
Unter dem Label slotMusic werden unter anderem in US-Amerikanischen Handelsketten wie Wal Mart und Best Buy ab dem Winter reguläre Musikalben auf winzigen Datenträgern verkauft. Das Angebot beläuft sich auf Musik der vier großen Majorlabels SonyBMG, Warner Music, Universal und EMI. Auch ein Release in Europa ist geplant.
Die Musik wird im MP3-Format mit 320 KBit/s encodiert sein und keinerlei DRM-Restriktionen beinhalten. Die nur 11 mm × 15 mm × 0,75 mm großen MicroSD-Karten werden von Sandisk gefertigt und haben eine Speicherkapazität von 1 GB. Davon sollen rund 200 MB auf das Musikalbum entfallen, der Rest kann entweder vom Hersteller mit Bonusmaterial befüllt oder vom Käufer frei genutzt werden. Alle Daten sollen löschbar sein, dem Datenträger wird entweder ein USB-Adapter oder eine Adapterkarte für das Standard-SD-Kartenformat beiliegen. Bereits heute können Milliarden Kartenlesegeräte und Handys weltweit MicroSD lesen.
Laut Informationen der New York Times wird pro Karte mit Album ein Verkaufspreis von 7 bis 10 Dollar (4,80 Euro bis 6,80 Euro) angepeilt, was bereits in Anbetracht der Tatsache bemerkenswert ist, dass MicroSD-Cards ohne Musikdaten ähnlich viel kosten. Michael Arrington von TechCrunch ist skeptisch und erwartet einen höheren Preis, eventuell sogar höher als den einer regulären Musik-CD.
SlotMusic ist als ein mutiger Schritt der Musikindustrie zu werten. Selten hat man Musik so konsequent günstig und arm an Nutzungsbeschränkungen verkauft. Aber ist das MicroSD-Format als Musikträger ein Modell für die Zukunft? Man sollte skeptisch sein, denn MicroSD-Karten sind so klein, dass sie schon wieder unhandlich sind. Zu groß ist die Gefahr, dass ein Kunde die daumennagelgroße Karte verliert oder versehentlich zerstört. Auch ist die Zielgruppe fraglich: Leute, die Musik kaufen, wollen mutmaßlich eine wertige Verpackung, etwas, was man sich in den Schrank stellen kann - oder eben schnelle und einfache Verfügbarkeit, die sie bei Onlineshops wie iTunes und Co bekommen. Somit dürften die slotMusic-Angebote sich eher an Kunden richten, die eine neue Speicherkarte für Handy oder Digitalkamera brauchen und sich über eine kostenlose Dreingabe in Form einiger MP3s freuen. Der Markt dafür dürfte jedoch ungleich kleiner sein als der für ein neues Album von Usher, Madonna oder den Chilli Peppers.
Was bleibt ist die Frage, warum die Musikindustrie bei diesem Experiment ihr Produkt zu Gewinnmargen verkaufen kann, die eher im Cent- als im Dollarbereich liegen. Wäre es nicht nahe liegend, dem jahrelangen Zetern über sinkende Absatzzahlen Taten im Sinne grundlegender ökonomischer Logik folgen zu lassen - indem man einfach CDs billiger macht? (fraencko)
(via techcrunch, thx!)
News Redaktion am Montag, 22.09.2008 20:19 Uhr
Scheiß auf Kultur, scheiß auf Geschichte, scheiß auf Kunst, wer braucht das schon, wir haben ja Geld, den Fortschritt und jede Menge Scheiße zum Rumscheißen @MrJack Vielleicht ein bisschen drastisch ausgedrückt ;) Ganz so praktisch denke ich gar nicht. Die CD als solche fand ...
Die sollten die CDs einfach nur billiger machen, dann hat sich das alles eigentlich geregelt... Ich kaufe jedenfalls weiter meine Alben auf CD. Am besten ihr Importiert euch aus UK oder US die Alben -so wie ich- dass ist selbst mit Versand billiger! (Meistens 7€ bis 15€!) :T ...
Scheiß auf optische Speichermedien. Jo genau. Scheiß auf Kultur, scheiß auf Geschichte, scheiß auf Kunst, wer braucht das schon, wir haben ja Geld, den Fortschritt und jede Menge Scheiße zum Rumscheißen :T Nee mal im Ernst: Optische Medien werden untergehen. Das ist ...
Natürlich liegt die Zukunft des Vertriebes ganz klar im Internet. Es werden nur noch so lange physische Datenträger in den Läden gebraucht, bis die heutige Generation Ü60 nicht mehr konsumiert (über den Jordan geht). Der Umgang mit CDs ist, grob gesprochen, ähnlich wie mit Vinyls und nahezu je ...
ist es denn so schwer einen dienst aufzumachen, dessen programm genau so aussieht wie emule und alle Tracks ohne DRM für 49-99 Cent anbietet. Ohne Schnörkel oder irgendwelche Extra Dienste. Werbung kann man trotzdem einblenden. Dass das denen nicht in den Kopf geht. Und solche Hohlköpfe wollen d ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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