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WPA: Angriff auf verschlüsseltes WLAN verbessert

Die für WLAN-Netze genutzte Verschlüsselung WPA steht weiter unter Beschuss. Nun gelang Forschern eine Verbeserung bisher entwickelter Angriffsmethoden - in nur 60 Sekunden können sie eine sogenannte "Man in the Middle"-Attacke durchführen und damit Pakete in das WLAN-Netz einschleusen, ohne dass der Benutzer dies merkt.

Die beiden Sicherheitsexperten, Toshihiro Ohigashi and Masakatu Morii, bauen bei ihrem Angriff auf einer früheren Publikation von Martin Beck und Erik Tews (gulli:news berichtete) auf. Mit ihrem Angriff gelingt es ihnen, sich in den Schlüsselstrom zwischen dem Access Point und einem bestimmten der verbundenen Clients einzuklinken. Anschließend können die Forscher sich selbst als Access Point ausgeben und so dem Client beliebige Pakete unterschieben oder die vom Client geschickten Pakete mitlesen.

Ähnliches gelang auch schon Beck und Tews im Jahr 2008. Ohigashi und Morii gelangen jedoch erhebliche Verbesserungen in Bezug auf Schnelligkeit und Effizienz des Angriffs. Unter Laborbedigungen benötigten sie nach eigenen Angaben nur 60 Sekunden, um in den Schlüsselstrom zu gelangen - Beck und Tews brauchten bei ihren Versuchen noch 12-15 Minuten. Durch die größere Schnelligkeit, so die Forscher in ihrem Forschungspapier, sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, dass das Opfer etwas von dem Angriff bemerkt. Zudem funktionierte der Angriff, wie Beck und Tews ihn durchführten, nur bei Access Points, die bestimmte Features unterstützen. Ohigashi und Morii dagegen sind überzeugt, dass ihre Methode bei "jeder WPA-Implementierung" funktioniert.

Das WPA-Protokoll ist mit diesem Angriff noch nicht, wie manch einer annehmen mag, "geknackt". Noch ist es nicht möglich, den Datenverkehr aller im Netz autorisierten Clients mitzulesen. Auch das sogenannte "Piggybacking", also das Surfen über einen fremden Access Point, ist nicht möglich, da der eigentliche, zur Autorisierung beim Access Point benötigte WPA-Schlüssel bei dem Angriff nicht rekonstruiert wird. Nichtsdestotrotz ist den Forschern hier eine beachtliche Leistung gelungen, die zeigt, dass das WPA-Protokoll verwundbar ist und wahrscheinlich in absehbarer Zeit weiter angegriffen werden wird - dass diese Angriffe früher oder später, ähnlich wie bei WEP, zum Durchbruch führen werden, gilt als wahrscheinlich. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte erwägen, auf die WPA2-Verschlüsselung umzusteigen. Diese verwendet das als sicher geltende Verschlüsselungsprotokoll AES und wurde bisher noch nicht erfolgreich angegriffen. (Annika Kremer)

News Redaktion am Freitag, 28.08.2009 23:19 Uhr

Tags: it-sicherheit hacking wpa beck drahtlos man in the middle morii network ohigashi tews kryptografie w-lan wi-fi verschlüsselung wardriving wep

 
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20 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Dekar am 30.08.2009 07:59:05

    Ganz einfach, indem der Router deine Anfrage in das Netz aufgenommen zu werden versteht, die ich nämlich mit dem Schlüssel verschlüsselt. Wenn du die Anfrage mit einem anderen Schlüssel verschlüsselst wirft der Router sie weg, da er sie nicht versteht ;) Natürlich wird die Anfrage nicht direkt mit d ...

  • Boardurlaub am 30.08.2009 07:54:51

    Ja, und das Übertragen vom Client zum Router nennt man Handshake! Selbstverständlich wird das übertragen! Wie soll man sich denn sonst authentifizieren? BU ...

  • Dekar am 30.08.2009 06:39:49

    Das Passwort wird NIE übertragen, im Router gibt es der Admin ein und beim Client der Nutzer. Ich kenne keinen Kugelfisch O.o ...

  • Boardurlaub am 30.08.2009 05:38:10

    PS: Wir reden doch von WLAN, da muss eh kein Schlüssel ausgehandelt werden - der Schlüssel wird doch vorher beim Verbinden eingegeben (Preshared). Das meinte ich doch. Der Angreifer MUSS in der Leitung sein, während das Passwort übermittelt wird. Deshalb ist ein Angriff auf WP ...

  • Dekar am 29.08.2009 19:34:20

    Zum sog. "Handshake", also der Übermittlung des Passworts, muss es aber trotzdem kommen, damit man überhaupt einen Schlüsselstrom hat oder sehe ich das falsch? Nein das Passwort muss nicht übertragen werden, dafür gibt es asymmetrische Kryptografie. Und es ist toll wie imm ...

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