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Carleton University: E-Mail-Einbrecher verlässt die Hochschule

Wir haben bereits anfang September von den Geschehnissen an der kanadischen Carleton University in Ottawa berichtet. Einem Studenten war es damals möglich, in das E-Mail-System der Universität einzudringen und sich persönliche Informationen der Studienkollegen anzusehen. Nach dem erfolgreichen Einstieg in das System hat der Cracker umgehend die Administration der Hochschule über den Sachverhalt informiert und um die Behebung der Lücke gebeten. Nun hat der die Uni aus freien Stücken verlassen.

An und für sich hatte Mansour Moufid nichts Böses im Sinn, als er sich den Zugang zu dem Server erschlichen hatte. Aus den Pressemitteilungen geht hervor, dass er vorwiegend an der Schwachstelle selbst interessiert war, nicht aber an der persönlichen elektronischen Post oder anderen persönlichen Daten. Im Weiteren war er sogar bereit, die verantwortlichen Systemadministratoren auf die Schwachstelle hinzuweisen und um eine Behebung zu bitten. Letztlich hat sich das Geschehen rund um das Eindringen in den Mail-Server jedoch gänzlich gegen die Erwartungen des 20-Jährigen entwickelt. Neben einer Geldstrafe wurden ihm noch weitere Sanktionen auferlegt. Es wird dem Mathematikstudenten vorgeworfen, sich unerlaubt Zugriff zum Rechner des Universitäts-Netzwerks verschafft zu haben und persönliche Daten von 32 Student-Cards (vergleichbar mit Mensa-Karten) gestohlen zu haben.

Mansour Moufid, der die Informationen über die herrschende Sicherheitslage auf dem Mail-Server der Uni mit dem Alias Kasper Holmberg verschickte, hat nun eine Entscheidung gefällt. Ausschlaggebend war dazu der Schrieb, den er am vergangenen Donnerstag erhalten hat. Darin wurden ihm die zu erwartenden Strafen offenbart. Aus dem Brief geht hervor, dass Moufid die Daten der Studenten einer erheblichen Gefahr ausgesetzt habe. Im Gegenzug erklärte der Eindringling, dass er an den Datensätzen keinerlei Interesse hätte und er den technischen Details des Systems gegenüber wesentlich aufgeschlossener sei.

Auf den bereits angesprochenen Student-Cards befinden sich Identifikations-Nummern der Studenten, Computer- und E-Mail-Logins samt den zugehörigen Passwörtern und eine Bibliotheksnummer. Weiter kann die Karte in drei Gebäudekomplexen der Uni dazu benutzt werden, um Türen zu öffnen. Neben diesen Funktionen besteht auch die Möglichkeit, Geld auf die Karte zu laden und sie wie eine hierzulande bekannte Mensa-Karte zu verwenden.

Als ersten Teil der Strafe sieht die Universität eine Geldbuße in der Höhe von 2.768 US-Dollar vor. Dieser Betrag soll als Aufwandsentschädigung für das Ersetzen der 32 Student-Cards dienen. Als nächster Punkt ist vorgesehen, dass Moufid eine schriftliche Entschuldigung an alle geschädigten Studenten verschicken soll. Weiter soll er pro Woche eine siebenstündige gemeinnützige Aufgabe übernehmen. Als Krönung des Ganzen soll er einwilligen, sein komplettes Computerverhalten im Netz der Universität für die Dauer seines Studiums überwachen zu lassen. Moufid fühlt sich sichtlich ungerecht behandelt und wird sich für seinen weiteren studentischen Werdegang an der University of Toronto bewerben. (gS-)

(via cbc.ca, thx!)

News Redaktion am Samstag, 27.09.2008 17:02 Uhr

Tags: hacker kanada controller email mail einbruch studenten datensatz carleton university

 
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9 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Third Life am 29.09.2008 08:38:43

    Vielleicht sollte er selbst Klage gegen die Uni einreichen, die ja offenbar Datensätze nicht genug schützt (darunter sein eigener). :D ...

  • shirker am 28.09.2008 18:01:28

    toronto is eh besser... lieber eine sicherheitsluecke bleibt unerwaehnt und bestehen als das sie gemeldet wird... ...

  • am 28.09.2008 16:01:39

    Also wenn die Story wirklich so stimmt, würde ich mit allen mitteln gegen so ein vorgehen wehren. Was ist das den für ein verhalten ? Eine Sicherheitslüche zu finden, sie NICHT ausnutzen sondern umgehen den Admin zu melden und dann 2000$ Strafe zu zahlen, sich bei den Studenten entsc ...

  • flippy08 am 28.09.2008 14:19:38

    Also wenn die Story wirklich so stimmt, würde ich mit allen mitteln gegen so ein vorgehen wehren. Was ist das den für ein verhalten ? Eine Sicherheitslüche zu finden, sie NICHT ausnutzen sondern umgehen den Admin zu melden und dann 2000$ Strafe zu zahlen, sich bei den Studenten entschuldigen (sollte ...

  • fexbest am 28.09.2008 12:38:44

    naja, schon ziemlich scheisse, was da passiert ist, aber ich hätte das ganze als Hacker anonym gemacht, weil irgendwelche Konsequenzen gibt es immer... ...

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