VIS so effektiv absichern könnte, dass die dort gespeicherten Daten wirklich vor unbefugten Zugriffen geschützt sind. Darüber hinaus könnten auch "Insider", also autorisierte Personen, diese Daten entwenden oder missbrauchen. Selbst die Erstellung regelrechter "Bewegungsprofile" der erfassten Personen wäre möglich, insbesondere angesichts der mit fünf Jahren recht langen Speicherdauer der Daten.
Darüber hinaus gilt in Fachkreisen die Überprüfung von Fingerabdrücken als problematisch. So wies beispielsweise der Chaos Computer Club in einer Stellungnahme darauf hin, dass gerade ältere Menschen oft nicht über ausgeprägte Fingerabdrücke verfügen, die von den Lesegeräten erfasst werden können. Das könnte an der Grenze Schwierigkeiten verursachen. (Annika Kremer)
(via Futurezone, thx)
News Redaktion am Mittwoch, 03.09.2008 13:53 Uhr
Wer hat sich denn as ausgedacht? Von Effizienz haben diese Personen wohl keine Ahung. Es wäre doch deutlich sinniger, eine Datebank mit gesuchten Personen aufzubauen und diese den Grenzkontrollstellen zur Verfügung zu stellen, damit diese sofort und vor Ort die Einreisenden überprüfen können. S ...
Am Dienstag verabschiedete das EU-Parlament ein neues System von Grenzkontrollen, bei dem Einreisende aus Nicht-EU-Ländern, die ein Visum benötigen, strenger als bisher kontrolliert werden sollen. Zusätzlich zu den bisherigen Kontrollen soll dabei auch Biometrie zum Einsatz kommen. Mit Hi ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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