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Kalifornien: Elektronische Wahlen mithilfe von Open Source?

Dass man Wahlen, welche an einem Wahlcomputer durchgeführt werden, durchaus auch skeptisch gegenüber stehen sollte, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Die Sicherheit der verwendeten Software ist für Dritte zumeist nicht überprüfbar. Positive Seiteneffekte durch die elektronische Stimmenabgabe existieren nicht wirklich oder in verschwindend geringem Ausmaß. Die Gefahr einer manipulierten Software, welche die Wahl manipuliert, ist nicht nur groß, sondern auch real existent, schließlich kann niemand den Quellcode prüfen. Zumindest bis jetzt.

Es scheint nämlich, als würde sich in Kalifornien die elektronische Wahlhilfe in eine völlig neue Richtung entwickeln. Diese beinhaltet dabei ein Kernelement: Open Source Software.

Viel zu oft wurden elektronische Wahlmechanismen von den Medien regelrecht zerrissen. Zu unsicher, undurchsichtig, unklar. Diesen durchaus korrekten Aussagen will man in Kalifornien nun jedoch scheinbar entgegentreten. Jeder Wahlprozess bedarf eines wichtigen Bestandteils: Vertrauen in das Wahlsystem. Um dies zu gewährleisten, muss das eingesetzte System klar und transparent sein. Es muss selbst für den Laien ersichtlich sein, wie man richtig wählt und wie die Stimmen im Anschluss ausgezählt werden. Die bisherigen Wahlcomputer verfügen in der Regel über einen nicht öffentlich bekannten Quellcode. Dies hatte viele zu Skeptikern gegenüber dieser Technologie werden lassen, was durch Pannen wie "verlorene Stimmen" nur bekräftigt wurde.

Auch im Falle der zukünftigen kalifornischen Wahlcomputer sollte man die Sache mit etwas Bedacht angehen. Die Staatssekretärin von Kalifornien, Debra Bowen, war bislang auch eine der großen Kritikerinnen von elektronischen Wahlsystemen. Mithilfe von Wahlcomputern, die von Open Source Software gesteuert werden, könnten viele der Befürchtungen bald der Vergangenheit angehören. Unabhängige Gremien könnten den Quellcode prüfen. Lücken könnten von allen entdeckt und gemeldet werden, was dem System eine besondere Sicherheit gäbe. Natürlich ist es nach wie vor kein Optimalpaket, aber ein enorm begrüßenswerter Schritt in die richtige Richtung, nämlich zu einem klaren und transparenten Wahlsystem. Ein gesundes Misstrauen sollte man dennoch immer in der Hinterhand behalten. (Firebird77)

(via techdirt, thx!)

(Bild via flickr.com, CC-BY-ND)

News Redaktion am Freitag, 26.09.2008 20:18 Uhr

tagsTags: open source wahl kalifornien usa closed source wahlcomputer transparenz klar misstrauen sicher stabil elektonisch

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15 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • am 29.09.2008 14:41:22

    Wenn das nicht möglich ist - nun, dann gibt es keine elektronischen Wahlen, die meine Zustimmung finden. dem kann ich nur zustimmen.:T die einstellung finde ich mehr als vernünftig. dachte zuerst, du würdest der sache nicht konstant kritisch gegenüberstehen, aber das hab ...

  • a_d_s am 28.09.2008 22:29:46

    wie möchtest du das durchsetzen? Keine Ahnung - noch. Ich bin nicht prinzipiell gegen elektronische Wahlen aber die von mir aufgezählten Punkte (da finden sich sicher noch mehr) müssen erst zufriedenstellend gelöst werden. Wenn das nicht möglich ist - nun, dann gibt es k ...

  • a_d_s am 28.09.2008 22:23:38

    Mit den elektr. Wahlmaschinen steht und fällt die Demokratie. Das, mit Verlaub, ist Unsinn. Sind sich heutzutage die Leute zu fein zum Zettel zählen geworden oder was? Beim Zählen passieren Fehler. Fehler liegen in der menschlichen Natur. Es gab bei vielen ...

  • am 28.09.2008 16:05:58

    @sphaeroid: klingt nicht schecht:T allerdings bin ich mir noch nicht so sicher, ob ich da einfach zustimmen soll. fehler in den handscannern wären ja auch möglich....:o :p (sind ja schon fast verschwörungstheorien hier) ...

  • sphaeroid am 28.09.2008 14:17:50

    Zum Verschwinden von Stimmzetteln: der Wahlvorgang (nicht die Stimmabgabe) ist genauso wie die Stimmauszählung öffentlich. Jeder kann den Vorgang und die Auzählung überwachen und ein Auge auf die Urnen und die Zettel haben. Wenn es da Unstimmigkeiten gibt und die Urnen zB. nicht verschlossen und ...

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